Wissen - Klimawandel


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Klimaschutz im Alltag Das können Sie für das Klima tun

Weniger Auto fahren, seltener Fleisch essen, Strom sparen, bewusster einkaufen, Müll vermeiden: Klimaschutz fängt im Kleinen an. Mit diesen Tipps kann jeder seinen Beitrag leisten - und dabei auch noch Geld sparen!

Stand: 26.07.2019

Am 26. Juni 2019 war der "BR-Thementag Klimaschutz". Wir haben unsere Nutzer gefragt, was sie für das Klima tun. Es kamen zahlreiche Antworten, darunter viele gute Tipps, wie sich Verpackungsmüll einsparen lässt:

Verpackung vermeiden für das Klima

Coffee-to-go

Milliarden von Einweg-Kaffee-Bechern werden in Deutschland pro Jahr weggeworfen. Wer Umwelt und Klima schonen will, nimmt einen wiederverwendbaren Becher mit und lässt ihn befüllen. Oder er trinkt den Kaffee daheim oder im Café.

Essen zum Mitnehmen

Beim Essen zum Mitnehmen gilt das gleiche wie beim Kaffee. Wenn möglich auf Einmalverpackungen verzichten, besonders, wenn diese aus Aluminium oder Plastik sind. Ohne zusätzlichen Verpackungsmüll kommt aus, wer daheim selbst kocht oder im Restaurant isst.

Mehrweg statt Einweg

Beim Kauf von Milch, Joghurt und anderer Molkereiprodukte sollte man zu denjenigen greifen, deren Verpackungen mehrmals verwendbar sind.

Beutel statt Tüte

Wer zum Bäcker geht, kann einen sauberen Baumwollbeutel mitnehmen. Damit lassen sich Brot und Semmeln genauso gut wie in einer Einwegtüte nach Hause transportieren.

Fest statt flüssig

Bei der Körperpflege lässt sich Verpackung sparen, wenn man feste statt flüssige Produkte wählt: Seife statt Duschgel, Haarseife statt Shampoo. Zahnpasta lässt sich mit Zahnputztabletten ersetzen.

Waffel statt Becher

Ein Tipp (nicht nur) für den Sommer: Beim Kugeleis die Waffel statt des Bechers wählen. Das spart Müll und schmeckt außerdem gut!

Klimaschutz in Küche und Haushalt

  • Mit dem Einkaufskorb oder wiederverwendbaren Taschen zum Einkaufen gehen.
  • Nahrungsmittel rechtzeiitg aus dem Tiefkühlfach nehmen und dann langsam im Kühlschrank auftauen statt schnell im Mikrowellenherd.
  • Recycling-Papier statt Papier aus frischem Zellstoff verwenden.
  • In der Dusche einen Sparduschkopf verwenden. Er durchsetzt das Wasser mit Luft und senkt so den Verbrauch.

Possoch klärt: Klimaschutz in Küche und Haushalt

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Possoch klärt: In der Küche - was Du fürs Klima tun kannst, ohne was tun zu müssen! 1/3 | Bild: BR24 (via YouTube)

Possoch klärt: In der Küche - was Du fürs Klima tun kannst, ohne was tun zu müssen! 1/3

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Possoch klärt: Im Haushalt - was Du fürs Klima tun kannst, ohne was tun zu müssen! 3/3 | Bild: BR24 (via YouTube)

Possoch klärt: Im Haushalt - was Du fürs Klima tun kannst, ohne was tun zu müssen! 3/3

Strom sparen und dabei das Klima schützen

  • Nahrungsmittel rechtzeitg aus dem Tiefkühlfach nehmen und dann langsam im Kühlschrank auftauen statt schnell im Mikrowellenherd.
  • Bei Elektrogeräten Stand-by-Modus vermeiden. Mit einer Mehrfach-Steckerleiste mit Netzschalter lassen sich mehrere Geräte wie Computer, Monitor und Drucker gleichzeitig ausschalten.
  • Akkus nicht zu früh und nicht zu lange aufladen, das verkürzt deren Lebensdauer. Wenn möglich Geräte mit Netzstecker nutzen, denn die Herstellung von Akkus belastet die Umwelt.

