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Steine als Nahrung? Warum Tiere Steine fressen

In Büchern gibt es Figuren, die sich von Steinen ernähren. Man denke nur an den Steinbeißer aus Michael Endes "Unendlicher Geschichte", der auf dem Weg zum Elfenbeinturm sein Felsenfahrrad auffrisst. Aber in Wirklichkeit? Steine sind ja alles andere als appetitlich. Tatsächlich gibt es einige Tiere, die aus gutem Grund Steine fressen. Warum? Hier erklären wir es dir!

Von: Veronika Baum und Mischa Drautz

Stand: 11.10.2021

Maskenbildnerin Ina-Maria Charanza restauriert im Filmpark Babelsberg in Potsdam das Originalexponat "Steinbeißer-Vater" aus dem Kinofilm "Die Unendliche Geschichte Teil III". | Bild: picture alliance / dpa | Nestor Bachmann

Warum Vögel Steine verschlucken

Vögel haben in ihren Schnäbeln keine Zähne. Daher verschlingen Hühner, Tauben und viele andere Vögel mit Absicht neben ihrer Nahrung auch kleine Steinchen. Sie helfen dabei, im Magen das Futter zu zerkleinern und zu verdauen. Die Vögel haben also eine Art "Magen-Mühle". Welcher Vogel schon mal ein Ein-Kilo-Brocken im Bauch haben kann, erfährst du von radioMikro-Reporter Mischa Drautz.

Warum Dinos Steine fraßen

Auch in den Mägen von Urzeittieren haben die Wissenschaftler Steine gefunden. Warum die riesigen Pflanzenfresser wie beispielsweise der Brachiosaurus Steine fraßen, ist allerdings nicht so klar, wie bei ihren Nachfahren, den Vögeln. Das Futter der Brachiosaurier waren riesige Mengen von Blättern von Farnen, Ginkgo und Nadelbäumen. Aber er besaß keine Magenmühle. Die Steine aß er wohl nur, um seinen "Mineralstoffbedarf" zu decken: also als eine Art Vitamintablette für Dinos.

Warum Krokodile Steine fressen

Das Krokodil nutzt tatsächlich das Gewicht der Steine: Um sich im Wasser anzuschleichen, helfen dem Krokodil Steine im Magen. In ihrer Lauerstellung können sich die Panzerechsen nämlich nur halten, wenn sie nicht zu leicht sind. Deshalb fressen sie Steine. Das Gewicht der Steine zieht die Tiere unter Wasser, ihr Rücken bleibt so im Wasser verborgen.

Steine als Leibspeise

Ein Tier, das Biologen erst vor Kurzem auf einer Insel in Südostasien entdeckt haben, frisst tatsächlich Steine. Es heißt Lithoredo abatanica – und ähnelt vom Aussehen einem winzigen Wurm. In echt ist es eine Muschel. Die Schalen dieser Muschel sind kräftige Bohrwerkzeuge, mit denen sie sich durch Kalkstein fräst und diesen eben futtert. Was bei der verrückten Muschel nach dem Verdauen dann rauskommt? Hör selbst!


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