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Quallen Gefährlicher Glibber

Manche sind weiß, manche rot oder blau, manche durchsichtig und sie sehen eklig glibberig aus. In England nennt man sie übrigens "jellyfish", Geleefisch.

Von: Simone Wichert

Stand: 09.07.2018

Ohrenquallen kommen in der Ostsee vor. | Bild: picture-alliance/dpa

Quallen gehören zum Plankton, das sind die vielen winzigen, fast durchsichtigen Tiere, die im Meer leben und sich von der Strömung treiben lassen. Dabei müssen Quallen nicht unbedingt winzig sein: Es gibt Riesenquallen, die bis zu 200 Kilogramm schwer werden!

Eigentlich ist nicht viel dran an Quallen: nur Mund, Magen und Tentakeln, mit denen sie ihre Beute fangen und direkt in den Mund stecken. Gehirn, Herz oder Blut haben sie nicht. Und zum allergrößten Teil, zu 99 Prozent, bestehen sie aus Wasser. Innen sind sie hohl, deswegen gehören sie zu den Hohltieren. Zum Schwimmen ziehen die Quallen ihren Schirm rhythmisch zusammen. Und sie können ziemlich schnell schwimmen – bis zu 10 Kilometer pro Stunde! – und auch schnell die Richtung wechseln. Meistens lassen sie sich aber nur von der Strömung treiben. Und dabei sehen sie wunderschön aus!

Es gibt viele verschiedene Quallenarten: Die meisten Quallen leben im Meer, es gibt aber auch Süßwasserquallen. Und es gibt sie in verschiedenen Farben: Die meisten sind glasklar oder milchig-weiß. Die Spiegeleiqualle ist knallig gelb, die Kreuzqualle türkis und die Sternhimmelqualle ist mit weißen Pünktchen übersät.

Gefährliche Tentakeln

Das Gefährliche an Quallen sind die Nesselzellen an ihren Tentakeln: Da drin ist Gift. Berührt man so eine Nesselzelle, schießt sofort ein Pfeil heraus, der sich dem Opfer unter die Haut bohrt und das Gift freisetzt. Und manche Quallen haben bis zu sechzig Tentakeln mit mehreren Millionen Nesselzellen! Die Quallen fangen so kleine Fische oder Meerestiere und wehren Feinde ab. Je nach Quallenart brennt dieses Gift auf der menschlichen Haut, es gibt juckenden Ausschlag, kann aber auch Herz-und Kreislaufprobleme bereiten. Und bei den giftigsten Quallenarten kann eine Berührung in wenigen Minuten zum Tod führen!

Ein paar Superquallen: Die längsten, größten, ältesten ...

  • Das giftigste Tier der Welt ist die Seewespe, sie lebt im Meer vor Australien. Eine Berührung mit ihr führt in wenigen Minuten zum Tod. Deswegen darf man in Australien nur dort ins Wasser, wo der Strand mit besonderen Netzen gegen diese Quallen gesichert ist. Oder man muss einen Schutzanzug tragen. Es gibt zwar ein Gegengift und Wiederbelebungsmaßnahmen, aber trotzdem sterben jedes Jahr circa siebzig Menschen am Gift von Seewespen. Es lähmt die Muskeln, also auch den Herzmuskel. Und die Seewespe hat viel davon: Mit dem Gift aus ihren mehreren Millionen Nesselzellen könnte eine einzige Seewespe bis zu 200 Menschen töten!
  • Auch das längste Tier der Erde ist eine Qualle, eine "Portugiesische Galeere" – sie hat bis zu fünfzig Meter lange Tentakeln. Die Portugiesische Galeere ist übrigens ähnlich giftig wie die Seewespe.
  • Quallen gehören zu den ältesten Lebewesen der Welt: Es gibt sie schon seit mehr als einer halben Milliarde Jahren. Sie konnten so lang überleben, weil sie so anpassungsfähig sind: Sie können Sauerstoff in ihrem Körpergel speichern und so bis zu zwei Stunden in sauerstoffarmem Wasser überleben. Wenn sie zu lang nichts zu fressen bekommen, knabbern sie einfach an sich selbst: Sie fressen eigene Körperteile auf! Die bilden sich dann später wieder neu.

Was tun, wenn's brennt?

Wenn man hier bei uns in Europa eine Qualle berührt hat, muss man zum Glück nicht gleich ins Krankenhaus! Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Die Haut mit Salzwasser spülen! Vorsicht: nicht mit Süßwasser! Das löst die Nesselzellen erst so richtig aus.
  • Die Tentakeln nicht mit den Fingern entfernen! Sonst platzen noch mehr Nesselzellen – und dann brennt's!
  • Essig über die Nesselzellen gießen und einwirken lassen. Die Zellen trocknen so aus. Wenn kein Essig da ist, geht's auch mit Sand.
  • Die verbrannte Haut kühlen. Ganz wichtig, wenn einem schwindlig oder übel wird: zum Arzt gehen!

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