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Reisetagebuch Im Schlaraffenland: Zu Besuch auf einer Kakaoplantage

Lecker! Bei ihrem Landaufenthalt in Costa Rica hat das Ocean College eine Kakaoplantage besucht und im Anschluss selbstgemachte Trinkschokolade und normale Schokolade probiert. Theresa erzählt dir mehr!

Von: Theresa

Stand: 01.02.2019

Eindrücke vom Besuch des Ocean College auf einer Kakaoplantage in Costa Rica. Trinkfertiger echter Kakao. | Bild: Ocean College

Liebe Schokoladenfans!

Hilfe! Ich habe eine Schokoladenüberdosis! Sicher trinkt ihr alle gerne Kakao oder esst gerne Schokolade. Wer tut das nicht? Aber wisst ihr, wie man Schokolade macht, wo sie herkommt oder wie man früher überhaupt auf die Idee gekommen ist, Schokolade zu essen?

Diese Tafel zeigt, in welcher Zone der Erde (dunkel eingefärbt) Kakaobäume wachsen.

Wir waren in Costa Rica auf einer Kakaoplantage und durften uns einen sehr interessanten Vortrag über die "Geschichte der Schokolade" anhören. Im Anschluss haben wir selbstgemachte Trinkschokolade und normale Schokolade probiert. Noch nie habe ich so viel Schokolade auf einmal gegessen. Es war richtig lecker! Aber von vorne ...

Wie sind die Menschen auf die Schokolade gekommen?

Die Kakaoplantage liegt im Urwald von Costa Rica.

Kakaobäume wachsen vor allem Mittelamerika. Die Ureinwohner kannten die Bäume, allerdings waren sie zunächst sehr vorsichtig und trauten sich nicht, die Kakaofrüchte zu probieren. Sie sahen einfach viel zu gefährlich aus mit ihrer knallroten oder -gelben Farbe. Wie ein Warnsignal: Vielleicht waren sie ja totgiftig?

Eine Legende besagt, dass sich eines Tages einige Indianer im Urwald verlaufen haben. Bald hatten sie nichts mehr zu essen und wären wohl verhungert. Als sie einen dieser komischen Kakaobäume sahen, entschieden sie kurzerhand per Los, dass einer von ihnen die Frucht probieren musste. Wenn dieser "Kandidat" nach einigen Minuten noch wohlauf war, wurden auch die anderen probieren. So fingen die Indianer an, die bitteren Kakaobohnen zu essen.

Der lange Weg von der Bohne zum Kakao

So sieht die Kakao-Schokoladenmasse aus.

Frische Kakaobohnen schmecken noch nicht nach Kakao, sondern einfach nur sehr bitter. Innen sind sie übrigens lila! Der Kakaogeschmack der Bohnen entwickelt sich erst nach dem Trocknen und durch einen besonderen Prozess, den man "Fermentation" nennt: Vereinfacht kann man sagen, dass dabei Stoffe, die in der Kakaobohne enthalten sind, umgebaut werden. Dieser Prozess wurde angeblich durch einen Zufall entdeckt: Jemand trug einen Sack Kakaobohnen mehrere Tage lang auf seinem Rücken umher und bemerkte später, dass die Bohnen nun völlig anders schmeckten - nach Kakao! Heute fermentiert man die Bohnen natürlich nicht in Säcken. Aber nur so entfalten die Bohnen den wunderbaren Kakaogeschmack.

Schokoladenherstellung - in Hand- und Fußarbeit

Per Hand- oder besser Fußarbeit werden die Kakaobohnen auf einer Art "Fahrrad-Mühle" zermahlen.

Der nächste Schritt ist das Rösten, wobei die Bohnen traditionell in einer Art Pfanne kurz "gebraten" werden. Wenn man sie dann zerhackt und die Schale entfernt, hat man das, was ihr aus dem Supermarkt vielleicht als Kakaonibs kennt - kleine Stückchen von Kakaobohnen! Die Kakaonibs werden zermalmt und die Masse mit Zucker gemischt. Für eine Vollmilchschokolade kommt noch Milch dazu. Wenn alles getrocknet ist, ist die Schokolade fertig!

Auf der Plantage wurde extra für uns frische, noch flüssige Schokolade hergestellt, die wir dann essen durften. Da haben wir natürlich alle richtig zugeschlagen. Ich glaube, ich habe noch nie im Leben so viel Schokolade gegessen. Eine richtige Schokoladenüberdosis also! Und da Schokolade ja glücklich macht, sind wir dann alle mit vollen Bäuchen ganz zufrieden zurück nach Coronado zu unseren Gastfamilien gefahren.

Falls ihr Fragen an uns habt, schreibt uns!
Eure Theresa

Übrigens: Dass Schokolade glücklich macht, stimmt wirklich! In Kakao ist nämlich ein bestimmter Stoff namens "Theobromin". Er dafür sorgt, dass im Gehirn beim Schokogenuss Glückshormone ausgeschüttet werden!


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