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Schnecke Schleimiger Kriecher

Es gibt auf der Welt über 40.000 Schneckenarten - von wenigen Millimetern bis zu 75 Zentimetern groß. Schnecken leben nicht nur an Land, sondern auch im Meer und im Süßwasser. Auch wenn viele Gärtner Schnecken bekämpfen, die Weichtiere sind faszinierend und schön: So diente die Kaurischnecke in Afrika viele Jahrhunderte lang als Zahlungsmittel.

Von: Veronika Baum, Börni Schulz und Mischa Drautz

Stand: 26.08.2018

Eine Schnirkelschnecke sitzt auf einer Weinbergschnecke. | Bild: colourbox.com

Schnecken können sehr unterschiedlich aussehen und auch an sehr unterschiedlichen Plätzen leben. Es gibt sie im Wasser genauso wie an Land und einige wohnen sogar unterirdisch wie die Maulwürfe.

Gemeinsam mit einem Schneckenforscher hat Anna die Häuser von Weinbergschnecken untersucht. Schau dir ihre Sendung dazu an!

Ein wahres Schockmonster ist die Walisische Geisterschnecke - nicht für Gärtner, aber für Regenwürmer: Sie lebt unter der Erde, ist fahlweiß und hat dolchartig gebogene, scharfe Fangzähne im Maul. Der Regenwurm wird gepackt und am Stück verschlungen. Die verschiedenen Schnecken fressen natürlich auch verschiedene Dinge. Dazu haben sie eine Raspelzunge, die Radula. Sie ist mit Tausenden kleiner Zähnchen besetzt. Mit dieser Zunge raspelt die Schnecke ihre Nahrung zu einem Brei.

In sauberen Gewässern sind Tellerschnecken zu Hause.

Die Schnecken, die wir im Garten finden, fressen im Allgemeinen alles, was ihnen in die Quere kommt. Heruntergefallene Äpfel, Blätter und Blumen, Zucchini und natürlich am liebsten Salat. Sie kriechen auf ein Blatt hinauf, suchen sich eine besonders leckere Stelle und raspeln den Salat mit der Zunge klein. Gleichzeitig wird die Zunge dabei zu einem kleinen Fließband, das die Nahrung direkt in den Mund hineinschiebt. Praktisch! Es gibt aber auch giftige Schnecken mit Giftzähnen auf der Zunge: Sie leben tief im Meer und fangen Fische. Und es gibt Schnecken, die gerne Fleisch fressen und deren Zunge deswegen besonders scharfe Zähne besitzt. 

Wie schnell ist eigentlich das "Schneckentempo"?

Als Schutz vor anderen Tieren und vor dem Austrocken tragen Schnecken ein Haus.

Herausfinden, wie schnell eine Schnecke kriecht?! Das ist doch eine sehr gemütliche Aufgabe: Schließlich kommt dieses Tier bekanntlich nur im Schneckentempo voran – also gaaanz langsam. Die "Forschungsstation" ist eine einfache Glasscheibe. Damit sich die "Forschungsschnecke", eine große Nacktschnecke, dort auch wohl fühlt, wird die Glasscheibe mit Wasser bespritzt. Schnecken mögen es feucht. Schon bald streckt die Schnecke die Fühler aus ...

Schützender Schleim

Die Spanische Wegschnecke ist bei uns sehr verbreitet.

Von oben betrachtet ist nicht zu erkennen, wie sie so schnell vorankommt. Lautlos – und scheinbar mühelos – gleitet die Schnecke über die Glasscheibe. Nur die Schleimspur, die sie hinter sich her zieht, sieht man deutlich. Dieser Schleim ist so eine Art "Straßenbelag", den die Schnecke aufträgt, um ihren empfindlichen Körper vor Verletzungen zu schützen. Er kommt aus einer Drüse, die kurz hinter ihren Lippen liegt. Durch das Schleimbett ist die Schnecke perfekt geschützt: Sie kann sogar über eine messerscharfe Rasierklinge kriechen ohne sich zu verletzen.

Pure Muskelkraft

Eine Schnirkelschnecke kriecht über eine Glasscheibe.

Wie die Schnecke vorankommt, versteht man, wenn man sie von unten betrachtet: Der Schneckenkörper sieht auf der Unterseite fast aus wie gestreift. Immer wieder sind dunkle Schatten zu sehen, die den kleinen Körper von hinten nach vorne durchlaufen. Diese Wellen sind die Muskeln der Schnecke. Um vorwärts zu kommen, spannt sie die Muskeln an und lässt dann wieder los. Wenn diese Muskelwelle einmal von hinten nach vorne durch den gesamten Köper der Schnecke gelaufen ist, dann hat sich die Schnecke ein klitzekleines Stückchen nach vorne bewegt. Eine unvorstellbare Anstrengung: Eine Schnecke hat ja keine Knochen – sie bewegt sich also allein durch Muskelkraft! 

Wer gewinnt: Die Häuschenschnecke oder die Nacktschnecke?

Bei einem Schneckenrennen ist die Nacktschnecke im Vorteil, weil sie im Vergleich zur Körperlänge eine größere Kriechsohle hat. Damit können die Nacktschnecken schneller und mehr Schleim produzieren. Die Kriechsohle einer Gehäuseschnecke ist dagegen relativ kurz. In Zahlen: Eine Weinbergschnecke kommt auf sieben bis acht Zentimeter pro Minute. Eine Nacktschnecke käme auf elf bis zwölf Zentimeter pro Minute, wenn sie die ganze Zeit Vollgas gibt. Das Tempo ist dabei ganz wesentlich von der Feuchtigkeit bestimmt.


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