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klaro-Lupe: Spielzeug verboten Puppe Cayla als Spion eingestuft und verboten

Alarm im Kinderzimmer: Die sprechende Puppe Cayla kann als Spion eingesetzt werden und Gespräche aus dem Kinderzimmer abhören. Das Spielzeug wurde jetzt in Deutschland verboten. Wer die Puppe besitzt, muss sie sogar vernichten.

Von: Katrin Stadler und Veronika Baum

Stand: 24.02.2017

"Mein Name ist Cayla, Cayla Bond" - so müsste sich wohl eine Spielzeugpuppe ordnungsgemäß vorstellen, die als Spion eingesetzt werden kann. Doch "My friend Cayla" ist kein Geheimagent aus einem Action-Film: Es gibt sie tatsächlich in vielen Kinderzimmern. Die elektronische Puppe wurde wohl auch in Deutschland mehrere tausendmal verkauft.

Falsche Freundin

Der Puppe Cayla sollte man lieber keine Geheimnisse anvertrauen.

Cayla sieht aus wie eine ganz normale Spielzeug-Puppe mit großen blauen Augen und blonden Haaren. Das Besondere: Die Puppe kann sich mit ihrer "Puppenmama" unterhalten. Das funktioniert so: In Caylas Bauch sind ein Mikrofon und Funktechnik versteckt. Leuchtet die Halskette der Puppe ist sie mit dem Internet verbunden und sucht dort nach den passenden Antworten. Auf die Frage des Kindes: "Wie nennt man ein junges Pferd", antwortet die Puppe beispielsweise: "Man nennt es Fohlen". Die Puppe nimmt dafür alles Gesagte auf und leitet es an eine Firma in den USA weiter. Kritiker bemängeln, dass man Cayla nicht ansieht, dass sie ein Spion ist. Die Daten überträgt sie kabellos über eine App an Smartphone oder Tablet. Weil die "Abhöranlage" als Puppe getarnt ist, sie in Deutschland per Gesetz verboten. Bei uns sind Dinge wie zum Beispiel eine Überwachungskamera nur erlaubt, weil jeder weiß, dass die Kamera Bilder von ihrer Umgebung macht.

Ungesicherter Zugriff von außen

Besonders gefährlich ist die Puppe noch aus einem weiteren Grund: Auch Fremde könnten die Puppe "hacken", also sich Zugriff auf die Puppe verschaffen, und auf diese Weise Gespräche aus dem Kinderzimmer abhören. Entdeckt hat die verborgenen Fähigkeiten von Cayla ein Jura-Student aus Saarbrücken. Die Bundesnetzagentur - das ist die Behörde, die sich um elektronische Gegenstände in Deutschland kümmert - hat die Puppe Cayla jetzt in Deutschland verboten. Sie darf bei uns nicht mehr verkauft werden. Wer Cayla besitzt, ist sogar verpflichtet, sie - oder jedenfalls ihr digitales Innenleben - zu zerstören. Die Firma, die die Puppe herstellt, widerspricht der Bundesnetzagentur und möchte die Frage, ob Cayla ein Spion ist, vor Gericht klären lassen.


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