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klaro-Thema: Flüchtlinge Seenotrettung in Not

Noch immer treiben Schlauchboote mit Flüchtlingen an Bord durch das Mittelmeer Richtung Europa. Um sie vor dem Ertrinken zu retten, schickt die Europäische Union Schiffe. Diese bringen die Geretteten größtenteils nach Italien – zumindest war das bisher so.

Von: Johannes Keller

Stand: 26.07.2018

Zeichnung von Tobias aus der Klasse 4c der Grundschule an der Forellenstraße | Bild: BR

Der Weg für Flüchtlinge, die von Afrika nach Europa wollen, ist gefährlich. Sie müssen das Mittelmeer überqueren, das die beiden Kontinente trennt. Dafür setzen sich Flüchtlinge meist in überfüllte Schlauchboote von sogenannten Schleppern. Das sind Geschäftemacher, die viel Geld für die Überfahrt verlangen. Ihre Boote sind meist alt und nicht sicher. Viele Flüchtlinge kommen auf dem Mittelmeer ums Leben.

EU-Mission "Sophia" hilft Flüchtlingen in Seenot

Die Länder der Europäischen Union (EU) schicken deswegen große und sichere Schiffe, um die Flüchtlinge auf dem Meer zu retten. Unter dem Namen "Mission Sophia" wollen sie den Menschen in Seenot helfen. Außerdem wollen sie versuchen, die krummen Geschäfte der Schlepper zu beenden. Seit Juni 2015 konnten rund 50.000 Menschen vor dem Tod gerettet werden.

Italien will Häfen blockieren

Größtenteils werden die Geretteten in italienische Häfen gebracht. Denn Italien liegt am Mittelmeer. Doch Italien fühlt sich mit den vielen hilfsbedürftigen Menschen alleine gelassen und droht im Sommer 2018 damit, seine Häfen komplett zu blockieren. Die Regierung will nicht, dass alle Geretteten in Italien landen.

Was nun?

Das sorgte in der EU für viele Diskussionen. Die meisten sind der Meinung, dass man den Menschen weiterhin helfen, allerdings eine andere Verteilung der Flüchtlinge auf die EU-Länder vereinbaren muss. Andere sagen, dass durch die Rettung im Mittelmeer nach wie vor Schleppern geholfen wird, ihre krummen Geschäfte machen zu können.

Im Moment gibt es die Idee, die geretteten Menschen nach Nordafrika zurückzubringen und dort zu klären, wer einen Schutzanspruch hat, also nach Europa kommen kann, und wer nicht. Auf jeden Fall braucht die EU dringend eine Lösung. Denn in einem Punkt sind sich alle Seiten einig: So wie es ist, kann es nicht weitergehen.


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