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radioMikro-Kinderbuch-Tipp Pogo & Polente (Jochen Till)

"Leg gefälligst die Füße auf den Tisch beim Essen!" und "Behandle dein Zeugnis bloß nicht ordentlich!" Solche Ermahnungen kriegt der 12-jährige Pogo von seinen Eltern zu hören, wenn er sich mal wieder zu ordentlich benehmen will.

Von: Katrin Stadler

Stand: 06.06.2018

Jochen Till: Pogo & Polente | Bild: Tulipan Verlag/Montage: BR

Pogos Eltern sind Punks und die erkennt man nicht nur an ihren Frisuren: Die meisten Haare sind abrasiert, nur in der Mitte hat Pogos Vater einen Streifen Haare, die voll Gel und Haarspray nach oben abstehen. Typisch für Pogos Eltern ist auch, dass sie genervt sind von allem, was zu brav und ordentlich ist – und von der Polizei sowieso.

"Mein Vater hasst warme Ravioli. Davon kriegt er sehr schlechte Laune. Und das kann ich jetzt absolut nicht gebrauchen, wenn ich ihm mein Zeugnis zeige. Ich ziehe das Zeugnis aus meinem Rucksack und trample ein bisschen mit den schmutzigen Schuhen drauf herum. Das wird meinem Vater gefallen. Er sagt immer, dass man möglichst respektlos mit offiziellen Dokumenten umgehen muss."

aus: Pogo & Polente

Das macht es nicht gerade leicht, als die neuen Nachbarn einziehen: ein Polizist mit seiner Tochter Vanessa. Die würde am liebsten selbst schon für die Polizei arbeiten und kontrolliert ständig alle um sie herum.

Infos zum Buch:

Pogo & Polente
Von Jochen Till
Illustrationen von Raimund Frey
Tulipan Verlag 2018
Ab neun Jahren

Pogo lernt sie kennen, weil er zu laut Musik hört. Auch wenn das kein guter Start ist zwischen den beiden, freunden sie sich im Laufe der Geschichte an. Schließlich müssen sie gemeinsam rausfinden, wer Pogos Fahrrad geklaut hat ...

Das ganze Buch wird aus der Sicht des zwölfjährigen Pogo erzählt. Dadurch kriegt man gut mit, wie er sich zwischen seinen Punkeltern und seiner Polizeifreundin fühlt.

So gefällt uns das Buch:

Einerseits ist es eine spannende Krimigeschichte. Witzig wird sie dadurch, dass Raimund Frey dazu Bilder wie in einem Comic gemalt hat. Und weil ständig alles andersrum ist als in den meisten Familien: Was viele Eltern für falsch halten, finden Pogos Eltern gut und umgekehrt. Ein bisschen wie bei den Olchis. Dadurch kommt man auch ins Grübeln: Wie wäre es, wenn meine Eltern so drauf wären? Und welche Regeln ergeben überhaupt Sinn? Pogo und Polente ist ein Buch für mittelschnelle Leser ab neun Jahren. Es hat etwa 130 Seiten und wird denen gefallen, die die Olchis liebten, aber aus ihren Geschichten schon rausgewachsen sind.


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