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Volksbegehren Artenvielfalt Bauern fällen Obstbäume

In mehreren bayerischen Landkreisen sind im Mai 2019 Obstbäume gefällt worden. Der Grund dafür ist weder eine Baumkrankheit, noch ein Käfer, der sich am Baum zu schaffen macht. Es geht um das geplante Artenschutzgesetz.

Von: Johannes Keller

Stand: 29.05.2019

Blühende Obsbäume auf einer Wiese bei Au. | Bild: BR

Die Vorgeschichte:

Anfang Februar sammelten Umweltschützer Unterschriften in ganz Bayern, um Tier- und Pflanzenarten besser zu schützen. 1,7 Millionen Menschen trugen sich für das Volksbegehren "Rettet die Bienen" in Listen ein. Das sind mehr Menschen als in München wohnen.

Die bayerische Regierung reagierte schnell: Kurz nach der Abstimmung trafen sich Politiker aus der Regierung, Umweltschützer und mehrere Verbände, die sich für Landwirte und Waldbauern einsetzen. Es wurde verhandelt, was alles in dem neuen Artenschutzgesetz geregelt sein soll. Alle Teilnehmer mit ihren verschiedenen Interessen sind zu Wort gekommen.

 Die wichtigsten Ergebnisse gibt es in der Bildergalerie:

Das aktuelle Problem:

In den Verhandlungen ging es unter anderem um Obstwiesen. Ab einer gewissen Größe sollen sie zu Biotopen werden, also zu geschützten Bereichen. Das bedeutet, dass dort zum Beispiel keine Bäume mehr gefällt, und keine chemischen Mittel mehr benutzt werden dürfen.

Diese Nachricht hat viele Obstbauern beunruhigt, weil sie Angst haben, dass sie auf ihren eigenen Obstwiesen durch das geplante Gesetz nicht mehr das Sagen haben. In den fränkischen Landkreisen Roth und Forchheim und im oberbayerischen Landkreis Rosenheim sind deswegen Obstbäume gefällt worden.

Die mögliche Lösung:

Die bayerische Regierung versucht die Bauern zu beruhigen. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber fährt beispielweise in alle sieben Regierungsbezirke und trifft sich vor Ort mit den Landwirten. Sie betont, dass in Ausnahmefällen weiter gegen Schädlinge chemische Mittel eingesetzt werden dürfen. Außerdem sei das Gesetz noch nicht festgeschrieben.

Die Verhandlungen gehen also weiter. Ein Vorschlag ist, den betroffenen Obstbauern Geld zu geben, als eine Art Entschädigung, wenn sie nicht mehr so viel Obst ernten wie zuvor. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Ab Mitte Juli soll das Gesetz fertig sein.


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