Possoch klärt: Stromsparen für den Klimaschutz

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Possoch klärt: Strom sparen - was Du fürs Klima tun kannst, ohne was tun zu müssen! 2/3 | Bild: BR24 (via YouTube)

Possoch klärt: Strom sparen - was Du fürs Klima tun kannst, ohne was tun zu müssen! 2/3

Tipps zum Stromsparen

Was tun gegen die schlechte Ökobilanz?

Die fünf "F"s

Das können Sie tun, um Ihren eigenen ökologischen Fußabdruck ein wenig zu verkleinern:

  • weniger Fleisch
  • wohnen wie im Fass
  • weniger Fliegen
  • weniger Fahren
  • Forderungen stellen

Fleisch

Der größte Brocken in der schlechten Umweltbilanz des Menschen ist der Tierhaltung geschuldet. Je weniger Fleisch und andere tierische Produkte Sie verzehren, umso besser - für die Natur.

Fass

Ein etwas sperriges Bild, doch der Mathematiker Diogenes hat es in seiner Tonne vorgemacht: Ein etwas bescheidenerer Wohnstil rechnet sich - ökologisch. Denn unser Wohnen drückt kräftig auf die Ökobilanz. Achten Sie auf gute Isolierung, sinnvolles Lüften und behalten Sie Ihre Heiz- und Energiekosten im Auge.

Fliegen

Mit jeder Fernreise per Flugzeug hinterlassen Sie einen gewaltigen Fußabdruck. Der ist zwar nicht unbedingt größer, als wenn Sie alleine mit dem Auto verreisen. Aber ein Urlaub mit der Bahn oder in nähergelegene Ferienorte könnte eine Alternative sein.

Fahren

Bilden Sie Fahrgemeinschaften, nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel oder radeln Sie mehr.

Forderungen

Dieses "F" hat Greenpeace der Liste hinzugefügt: Stellen Sie Forderungen an den Staat! Denn der ist nicht nur Vorbild auch in Sachen Ökologie, er hat auch die Pflicht und Möglichkeit, den Rahmen zur Verfügung zu stellen, in dem nachhaltiger Konsum für Sie möglich wird.

Faktencheck: Was hilft wirklich gegen den Klimawandel?

Klimaschutz durch Fleischverzicht

Mehr Gemüse

Es gibt eine einfache und praktische Möglichkeit für jeden von uns, das Klima zu schützen: den Verzehr von Rind- und Lammfleisch, Käse und Milch zurückfahren. Denn essen wir weiter so viel Fleisch und Milchprodukte wie bisher, dann werden sich die weltweiten Emissionen aus der Landwirtschaft bis 2070 verdoppeln. Das haben schwedische Forscher vorgerechnet. (Chalmers University of Technology, 31.03.2014)

Emissionen

Fredrik Hedenus und seine Kollegen von der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg ermittelten mithilfe von gekoppelten Klima-Wirtschaftsmodellen, dass sich von heute 7,1 Gigatonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr die Emissionen der Landwirtschaft bis 2070 auf 13 Gigatonnen verdoppeln werden. Kohlendioxidäquivalente (CO2e) berücksichtigen, dass neben CO2 auch Methan oder Lachgas als Treibhausgase wirken. Um die unterschiedlichen Treibhausgase miteinander vergleichen zu können, wird jedes Treibhausgas hinsichtlich seiner Wirkung auf Kohlendioxid umgerechnet.

