Starkünstler und Untergrundkämpfer Das Phantom der Kunstwelt: Banksy

Niemand weiß, wie Banksy aussieht oder wirklich heißt, aber jeder kennt seine Bilder, die überall über Nacht an den Wänden der Städte auftauchen und provozierende Kommentare zum Weltgeschehen abgeben.

Von: Andreas Krieger

Stand: 22.07.2020 | Archiv

Banksy - Europaflagge an Hauswand | Bild: BR

Eine Überwachungskamera mit sich selbst im Dialog: "What are you looking at?". Ein Polizist beim Koksen. Eine Krankenschwester als Wonderwoman - Spider- und Superman aussortiert. Seit 25 Jahren schleudert Banksy seine Kommentare zur Welt direkt in die Öffentlichkeit, politisch und gesellschaftskritisch. Er ist ein Meister der Verdichtung mit Witz und Tempo.

Bis heute hat niemand Banksy enttarnt, obwohl er vor allem am Anfang durchaus auffällig arbeitete. Seine Kunst wird oft über Nacht angebracht: logistisch raffiniert mit viel Vorarbeit, Spionieren und Schmiere stehen. „Er hat von Anfang an gesagt: mich interessiert das institutionelle System nicht. Ich brauche nicht das Museum. Ich brauche nicht die Galerien. Ich brauche die Sammler nicht“, sagt der Street-Art-Forscher Ulrich Blanché von der Universität Heidelberg.

Banksy ist ein Star, weit über die Grenzen des Kunstmarktes hinaus — noch bevor dieser überhaupt auf ihn aufmerksam wurde: Ein Porträt aus dem Kulturmagazin Capriccio.