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klaro-Thema: Ernährung Foodwatch kritisiert Coca-Cola wegen Zuckermengen

Verbraucherschützer haben zuckerhaltigen Getränken den Kampf angesagt. Die Organisation Foodwatch greift in ihrem Bericht vom April 2018 die Firma "Coca-Cola" scharf an und gibt dem Getränkehersteller die Mitschuld daran, dass immer mehr Menschen dick und krank werden. Deshalb fordert Foodwatch: Die Regierung soll von Limoherstellern eine Zuckersteuer verlangen.

Von: Susanna Gruber

Stand: 11.04.2018

Zeichnung von Jana der Volkschule Oberthulba | Bild: BR

Weit mehr als die Hälfte der sogenannten Erfrischungsgetränke in Deutschland sind nach einer Foodwatch-Studie überzuckert. Sie enthalten mehr als vier Stücke Würfelzucker pro Glas (0,25 Liter).

"Die Zuckergetränke von Coca-Cola sind flüssige Krankmacher."

Oliver Huizinga, Foodwatch

Vor allem Jungen zwischen 14 und 17 Jahren trinken laut Robert-Koch-Institut im Schnitt etwa einen halben Liter Zuckergetränke pro Tag  – 15-mal so viel, wie für Jugendliche empfohlen wird, sagt Oliver Huizinga, der den Coca-Cola-Report von Foodwatch geschrieben hat. Er erklärt, warum Limonaden mit viel Zucker besonders dick machen, mehr jedenfalls als eine Pizza oder ein Tortenstück. Denn der Energielieferant Zucker ist in der Flüssigkeit unsichtbar aufgelöst.

"Man nimmt viele Kalorien auf, ohne gesättigt zu werden. Das ist die Gefahr."

 Oliver Huizinga, Foodwatch

Inzwischen gilt jeder zehnte Jugendliche als fettleibig, jeder vierte Erwachsene ist zu dick, wie Studien zeigen.

Eine Zuckersteuer soll Limos teurer machen

So viel Zucker! In Erfrischungsgetränken wie Limo, Cola oder Energy-Drinks ist viel Zucker enthalten.

Foodwatch verlangt von Coca-Cola und den anderen Limonadenherstellern, dass sie deutlich weniger Zucker in ihre Getränke mischen. Damit die Konzerne das auch wirklich so machen, soll die Bundesregierung von ihnen extra Geld für überzuckerte Getränke verlangen - eine Zuckersteuer. Dann werden Colas und Limos wohl teurer. Die Verbraucherschützer hoffen auch, dass die Menschen solche Getränke dann nicht mehr so oft kaufen.

Zuckersteuer in Großbritannien

In Großbritannien gibt es seit Anfang April eine Steuer auf süße, zuckerhaltige Softdrinks wie Cola und Limo. So wollen die Politiker gegen Übergewicht bei Kindern vorgehen. Das Geld, das durch die Steuer eingenommen wird, soll für den Schulsport ausgegeben werden.

Michelle hat süße Verlockungen gemalt. Es ist ja nicht nur die süße Limonade, die viel Zucker enthält.

Die deutsche Ernährungsministerin Julia Klöckner von der CDU findet die Idee einer Zuckersteuer zwar verlockend. Sie glaubt aber nicht, dass das Problem damit gelöst wird und Kinder dann nicht mehr zu viel Süßes trinken und essen. Sie findet es besser, wenn Kinder und Eltern besser darüber informiert werden, was gesund und was ungesund ist. Andere Politiker, etwa von den Grünen oder der Linken, sind für eine "Ernährungsampel" auf den Flaschen und Verpackungen. Die Farben Rot, Gelb und Grün sollen dann genau zeigen, wie süß, salzig oder fettig Lebensmittel und Getränke sind.

Foodwatch kritisiert Cola-Werbekampagnen für junge Menschen

Die Verbraucherschutzorganisation wirft Coca-Cola in ihrem Bericht vor, im Internet und im Fernsehen gezielt Werbung für Kinder und Jugendliche zu machen und für solche Kampagnen Millionen auszugeben. Damit verstoße der Konzern gegen seine Zusage, keine Werbung an Kinder unter zwölf Jahren zu richten, sagte Foodwatch-Chef Martin Rücker. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Coca-Cola-Deutschlandchef Patrick Kammerer erklärte, seit Jahren würden sämtliche klassische Limos auch in zuckerfreien Varianten angeboten. Für Foodwatch sind das nur Ausflüchte.


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