Methan, Lachgas, CO2

Weniger Fleisch- und Milchkonsum bedeuten gleichzeitig eine Verringerung des landwirtschaftlich bedingten Ausstoßes von Methan und Lachgas. Um Tierfutter zu produzieren wird mehr Ackerfläche benötigt, als wenn Menschen direkt über Ackerfrüchte versorgt würden. Deshalb erhöht die Fleischproduktion den Bedarf an Dünger. Darüber hinaus entsteht Methan im Verdauungstrakt von Wiederkäuern. Lachgas bildet sich vor allem durch das Ausbringen von Kunstdünger auf die Äcker. Kohlendioxid schließlich wird frei, wenn Wälder zu Äckern werden, um mehr Lebensmittel zu erzeugen.

Sonntagsbraten

Zwar könnte eine verbesserte Anbautechnik den Wissenschaftlern zufolge die Treibhausgase reduzieren. Die Umstellung der Ernährung in der Bevölkerung wäre jedoch noch effektiver: wenn 75 Prozent des Rind- und Lammfleisches und der Milchprodukte entweder durch andere Fleischsorten oder durch Gemüse und Getreideprodukte ersetzt werden. Wenn das Zwei-Grad-Ziel bis zum Ende des Jahrhunderts noch erreicht werden soll, sind Fleisch, Käse und Milch noch erlaubt, aber nicht mehr täglich, so lautet die Empfehlung der Forscher. Das größte Einsparpotenzial bietet aber eine Kombination beider Ansätze.

Rinder produzieren Treibhausgase

Rindfleisch ist aus Sicht des Klimaschutzes das schlechteste Nahrungsmittel: Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, müssen 15 Kilogramm Futter erzeugt werden. Dafür braucht man eine Fläche von 40 Quadratmetern. Auf dieser Fläche könnte man 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel ernten. Auch Unmengen von Wasser "fließen" in jedes Schnitzel. Zugleich stößt jedes Rind viel Methan aus, das als Treibhausgas noch schädlicher ist als Kohlendioxid.

Alternative Eiweißlieferanten

Klimaschutz unterwegs

Flieger

Verzichten Sie so oft wie möglich auf Flüge. Experten schätzen, dass langfristig der Flugverkehr das Klima mehr belasten wird als der Autoverkehr. Wenn es dennoch das Flugzeug sein muss, kann man für den Klimaschaden eine Ausgleichszahlung an zertifizierte Klimaschutzprojekte überweisen.

Auto

Wer energieeffizient Auto fährt, spart Sprit und Emissionen. Vorausschauend fahren und auf Rasen verzichten, so minimieren Sie unnötiges Bremsen und Anfahren. Bis zu einem Viertel Treibstoff spart, wer einige Grundregeln einhält. Oder Sie steigen auf ein Elektroauto oder ein Fahrzeug mit Hybrid-Technologie um.

Bahn

Die Bahn hat im Vergleich zu Auto und Flugzeug die bessere Ökobilanz. Laut Germanwatch erzeugt man eine Tonne Kohlendioxid mit dem Flugzeug schon nach rund 3.000 Kilometern, mit einem Mittelklasse-Auto nach etwa 7.000, mit dem Zug aber erst nach rund 17.000 Kilometern. Für die Strecke München - Köln errechnet der Umweltmobilcheck auf den Internetseiten der Bahn für eine Person 21 Kilo Kohlendioxid. Im Pkw sind es demnach hundert Kilo und im Flugzeug 83 Kilo.

Bus

Ein gut ausgebuchter Reisebus spart noch mehr Emissionen ein, im Vergleich zur Bahn bis um die Hälfte, im Vergleich mit dem Auto sogar fast 90 Prozent. Je mehr Menschen auf das Auto verzichten und auf Bahn und Bus umsteigen, umso besser, denn so steigt deren Auslastung bei gleicher Emission.

Rad

Für Kurzstrecken ist das Rad zu empfehlen. Denn gerade bei kaltem Motor verbraucht ein Auto viel mehr Sprit, als wenn er warmgefahren ist. Darüber hinaus sind dann auch die Schadstoff-Emissionen höher. Direkt nach dem Start verbrennt ein kalter Motor Höchstmengen an Sprit - in etwa ein Verbrauch von dreißig bis vierzig Liter pro hundert Kilometer.

