Bibliotheken von München Klassisch und zuweilen echt kurios

Kinos. Theater. Museen: Alles geschlossen gerade. Nur die Bibliotheken haben geöffnet - und sind damit fast die einzigen Kulturorte, die man derzeit aufsuchen kann. Welche Büchereien sich da besonders anbieten, weiß ein neuer Bibliotheken-Führer für die Stadt München.

Von: Hendrik Heinze

Stand: 14.11.2020 | Archiv

Bibliothek in der HFF | Bild: BR/ Natasha Heuse

"Die Bibliothek ist mein Ort, weil ich mich mit Büchern wohlfühle." sagt Brigitte Steinert, die den neuen Bibliotheken-Führer für München geschrieben hat. Sie ist Bibliothekarin und arbeitet in München. Man kann ihr also glauben, wenn sie jetzt schreibt, was München für eine famose Bücherstadt ist.

Bibliotheken von klassisch bis kurios

Rund 150 Bibliotheken gibt es hier, 76 davon stellt Steinert vor, von klassisch bis kurios. Klassisch natürlich die Staatsbibliothek. Oder die Botanische Staatssammlung, die nicht nur drei Millionen getrocknete Pflanzenproben hat, sondern dazu auch die Fachliteratur. Kurioses dann nur ein paar Schritte weiter: die größte ukrainische Spezialbibliothek in Westeuropa. Brigitte Steinert porträtiert auch die Kostümbibliothek, die Shakespeare-Bibliothek oder die des Alpenvereins mit zehntausenden Bänden Bergliteratur.

Geheimtipps von der Kennerin

"Bis in jede kleinste Bibliothek hinein ist das eine unglaubliche Vielfalt. Egal was Sie suchen, Sie können in München eine Bibliothek finden, die ihre Interessen abdeckt.", sagt Steinert. Institutionen sind das, die ihren Besuchern nicht nur geballtes Wissen bieten, sondern oft auch diese ganz besondere, Kopf und Auge so wohltuende Bibliothekenstimmung, die sich sogar über die Fotos vermittelt, mit denen Steinert ihr Buch bebildert. "Ich habe St. Bonifaz besucht, ich habe die Franziskaner im Lehel besucht. Das hat eine ganz eigene Atmosphäre, diese Klosterbibliotheken - und die sind auch wirklich sehr sehr schön."

Genau so wohl fühlt sich Steinert aber auch in der Stadtbücherei, in der es nicht um unschätzbare Handschriften geht, sondern um Kinderhörspiele, Kochbücher, Comics. Bibliotheken, schreibt die Fachfrau, sind allesamt längst nicht mehr die steifen Literaturausgabestellen, die sie früher mal waren. Inzwischen lässt es sich dort bequem ganze Tage verbringen - im Lockdown und auch sonst.

Brigitte Steinert, Bibliotheken in München - Schatzhäuser des Wissens, Orte der Begegnung. Volk Verlag