Wissen - Klimawandel


13

Klimawandel hebt die Pegel Der Meeresspiegel steigt

Weil der Klimawandel das Eis der Polarregionen schmelzen lässt, steigt der Meeresspiegel. Und das immer schneller. Die Folgen sind verheerend.

Stand: 17.11.2018

Der Klimawandel lässt das Eis der Polarregionen schmelzen und die Meere anschwellen: Im Zeitraum von 1993 bis 2011 stieg der Meeresspiegel im weltweiten Durchschnitt jährlich um mehr als drei Millimeter - und damit etwa doppelt so schnell wie im 20. Jahrhundert. Und dabei wird es nicht bleiben.

Meeresspiegelanstieg beschleunigt sich

Eine Forschergruppe um Steve Nerem von der University of Colorado in Boulder fand im Februar 2018 heraus, dass sich der Meeresspiegelanstieg beschleunigt: jedes Jahr steigt der Meeresspiegel um 0,08 Millimeter schneller als zuvor. Ihren Satellitenmessungen und Berechnungen nach könnte der Anstieg im Jahr 2100 bereits zehn Millimeter pro Jahr betragen. Der Durchschnittspegel an den Küsten könnte dann um 65 Zentimeter höher liegen als im Jahr 2005. "Die Studie stellt sehr glaubhaft dar, dass es eine Beschleunigung des Anstiegs gibt", urteilt Ingo Sasgen vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven. Die Forscher hätten nicht nur neue Messdaten verwendet, sondern diese auch sehr gründlich ausgewertet.

Extremmodelle berechnen Anstieg um bis zu 1,70 Meter

Verschiedene Studien der vergangenen Jahre prognostizieren einen Meeresspiegelanstieg zwischen 30 Zentimetern und mehr als anderthalb Metern bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Der Weltklimarat IPCC warnte bereits 2014 davor, dass bis 2100 die Meerespegel um bis zu 82 Zentimeter steigen könnten. Dass beim deutschen Küstenschutz zum Teil mit einem Anstieg um bis zu 1,70 Meter gerechnet werde, erklärt Ingo Sasgen mit Extremwerten, die dabei angenommen worden seien.

Flutkatastrophen und Klimaflüchtlinge

Malediven: Ein Inselstaat, der nicht absaufen will

Wenn an den Polen die zwei großen Süßwasserreservoirs der Erde schmelzen, drohen weltweit Flutkatastrophen. Tief liegende Regionen wie Bangladesch könnten komplett überflutet werden. Aber auch die flachen Küstenregionen Polens sind gefährdet. Besonders bedroht sind die oft flachen Inseln der Tropen - etwa wie der Inselstaat Malediven oder die Inselkette Tuvalu, deren Bewohner um Klima-Asyl in Australien ersuchten (es aber nicht bekamen). Im November 2005 wurden 980 Menschen von den Carteret-Inseln (Papua Neuguinea) auf 100 Kilometer entfernte Inseln umgesiedelt - die ersten Klimaflüchtlinge. Weit weg?

Auch an Deutschland nagt der steigende Meeresspiegel

Auch auf Sylt ist der Meeresspiegelanstieg zu spüren

Auch vor deutschen Küsten machen die steigenden Pegel nicht Halt: Die Insel Sylt muss schon jetzt jedes Jahr frischen Sand heranbaggern, weil die Fluten die Insel buchstäblich abtragen. "An der Nordseeküste gefährdet der Meeresspiegelanstieg die Menschen ebenso wie das Weltnaturerbe Wattenmeer", erklärt Jannes Fröhlich, Klimaanpassungs- und Küstenschutzexperte beim WWF, im Februar 2018. "Denn steigt er zu schnell und zu stark, versinken große Teile des Wattenmeeres dauerhaft unter die Wasseroberfläche. Dann verschwinden Wattflächen genau wie Brutplätze von Küstenvögeln oder Seehundsbänke." Zu allem Übel wird weltweit das Ökosystem Ozean aus dem Gleichgewicht gebracht, weil beispielsweise der Salzgehalt des Wassers abnimmt, Sauerstoff fehlt und das Wasser saurer wird.

  • Klimawandel - Wie der Pazifik das Paradies verschluckt. alpha-demokratie weltweit, 05.10.2018 um 19:30 Uhr, ARD-alpha
  • Meeresspiegel steigen schneller als erwartet: am 3. März 2018 um 19.00 Uhr in "Gut zu wissen", BR Fernsehen.
  • Meeresspiegelanstieg - mit Gesprächsgast: Prof. Dr. Mojib Latif: am 14. Februar 2018 um 16.30 Uhr in "nano", ARD-alpha.
  • Interview mit Dr. Ingo Sasgen zum Meeresspiegelanstieg: am 14. Februar 2018 um 18.05 Uhr in "IQ" in Bayern 2.
  • Klimawandel live: Riesiger Eisberg in Antarktis abgebrochen: am 12. Juli 2017 um 18.30 Uhr in der "Rundschau", BR Fernsehen
  • Wenn das Eis in der Arktis schmilzt: am 25. September 2012 um 18.05 Uhr in "IQ - Wissenschaft und Forschung", Bayern 2.

13