Lastenfahrrad

Mit einem Lastenfahrrad oder einem Fahrradanhänger lassen sich auch größere Einkäufe mit dem Fahrrad transportieren. Das spart Fahrten mit dem Auto ein. Wer Schweres transportieren oder oft steile Hänge hinaufstrampeln muss, kann überlegen, ob sich der Kauf eines E-Bikes lohnt.

Kreuzfahrtschiff

Reiseveranstalter werben für Kreuzfahrten mit Bildern von eindrucksvollen Schiffen vor strahlend blauem Himmel. In der Realität stoßen die meisten Kreuzfahrtschiffe jedoch gewaltige Mengen an Feinstaub, Ruß, Stickoxiden und Schwefeloxid aus. Wer trotzdem eine Kreuzfahrt buchen will, sollte darauf achten, ob sein Schiff zumindest mit moderner Abgastechnik ausgerüstet ist.

Klimaschutz-Tipps für Autofahrer

Studie: Wie viel ist uns der Klimaschutz wert?

Spenden für den Klimaschutz

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg wollten herausfinden: Wie viel ist den Menschen der Klimaschutz wert? Dazu nutzten sie ein psychologisches Spiel, das aus der Verhaltensökonomie stammt, ein sogenanntes "Public-Goods-Game".

In dem Experiment wurden fast 200 Studenten in Sechser-Gruppen eingeteilt und vor folgende Situation gestellt: Jeder Proband bekommt ein Anfangskapital von je 40 Euro. In jeder der zehn Runden des Spiels können die Teilnehmer einen Teil davon für eine Anzeigenkampagne über den Klimawandel spenden. Wenn eine Gruppe mindestens 120 Euro zusammenträgt, bekommt jeder Mitspieler 45 Euro Prämie. Absprechen können sich die Probanden während des Spiels übrigens nicht.

Prämien motivieren

In rund zwei Dritteln der Versuche erreichten die Gruppen das Spendenziel. Allerdings nur, wenn sie die Prämie gleich ausbezahlt bekamen. Andere Gruppen mussten sieben Wochen darauf warten. Bei diesen bekam nur noch ein Drittel die notwendigen 120 Euro zusammen. Es gab aber auch Gruppen, die gar nichts ausbezahlt bekamen. Wenn diese das Spendenziel erreichten, wurde das Geld dazu benutzt, Eichen zu pflanzen und so etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Eigennutz vor Zukunft

Das Ergebnis war ernüchternd: Die Gruppen, die in den Klimaschutz investieren konnten, erreichten in keinem einzigen Fall das Spendenziel. Die Forscher vom MPI für Meteorologie folgern daraus: Eine sofortige Belohnung motiviert weit mehr als die Aussicht, etwas für künftige Generationen zu tun. Die Menschen werden also nur dann in den Klimaschutz investieren, wenn sie selber etwas davon haben. Daher sollte man auf aktuelle Vorteile hinweisen, etwa, dass die Energiewende schon heute neue Arbeitsplätze schafft.

  • Bayerns Umweltminister Glauber mahnt zu bewussterem Fleischkonsum. radioWelt, 09.08.2019 um 06:05 Uhr, Bayern 2
  • Mit gutem Gewissen fliegen - CO2-Kompensierung. Gut zu wissen, 27.07. um 19:00 Uhr, BR Fernsehen
  • Der Rebound-Effekt im Klimaschutz. radioWelt, 10.05.2019 um 06:05 Uhr, Bayern 2
  • Klimahelden – Was jeder tun kann. Planet Wissen, 07.05.2019, 18:15 Uhr, ARD-alpha
  • Mit einfachen Tricks Energie einsparen. Notizbuch, 07.02.2019, 10:05 Uhr, Bayern 2
  • Prof. Gerhard Reese, Umweltpsychologe: Warum uns Verhaltensänderungen so schwerfallen. radioWelt, 25.01.2019, Bayern 2

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