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Japanische Kämpfer Ninja - Sagenhafte Schattenkrieger

Man sieht sie im Kino, im Spielzeugladen und in Comicheften. Sie sind schwarz gekleidet, maskiert und mit Schwert, Dolch und Wurfstern bewaffnet: die Ninja – sagenhafte Schattenkrieger, die in Japan ihr Unwesen treiben. Sie kommen und gehen, ohne dass es jemand merkt. Und wer die Ninja zum Feind hat, der kann sein Testament machen. Was davon ist wahr und was nicht?

Von: Börni Schulz und Simone Wichert

Stand: 29.05.2019

Ukita, ein 42-jähriger "Ninja"-Meister posiert mit seinem Schwert vor einer Ninja-Residenz in Ueno rund 380 Kilometer südwestlich von Tokio. Ueno gilt als Geburtsstätte der Ninjas, einer geheimen Kriegerkaste der Feudalzeit, die sich vorwiegend als Geheimagenten und Kundschafter verdingten.  | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Ninja ist ein besonders ausgebildeter Kämpfer im alten Japan, der als Spion oder Attentäter eingesetzt wurde. Ninja verfügten angeblich über sagenhafte Fähigkeiten wie Unverwundbarkeit oder plötzliches Verschwinden. Im Gegensatz zu den Samurai, den Rittern des alten Japan, kämpften Ninja im Verborgenen und galten deswegen oft als unehrenhaft.

Das Wort Ninja besteht aus zwei Schriftzeichen. Das erste davon heißt "sich verstecken" und das zweite ist eine Person, die sich versteckt. Das Verstecken und den anderen nicht wissen lassen, dass er da ist und etwas tut, das ist die Kunst eines Ninja, die gelernt werden musste.

Ausbildung im Geheimen

Ninja wurden von klein auf ausgebildet – auch unauffällig in der Öffentlichkeit. Es gibt ein Beispiel von einer Frau, die sich offiziell um Kriegswaisen und obdachlose Mädchen gekümmert hat, die aber eigentlich eine Ninja-Ausbildungsschule hatte. Diese Frau hat den sehr jungen Mädchen ganz gezielt beigebracht zu kämpfen, während sie sich offiziell als Priesterinnen ausgegeben haben. Auch Samuraitöchter aus dem Kriegeradel wurden mit der Naginata, einer Lanze, und dem Dolch ausgebildet – Kampfkünste waren also auch für Frauen wichtig.

Im Gegensatz zu den Samurai mussten Ninja wissen, wie man Bomben oder Tretminen und auch Gifte anwendet. Sie mussten Wunden versorgen und Verletzte mit Medizin behandeln können. Auch mussten Ninja das Wetter für den Angriffstag voraussagen können. 

Übers Wasser gelaufen und spurlos verschwunden 

Ninja können angeblich über Wasser laufen und spurlos verschwinden, sie sind unverwundbar und mit übernatürlichen Kräften im Bunde, heißt es. Hinter allen diesen angeblichen Eigenschaften stehen aber meistens Tricks oder ganz bewusste Irreführung: Um zu verschwinden, warf der Ninja beispielsweise eine Walnuss oder Eierschale, aus der dann Rauchpulver aufstieg und sprang auf eines der japanischen Dächer, die damals nicht besonders hoch waren. Das alles musste lautlos geschehen – und wenn dann nach ein paar Sekunden der Rauch wieder weg war, hatte sich der Ninja scheinbar in Luft aufgelöst. Dabei hatte er sich nur auf die andere Seite des Daches gerollt. 

Ninja übten auch, unauffällig von Punkt A nach Punkt B zu gelangen, ohne gesehen, gehört oder gerochen zu werden. Dazu ernährten sie sich so, dass sich keine Körpergerüche bildeten. Und sie hatten eine Konstruktion aus kleinen Holzeimern, mit der sie übers Wasser laufen konnten. Trotz aller Tricks musste ein Ninja extrem fit und geradezu artistisch sein. 

Moderne Ninja

Auch heute noch gibt es sowohl alte Samurai-Schulen als auch welche, die sich mit den Ninja identifizieren und sich auf alte Ninjutsu-Schulen berufen. Ninjutsu nennt man die Kunst der Ninja. Einer der letzten Ninja war vermutlich Natjitsu Takamatsu. Einer seiner Schüler lebt noch: Dr. Asaki Hatsumi ist heute das Oberhaupt einer Schule in Japan.

Ob es aber wirklich noch Ninja gibt, die als Geheimagenten im Einsatz sind, ist schwer zu sagen. Die Kampfkunst der Ninja kann allerdings trainiert werden – nicht nur in Japan, sondern auch hier in Deutschland; an den meisten deutschen Ninjutsu-Schulen wird sie aber nur Erwachsenen gelehrt. Für Kinder sind Judo oder Karate besser geeignet. 


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