FilmDebüt im Ersten "Alles ist gut" von Eva Trobisch

Alles passiert so schnell, dass es wie ein surrealer Albtraum erscheint. Janne wird nach einer Feier zum Sex genötigt und verdrängt die schmerzhafte Realität. Das preisgekrönte Drama "Alles ist gut" – jetzt in der Mediathek.

Von: Bettina Dunkel

Stand: 18.08.2020 | Archiv

"Alles ist gut" | Bild:  Trimaphilm

Alles gut. Diesen Spruch hört man fast täglich. "Alles ist gut", das ist ein Synonym für "Nichts passiert", "Passt schon", "Ist doch egal". Es ist die passende Antwort auf eine Entschuldigung, auf die Frage nach dem Befinden oder manchmal auch auf die Frage, ob man sich sicher sei, nicht gerade vergewaltigt worden zu sein. 

Denn genau darum geht es in dem bedrückenden Drama "Alles ist gut": um eine Vergewaltigung. Nach einer Klassenfeier mit zu viel Alkohol wird Hauptfigur Janne von einem Mitfeiernden zum Sex genötigt. Alles passiert so schnell, dass es Janne wie ein surrealer Albtraum erscheint – aber es ist schmerzhafte Realität. Sie tut jedoch, als wäre nichts passiert, erstattet auch keine Anzeige – denn zum einen passt die Opferrolle nicht in ihr Selbstbild und zum anderen hat sie gerade viel zu viele andere Probleme zu regeln. Aber so stark, wie sie gern wäre, ist Janne nicht. 

Preisregen auf europäischen Festivals

"Alles ist gut": Der Titel, den HFF-Absolventin Eva Trobisch für ihr Spielfilm-Debüt gewählt hat, könnte treffender nicht sein. In denkbar knappsten Worten fasst er zusammen, wie – Stichwort Dunkelziffer – viel zu viele Opfer von sexueller Gewalt reagieren, wenn sie nicht über das Vorgefallene reden können oder wollen. Für diese sensible und gleichzeitig erschreckend realistische Darstellung gab es einen wahren Preisregen: Das Filmfest München, bei dem das Drama im Sommer 2018 Premiere feierte, vergab den Förderpreis für die beste Regie, Hauptdarstellerin Aenne Schwarz erhielt den Preis für die beste Schauspielleistung. Weitere Festivals zogen nach: Locarno, Thessaloniki, die Hofer Filmtage – quer durch Europa wurde das deutsche Drama von Kritikern und Publikum gefeiert und mit Auszeichnungen bedacht. 

Die ARD zeigt den Film in ihrer Reihe "FilmDebüt im Ersten" am Dienstag, den 18. August ab 23:00 Uhr. In der Mediathek ist der Film ab sofort bis zum 30. September verfügbar.