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Verwandlungskünstler Schmetterling - Von der Raupe zum Falter

Sie heißen Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz oder Kleiner Fuchs - und schillern allein in Deutschland in einer bunten Vielfalt von rund 3700 Arten. Schmetterlinge sind wundervolle Insekten und gleichzeitig geheimnisvolle Verwandlungskünstler: Aus den Eiern entwickeln sich kleine Raupen, die sich später verpuppen und am Ende in einen zauberhaften, bunten Schmetterling verwandeln.

Von: Veronika Baum

Stand: 05.07.2021

Ei - Raupe - Puppe - Schmetterling

In dem Bilderbuchklassiker "Die kleine Raupe Nimmersatt" heißt es über die hungrige Raupe am letzten Tag vor ihrer Verpuppung:

"Am Sonnabend fraß sie sich durch: Ein Stück Schokoladenkuchen, eine Eiswaffel, eine saure Gurke, eine Scheibe Käse, ein Stück Wurst, einen Lolli, ein Stück Früchtebrot, ein Würstchen, ein Törtchen und ein Stück Melone. An diesem Abend hatte sie Bauchschmerzen."

Die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle.

In Wirklichkeit haben Schmetterlingsraupen ganz bestimmte Futterpflanzen: Also die Raupe eines Tagpfauenauges frisst beispielsweise nur Brennesselblätter. Die geheimnisvolle Entwicklung eines Schmetterlings, von der das Buch erzählt, ist jedoch wahr: Aus einem Ei schlüpft zunächst eine Larve, die man bei Schmetterlingen auch Raupe nennt. Sie frisst und frisst - und wenn sie größer wird, häutet sie sich mehrfach. Nicht alle Puppen bauen sich ein "Haus", in dem sie sich dann weiterentwickeln. Manche haben so einen Kokon, manche haben nur eine dünne Hülle. In der Ruhezeit findet im Inneren der Puppe eine unglaubliche Verwandlung statt: Am Ende schlüpft "... ein wunderschöner Schmetterling" - mit fertigen, oft bunt schillernden Flügeln.

Was ist eine Metamorphose?

Viele Insekten - wie zum Beispiel die Schmetterlinge, Marienkäfer oder Libellen - sehen als "Kinder" völlig anders aus als ihre "Eltern". Sie wachsen als Larve heran, verpuppen sich und entwickeln sich dann zum fertigen Insekt. Das nennt man "Metamorphose". Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet ganz einfach "Verwandlung". Auch viele Amphibien - also zum Beispiel Frösche - sind solche "Gestaltwandler".

Schmetterlinge selbst züchten!

Die zwölfjährige Hanna liebt Schmetterlinge. Sie hat sich zu ihrem Geburtstag ein Zuchtset für Schmetterlinge gewünscht und Distelfalter gezüchtet. Die Schmetterlingsraupen kommen mit einigem Zubehör per Post. Was sie dann erlebt hat, erzählt sie radioMikro-Reporterin Kristina Hafer:

Woher kommt der Name "Schmetterling"?

Wahrscheinlich leitet sich der Name des Falters von dem mitteldeutschen Wort Schmetten für "Schmand" oder "Rahm" ab. Noch heute ist das Wort für "Sahne" im Tschechischen "smetana". Offenbar haben Schmetterlinge gerne an Rahm- oder Buttergefässen genascht und so ihren Namen bekommen. Auch das englische Wort "Butterfly" (wörtlich: "Butterfliege") verweist in dieselbe Richtung.

Wie überwintern Schmetterlinge?

Im Grunde sind die Techniken der Schmetterlinge, den Winter zu überstehen, genauso vielfältig wie ihre spannende Entwicklung: Einige überwintern in Form von Eiern, andere als Puppe in ihrem Kokon, wieder andere als Schmetterling. Die Falter suchen im Herbst Verstecke, zum Beispiel ein trockenes Plätzchen im Schuppen oder im Treppenhaus. In freier Natur nutzen sie hohle Baumstämme oder kleine Felsüberhänge. Die Puppe des Schwalbenschwanz hängt sich im Herbst einfach "nackt" an kleine Ästchen. Die grüne oder braun-graue Puppe sieht aus wie ein Blatt – ein gute Tarnung gegen Feinde.

Wer im Winter einen Schmetterling findet, darf ihn auf keinen Fall ins Warme bringen: Die Tiere sind in einer Art Winterstarre, alles zurückgefahren. Wer jetzt geweckt wird, überlebt es nicht ... Ob, Ei, Puppe oder Falter: Jede Möglichkeit, den Winter zu überstehen, hat etwas für sich. Allerdings dauert es natürlich unterschiedlich lang, bis im Frühjahr dann die ersten neu geschlüpften Schmetterlinge umherflattern können. So gibt es jeden Monat neue schillernde Falter zu bewundern.


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