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radioMikro-Kinderbuch-Tipp Zelten mit Meerschwein (Mareike Krügel)

Wenn man in den Wald geht, kommt man mutiger wieder heraus: Das gilt auch für Anton, der mit seiner Mutter und seinem Meerschweinchen Pünktchen - verbotenerweise - in den Wald zum Zelten geht. Ein Kinderbuch, das Mut macht! Es geht um Anderssein und die Überwindung von Ängsten, um Fürsorge und Freundschaft.

Von: Inga Nobel

Stand: 23.04.2018

Buchcover "Zelten mit Meerschwein" von Mareike Krügel | Bild: Verlag Beltz & Gelberg, Montage: BR

Auf die großen Ferien freuen sich fast alle Kinder. Auch Anton, fast neun Jahre alt, sehnt sie herbei, denn in der Schule lief es in letzter Zeit nicht so gut. Doch dann sagt sein Papa den gemeinsamen Urlaub ab und seine Mama eröffnet ihm, dass sie ihren Job verloren hat und sie sparen müssen. Zum Glück hat Antons Mama dann doch noch die ferienrettende Idee: Sie gehen Campen – mit einem Zelt und Meerschweinchen Pünktchen im Gepäck.

Verrückte Ferien

Zunächst steht auch der Urlaub unter keinem guten Stern: Weil der Campingplatz am See überfüllt ist, landen Anton und seine Mama im Wald, wo Zelten eigentlich verboten ist. Zum Frühstück gibt es nun Kekse, mittags Äpfel und abends Tütensuppe. Dazwischen bekommt das Meerschwein einen Hindernislauf gebaut, Anton stromert durchs Unterholz und ist mit seinem Leben ganz zufrieden, denn er ist ganz gern allein.

Infos zum Buch:

Zelten mit Meerschwein
von Mareike Krügel
Mit Illustrationen von Nele Palmtag
Verlag Beltz & Gelberg
Ab acht Jahren (und zum Vorlesen!)

Doch die Tage im Wald werden zum Abenteuer. Pünktchen verschwindet kurzzeitig, der Förster entdeckt das Zelt und Anton lernt Liane kennen. Die ist schon zwölf und ziemlich wild. Eigentlich hat Anton ein bisschen Angst vor ihr – aber dann freunden sich die beiden ganz vorsichtig an und stehen einander bei, als es darauf ankommt.

"Plötzlich hielt ich an. Vor mir auf dem Boden befanden sich zwei sehr schmutzige Füße, die nicht mir gehörten. Sie steckten in bräunlichen Flip-Flops, und wenn man an ihnen hinaufschaute, steckte an ihnen ein ziemlich großes, grimmig dreinblickendes Mädchen. 'Was machst du da?' sagte das Mädchen, und seine Stimme passte zu dem grimmigen Gesichtsausdruck. (...) Ich musste auf der Hut sein. Das Mädchen war größer als ich, es bewegte sich offenbar lautlos und es kam vom Campingplatz. Das klang ein bisschen gefährlich, fand ich. Außerdem war es ziemlich dreckig. Dreckige Mädchen waren selten. Vielleicht hatte ich es mit einer ganz neuen Mädchen-Art zu tun."

aus: Zelten mit Meerschwein

So gefällt uns das Buch:

"Zelten mit Meerschwein" ist eine sommerliche Geschichte über Freundschaften – zwischen Menschen und zwischen Mensch und Tier. Denn Pünktchen ist für den schüchternen Anton ein wichtiger Halt in seinem Leben, das gerade ziemlich durcheinander ist. Das alles wird in guten Dialogen und einer schönen Sprache erzählt; ab und an illustrieren comichafte Schwarz-Weiß-Zeichnungen die Geschichte. Gut ist, dass das Buch spannend ist und gleichzeitig nachdenklich macht, wie man mit anderen Menschen umgehen sollte. Und lachen kann man auch immer wieder.


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