... und danke für dieses Meisterwerk! Zum 70. Geburtstag von Douglas Adams

Viel zu früh, mit nur 49 Jahren, ist Douglas Adams 2001 einem Herzinfarkt erlegen. Seine "Anhalter"-Romanreihe ist eine zeitlose Science-Fiction-Wundertüte. Eine Liebeserklärung an die weltbeste vierteilige Trilogie in fünf Bänden.

Von: Martin Zeyn

Stand: 10.03.2022 | Archiv

Autor Douglas Adams | Bild: picture-alliance/dpa/epa PA

Zugegeben, wir SciFi-Anhänger sind einfach zu kriegen: Schon ein Raumschiff und ein paar Aliens reichen, um uns an den Bildschirm zu bannen und unsere elementaren Grundkenntnisse der Physik in die Tonne zu treten – Licht, auch das von Lichtschwertern, bleibt nicht einfach mal so stehen. Und wenn dann zwei Sonnen über einem Wüstenplaneten aufgehen wie im ersten Star-Wars-Film oder Berge in der Luft schweben wie bei einem Mobile, das durch die PSI-Kräfte eines ziemlich bekifften Gottes gehalten wird, dann sind wir schon zufriedengestellt.

Aber selbst unsere Langmut, ja Demut ist erschütterbar. Als die Drehbücher für die Star-Wars-Reihe offenbar auch für Unter-Sechsjährige verständlich sein mussten, als keine Vorspultaste mehr ausreichte, um über die dramaturgischen Wiederholungen hinweg zu spulen, da begannen die Klügeren unter uns, sich wieder Stanislav Lem und Philip K. Dick zuzuwenden. Oder – sofern mit Humor gesegnet – "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams.

Kleinlichkeit und Bürokratie statt große Fragen

Hier geht es nicht um die ganz großen Fragen, nicht um den ewigen Kampf Gut gegen Böse, nicht um die Feuerkraft von Todessternen oder die Reproduktionsfähigkeit von Parasiten, in deren Adern Säure fließt. Hier geht es um Bürokratie, Tipps fürs Trampen und die Frage, was schlimmer ist: im luftleeren Raum zu ersticken oder vogonischer Lyrik zu lauschen – überraschend viele Kennerinnen und Kenner plädieren übrigens ganz entschieden für Letzteres.

Und ja, natürlich ist ein Unwahrscheinlichkeitsantrieb um keinen Deut unwahrscheinlicher als ein Sporenantrieb oder die Erschütterung der Macht, weil ein entfernter Planet mal eben ausgelöscht wurde. Nur um vieles lustiger, etwa wenn uns dieses technische Geniestück mit dem exquisiten inneren Monolog eines fliegenden Wals beglückt, der sich fragt, was dieses seltsame, rasend schnell auf ihn zukommende Etwas sein könnte – dummerweise ist es ein Planet.

Ewige Antwort: 42

Abgesehen von dem Humor, der in Sturzbächen aus dem Absurden hervorsprudelt, bietet die vom Hörspiel zur fünfteiligen Roman-Trilogie angewachsene "Anhalter"-Reihe noch etwas zutiefst Menschliches: den Sinn für die Wichtigkeit von Details. Tja, und dabei zeigt es sich, dass uns nicht nur die Pathosschleuder der großen Fragen, sondern gerade die Erörterungen zutiefst kleinlicher Probleme im galaktischen Maßstab zu fesseln vermögen. Und die Antwort auf alles (42!) ist gar kein Rätsel, sondern ein Gegengift gegen die menschliche Hybris. Warum bin ich so unglücklich? 42!