Wissen - Klimawandel


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UN-Klimakonferenz 2018 Klimagipfel in Kattowitz beendet

Zwei Wochen zähes Ringen und Streiten: Am 16. Dezember endete die diesjährige UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz. Eine Einigung fand zwar statt, doch ob sie ein Erfolg im Sinne des Klimaschutzes wird, wird erst die Zukunft zeigen.

Stand: 17.12.2018

Fast 200 Staaten trafen sich vom 2. bis 16. Dezember im polnischen Kattowitz zur UN-Klimakonferenz 2018, dem 24. Klimagipfel der Vereinten Nationen (COP 24). Es war der Klimagipfel des Kleingedruckten: Das Ziel war ein internationales Regelwerk zur Umsetzung nationaler Klimaschutzziele.

Mit dem Paris-Protokoll von 2015 haben sich die Klimakonferenz-Staaten weltweit darauf geeinigt, die Klimaerwärmung auf höchstens zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Jeder Staat muss Klimaschutzziele liefern, sie einhalten und regelmäßig nachbessern. Die Regeln dafür wurden auf der UN-Weltklimakonferenz 2017 in Bonn vorbereitet und jetzt in Kattowitz verabschiedet. Dieses "Regelbuch" soll die Zusagen der einzelnen Staaten überprüfbar und miteinander vergleichbar machen.

Triumph oder Trauerspiel?

Dieses Ziel wurde in Kattowitz erreicht: Die Klimakonferenz musste zwar aufgrund zäher Streitereien um einen Tag verlängert werden, doch das war nicht wirklich überraschend. Am Ende war der Kompromiss gefunden, auf den sich die Staatengemeinschaft einigen konnte, das Regelbuch für die nationalen Klimaschutzziele wurde verabschiedet. Damit einigten sich die Staaten verbindlich auf Regeln, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Angestrebt war eine Vereinbarung, die auch Wirkung zeigt, nicht nur Willenserklärungen.

Dafür muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl in den kommenden Jahren drastisch reduziert werden. Nötig sind beispielsweise Standards zur Erfassung des CO2-Ausstoßes, damit die Klimaschutz-Anstrengungen der Staaten miteinander vergleichbar sind. Insbesondere ein Streit um Berechnungsverfahren beim Emissionshandel hatte den Abschluss in Kattowitz verzögert.

Kommentar

"Das Ergebnis von Kattowitz ist eines, auf das Diplomaten wirklich stolz sein können. Sie haben es geschafft, das Kleingedruckte fürs Pariser Klimaabkommen zu regeln, Regeln festzulegen, wie knapp 200 Staaten ihre Klimaziele dokumentieren, ihren CO2-Ausstoß messen – und wie sie sich gegenseitig kontrollieren. Eine Herkulesaufgabe. Sollte es der Weltgemeinschaft tatsächlich gelingen, die Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, dann werden die Geschichtsschreiber des 21. Jahrhunderts dieses Kattowitz-Paket tatsächlich als historische Wegmarke einstufen. Nur: So weit sind wir längst noch nicht. Denn das Entscheidende fehlt, der Wille, wirklich etwas zu tun!" Miriam Stumpfe, Redaktion Wissen und Bildung, Bayerischer Rundfunk

Doch Umweltverbände, Entwicklungshilfsorganisationen, Klimaforscher und viele andere sind enttäuscht vom Klimagipfel 2018. Wenn die Politik einen Kompromiss aushandelt zwischen den verschiedenen nationalen Interessen, dann ist das Ergebnis erwartungsgemäß nicht ein Voranpreschen der Klimaretter. Der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die knapp 200 Staaten einigen konnten, könnte zu klein sein, um den Klimawandel wirklich aufzuhalten, fürchten Kritiker: Zu langsam, zu wenig engagiert und nicht weitreichend genug seien die Bemühungen der Politiker im Klimaschutz.

"Der Kohlendioxidausstoß steigt und steigt und steigt. Und wir reden, reden und reden."

Mohamed Nasheed, früherer Staatspräsident der Malediven

Besonderen Ehrgeiz konnte die UN-Klimakonferenz 2018 tatsächlich nicht vorweisen. So war es nicht möglich, sich statt auf das Zwei-Grad-Ziel darauf zu einigen, die Erderwärmung auf nur 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, wie es der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht eindringlich gefordert hat.

Klimagipfel COP 24

Die UN-Klimakonferenz 2018 in Kattowitz trug den Namen "COP 24". COP steht für "Conference of the Parties", die Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention UNFCCC. Diese Konvention wurde im Jahr 1992 in Rio de Janeiro unterzeichnet. In Kattowitz trafen sich die Delegierten von 197 Staaten zum 24. Mal, daher COP 24. Parallel kommen beim jährlichen Klimagipfel seit 2005 auch die Unterzeichner und Ratifizierer des Kyoto-Protokolls zusammen und seit 2016 zudem die Unterzeichner des Paris-Abkommens.

Der nächste Klimagipfel, COP 25, wird in Chile stattfinden - im Dezember 2019 oder Januar 2020.

Deutschland enttäuscht die Erwartungen

Auch Deutschland hat nicht mehr die Vorreiterrolle, die es in Sachen Klimaschutz in den vergangenen Jahren innehatte. Direkt vor dem Klimagipfel in Kattowitz machte die deutsche Kohlekommission, die eigentlich auf dem UN-Klimagipfel den Fahrplan vorstellen sollte, mit dem Deutschland seine Klimaschutzziele für 2020 doch noch erreichen könnte, einen Rückzieher. Eine Einigung konnte nicht rechtzeitig erzielt werden.

UN-Klimakonferenz - wer ist das?

UN-Klimakonvention

Die UN-Klimakonferenz (oder: COP für "Conference of the Parties") ist die jährliche Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention UNFCCC. Diese Konvention wurde im Jahr 1992 in Rio de Janeiro unterzeichnet und bis heute von 197 Staaten ratifiziert.

  • Abschluss der Klimakonferenz. nano, 18.12. um 17:45 Uhr, ARD-alpha
  • Weltklimagipfel: Außer Spesen nichts gewesen? Unkraut, 17.12. um 19:00 Uhr, BR Fernsehen
  • Kommentar zum Klimagipfel in Kattowitz. radioWelt, 17.12. um 06:05 Uhr, Bayern 2
  • Geteiltes Echo auf den Klimagipfel in Kattowitz. Rundschau, 16.12.2018 um 18:30 Uhr, BR Fernsehen

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