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klaro-Thema: Tierschutz Neues Siegel für das Tierwohl

Wer im Supermarkt Wurst oder Fleisch einkauft, weiß meistens wenig darüber, wie das Tier einmal gelebt hat. Mit einem neuen Siegel soll sich das ändern. Doch es gibt einen Haken.

Von: Johannes Keller

Stand: 13.02.2019

Zeichnung von Jana, Yunus und Eric aus der Klasse 4c der Grundschule Ottobrunn an der Lenbachallee  | Bild: BR

Wenn man die Verpackung von Fleisch und Wurst im Supermarkt aufmerksam liest, bekommt man jede Menge Informationen zum Beispiel über Inhaltsstoffe oder die ideale Kühltemperatur. Allerdings erfährt man wenig darüber, wie das Tier einmal gelebt hat. Das soll sich ab nächstem Jahr ändern. Die Regierung plant ein neues Siegel, also eine Art Stempel auf der Verpackung der Lebensmittel.

Los geht’s mit den Schweinen

Diese Schweine haben ausreichend Platz und genießen eine Dusche im Stall.

Dieses Siegel soll Tiere auszeichnen, die unter guten Bedingungen gelebt haben. Ab 2020 soll zunächst einmal Fleisch und Wurst von Schweinen gekennzeichnet werden. Die Landwirte und Tierhalter, die sich daran beteiligen, müssen dann zum Beispiel dafür sorgen, dass ihre Schweine mehr Platz im Stall haben, als es in Deutschland per Gesetz festgelegt ist.

Bisher ist nämlich der vorgeschriebene Platz, den Schweine im Stall mindestens haben müssen, nur ungefähr so groß wie ein gewöhnlicher Tisch in einem Schulklassenzimmer.

Alles nur freiwillig

2020 soll das Tierwohl-Siegel auf den ersten Verpackungen zu finden sein.

Eigentlich ein guter Plan von der Regierung, doch eine Sache stört viele Tierschützer. Landwirte und Tierhalter können sich freiwillig beteiligen. Es wird also vermutlich auch weiter riesige Ställe von Firmen geben, die Schweine auf engstem Raum halten. Trotzdem ist es ein erster Schritt. Und eins ist sicher: Wenn ein Tier dieses Siegel bekommt, dann hatte es im Gegensatz zu vielen anderen Schweinen ein "saugutes" Leben.


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