16

klaro-Lupe: Plastikmüll Plastik im Meer bedroht Wale und Fische

Es war eine schlimme Entdeckung, die norwegische Forscher gemacht haben: Sie fanden im Bauch eines toten Wals 30 Plastiktüten und jede Menge kleine Plastikteilchen.

Von: Friederike Breyer und Tina Gentner

Stand: 16.02.2017

Zuerst waren die norwegischen Forscher sehr überrascht und hatten sich gefreut, denn ein Cuvier-Schnabelwal kommt in ihren Gewässern nur sehr selten vor. Weil das Tier immer wieder in Richtung Land schwamm, mussten die Wissenschaftler das Tier jedoch töten. Und dann machten sie die grausige Entdeckung: jede Menge Plastikmüll im Magen des Tieres.

Die Forscher gehen davon aus, dass der Wal ziemlich gelitten hat, weil der Müll einen Pfropfen in seinem Magen gebildet hat. Der Wal hat deshalb wohl kaum mehr gefressen und hatte nur noch eine dünne Speckschicht.

Wie kommt das Plastik ins Meer?

Eine Meeresschildkröte versucht eine Plastiktüte zu fressen.

Immer wieder sterben Meeresbewohner wie Wale, Fische oder Seevögel, weil sie Plastikteile fressen oder verschlucken, die durch uns Menschen ins Meer gelangt sind. In Deutschland landet jeden Tag ungefähr eine Tonne Plastik im Meer.

Das können Tüten und Plastikgegenstände wie Sandschaufeln und -eimer sein, die vom Strand ins Wasser gespült werden, aber auch bei uns zu Hause gelangt Plastik ins Wasser: So reiben sich zum Beispiel beim Waschen in der Waschmaschine immer klitzekleine Teilchen der Kleidung ab und gelangen so ins Abwasser. Oft sind auch in Zahnpasta, Duschgel oder Peelingcremes kleine Plastikteilchen, die wir dann durchs Waschbecken hinunterspülen. Natürlich entsteht auch in der Industrie Plastikabfall, der manchmal im Meer landet.

Warum ist Plastik so besonders schlimm?

Nachgefragt: Was kann man tun?

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: so wenig Plastik wie möglich benutzen! Keine Plastiktüte beim Einkaufen, sondern die eigene Stofftasche mitbringen. Bei Zahnpasta und Cremes darauf achten, dass keine Plastikteilchen enthalten sind und natürlich niemals Müll einfach ins Meer oder in einen Fluß werfen.

Plastik löst sich nur ganz langsam auf. Deshalb haben wir es ja auch so gern: Es hält und hält und hält und geht kaum kaputt. Es kann bis zu 400 Jahre dauern, bis sich Plastik komplett auflöst. Im Meer werde die Plastikteile zudem über die Jahre immer kleiner. Und das ist noch schlimmer: So gelangen die Teilchen noch leichter in die Nahrung der Meeresbewohner und können wie im Fall des Wals ihre Mägen verstopfen.


16