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klaro-Thema: Wespen Wespen töten verboten

Manche Menschen geraten in Panik, wenn eine Wespe in ihre Nähe kommt und schlagen wild um sich. Was viele nicht wissen: Wer eine Wespe ohne vernünftigen Grund tötet oder die Nester zerstört, dem droht ein hohes Bußgeld.

Von: Susanna Gruber

Stand: 21.07.2018

Zeichnung von Carolin aus  der Grundschule Miesbach | Bild: BR

In Bayern ist für das Fangen, Verletzen und Töten besonders geschützter Wespenarten ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro möglich. Das ist so viel, wie manche Erwachsene in einem ganzen Jahr verdienen. Wespen sind als wild lebende Tiere durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt.

Gefährdete Arten

Besonders geschützte Wespen sind zum Beispiel die Kreiselwespe und die Knopfhornwespe. Auch Hornissen sind eine Wespenart und stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Der Artenexperte Klaus Mandery vom Bund Naturschutz in Bayern kennt jedoch keinen Fall, bei dem ein Bußgeld verhängt wurde. Er lobt aber, dass der Schutz der Hornissen vor vielen Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes ist. Denn damals war die Art fast ausgestorben. Jetzt gibt es laut Klaus Mandery wieder viele Hornissen.

Wespenumsetzer kämpft gegen die Angst

Claus Schenk arbeitet ehrenamtlich als Wespen- und Hornissenumsetzer im Landkreis Bad Kissingen. Er entfernt Nester und zieht diese um. Seine wichtigste Arbeit ist aber, wie er selbst sagt, der Kampf gegen die Angst.

"Wespen und Hornissen sind friedliche Tiere – wenn man ein paar Regeln beachtet."

Claus Schenk, Wespen- und Hornissenumsetzer

Wer ein Wespennest etwa am Balkon oder im Garten entdeckt, kann Experten wie Wespenumsetzer, die Feuerwehr oder Schädlingsbekämpfer rufen.

Die Experten empfehlen:

  • Ruhig bleiben, nicht herumfuchteln.
  • Süßigkeiten, Kuchen, Limonade und so weiter abdecken.
  • Wespen nicht anpusten (das ist für sie ein Alarmsignal).
  • Nie in Wespennestern herumstochern.

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