"By Billie Eilish" Billie Eilishs Fotoalbum für Fans

Popstar Billie Eilish hat ein neues Styling, zeigt Kurven und Weiblichkeit, die sie zuvor mit waldmeistergrünen Haaren und weiten Pullis verweigert hatte. Das kommt auf Instagram prächtig an. Jetzt legt sie nach mit einem analogen Fotoalbum für Fans, das Mut machen soll.

Stand: 11.05.2021

Billie Eilish übernimmt die Kontrolle über ihre Bilder: Hier hinter der Kamera | Bild: Piper Verlag/  Wren & Rook

Einen Schrank voller Grammys, eine erfolgreiche Karriere – mit nur 19 Jahren hat die kalifornische Sängerin Billie Eilish geschafft, wovon andere Musiker*innen ihr Leben lag träumen. Im Sommer kommt ihr neues Album "Happier Than Ever" – nun gibt es ganz private Einblicke in Billie Eilishs Leben mit einem Fotoband. Hunderte Bilder zeigen Eilish als Säugling auf der Brust ihres Vaters, mit einem pinken "Glücksbärchis"-Kostüm, als Teenager mit der besten Freundin. Bilder und Fotos seien schon immer wichtig für sie gewesen schreibt Eilish dazu: "Als ich klein war, habe ich jedes Mal, wenn meine Eltern mich filmten, 'Ich will auch sehen' gesagt. In jedem Familienvideo von uns gibt es eine Einstellung, bei der ich in die Kamera schaue und sage: 'Ich will auch sehen'. Ich konnte es nicht ertragen, nicht hinter der Kamera zu stehen. Ironischerweise ist es jetzt genau anders herum. Immer scheint irgendeine Kamera auf mich gerichtet zu sein."

Verhüllt in Baggy Hosen und Pullis

Mit dem Ruhm kam für Eilish auch Druck – nicht nur ihre sphärische Stimme, auch ihr Körper sei immer wieder bewertet worden. Um sich den Blicken der Öffentlichkeit ein Stück zu entziehen entschied sich Eilish lange Zeit für übergroße Kleidung, Baggy Hosen und weite Pullis. Über ihr Verhältnis zu ihrem Körper hat Eilish immer wieder gesprochen auch über Depressionen – sie fühle die dunklen Dinge so stark, sie könne keine glückliche Musik machen, weil sie sich einfach so nicht fühle erzählt sie in der Dokumentation, die ebenfalls vor Kurzem erschienen ist.

Eilishs Antwort auf ihr Leben im Rampenlicht: die Kontrolle übernehmen. So führt sie mittlerweile selbst Regie bei ihren Musikvideos. Sie und ihr Bruder Finneas bestimmen darüber, wie ihre Musik klingt, sie produzieren noch immer im Kinderzimmer – wollen unabhängig sein vom Druck der Musikindustrie, soweit das möglich ist.

Eilishs Image-Building in eigener Sache

Mit dem Fotoalbum kontrolliert Eilish ihr Bild von sich in der Öffentlichkeit– trotzdem man findet in dem Album oft alles andere als perfekte Bilder. Sie erzählen auch von Schmerzen, physischen und psychischen. Eilish schreibt, die Bilder seien für sie ein Weg, sich selbst zu entdecken und nicht zu vergessen: "Das ganze Leben lang Fotos zu machen, finde ich so wichtig, weil wir sonst vielleicht vergessen. Ich will nichts vergessen, ich will meine Erinnerungen ganz nah bei mir haben, ganz lebendig."

Viele Erklärungen gibt es nicht zu den Bildern – das sei bewusst so gewählt, schreibt Eilish im Vorwort. Das Buch solle sich nicht nach Arbeit anfühlen sondern wie ein ganz gewöhnliches Fotoalbum sein. Daher wolle sie nicht alles erklären sondern ihren Fans einen großen Stapel Fotos in die Hand drücken, die für sich selbst sprechen.

Die grünen Haare sind futsch

Äußerlich hat sich Eilish verändert – trägt jetzt blonde statt schwarz-knallgrün Haare. Eine große Fotostory in der Modezeitschrift "Vogue" präsentiert die Sängerin in für Eilish ungewöhnlich körperbetonten Kleidern und Dessous ab.  Dazu schrieb sie kürzlich, dass sie sich mittlerweile glücklich fühle – und das Gefühl habe, sie selbst sein zu können. Das Fotoalbum bildet diese Reise zu sich selbst ab. Es ist auch ein Appell an ihre Fans, die oft ein Stück jünger sind, als sie selbst: "Wenn ihr irgendwas aus diesem Buch mitnehmen sollt, dann das: Irgendwie sind wir alle noch unser dreijähriges Ich. Es gibt niemanden, der nicht nervig ist, niemanden, der nicht irgendwann mal peinlich ist, niemanden, der nicht verschiedene Phasen durchmacht, inklusive … der Pubertät. Ich möchte einfach, dass ihr mich und mein Leben seht, mit euren eigenen Augen."

Sie können den Beitrag im Podcast der kulturWelt hier nachhören.