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Verkehr Streit um den Brenner-Nordzulauf

Der Brenner-Basistunnel soll den Zugverkehr zwischen Italien, Österreich und Deutschland verbessern. Außerdem ist er Teil eines europäischen Schienennetzes, das die Straßen entlasten soll. Je mehr Menschen und je mehr Güter mit dem Zug fahren, desto weniger Autos und LKWs sind auf den Autobahnen unterwegs. Der Weg von Deutschland hin zum Brenner-Basistunnel ist der Brenner-Nordzulauf.

Von: Anne Buchholz, Johanna Kempter und Bernhard Schulz

Stand: 11.10.2019

Was ist der Brenner-Basistunnel?

Der Brenner-Basistunnel ist ein Tunnel für Züge, der quer durch die Alpen gehen wird. Dieser Tunnel soll die Autobahn entlasten, die über den Brennerpass führt. Bisher ist die Autobahn über den Brenner die schnellste Verbindung zwischen Deutschland und Italien und führt durch Österreich. Der Tunnel wird durch das Gebirge weit unterhalb der Straße verlaufen. Die Strecke wird über 60 Kilometer weit durch den Fels führen. Ein Zug, der durch diesen Tunnel fahren wird, kann natürlich viel schneller auf der anderen Seite sein, als ein LKW, der sich über den Pass quälen muss.

Wer baut den Tunnel?

Der Brenner-Basistunnel wird von Österreich und Italien gemeinsam gebaut. Er führt vom österreichischen Innsbruck zum italienischen Franzenfeste, das auch den italienischen Namen Fortezza trägt. Seit 2007 wird an dem Tunnel gebaut, bis die Gleisröhren durch das Gebirge fertig sind, wird es noch einige Jahre dauern.

Was hat Bayern damit zu tun?

Ein Tunnel für Züge macht nur Sinn, wenn die Züge auch dorthin fahren können. Die einzig sinnvolle Zugstrecke von Deutschland zum Brennerbasistunnel führt durch das bayerische Inntal. Das ist der sogenannte Brenner-Nordzulauf. Die Gleise für den Brenner-Nordzulauf müssen erst noch gebaut werden.

Wer entscheidet, wo die Gleise gebaut werden?

Bevor eine neue Zugstrecke gebaut werden kann, muss sie genehmigt werden. Das ist ein langer und komplizierter Weg. Zuerst entwirft die Bundesregierung in Berlin den sogenannten Bundesverkehrswegeplan. Erst wenn dieser Plan vom Bundestag, also dem Parlament, genehmigt wurde, kann eine Strecke gebaut werden. Am stärksten beteiligt ist also das Bundesverkehrsminsterium und somit der Bundesverkehrsminister. Gebaut wird die genehmigte Strecke dann von der Deutschen Bahn.

Warum gibt es Ärger?

Im bayerischen Inntal gibt es zwar schon eine Bahnstrecke, aber die ist zu klein. Das heißt, es können nicht genügend Züge mit Lastcontainern darauf fahren, um den Brenner-Basistunnel richtig ausnutzen zu können. Das ist ein Engpass und neue Gleise sind nötig. Das ist schon seit Jahren bekannt, aber bisher steht noch nicht einmal fest, wo und wie die neuen Gleise verlaufen sollen. Deswegen gibt es Ärger, denn die Anwohner in den bayerischen Gemeinden entlang der Strecke hätten gerne auch ein Wörtchen mitgeredet. Schließlich fahren in Zukunft die Züge ja direkt an ihren Häusern vorbei. Der Platz im Inntal ist nämlich begrenzt. Viele Anwohner im Inntal möchten, dass die Gleise, die es bereits gibt, ausgebaut werden. Die Strecke soll also die gleiche bleiben, aber es sollen mehr Züge darauf fahren können. Diese Möglichkeit steht aber gar nicht zur Auswahl. Das ärgert viele Anwohner.

Mit dem Thema hat sich die 4b der Otfried-Preußler-Grundschule aus Stephanskirchen beschäftigt.

Für den Brenner-Nordzulauf interessieren sich die Kinder der Klasse 4b ganz besonders. Einige von ihnen sind von dem geplanten Schienenbau direkt betroffen. Eine weitere Besonderheit: In der Klasse gibt es drei Zwillingspärchen. Zwei Buben, zwei Mädchen und ein Mädchen und ein Bub. Ob eineiig oder zweieiig, das könnt ihr vielleicht auf dem Klassenfoto rausfinden.


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