4

klaro-Thema: Politik Merkel zieht Notbremse und gibt CDU-Vorsitz ab

Es ist wie ein Erdbeben in der Politik: Nach 18 Jahren will Angela Merkel nicht mehr Chefin der CDU sein. Die CDU ist die stärkste Partei in Deutschland und hat damit die meiste politische Macht im Land.

Von: Markus Weber

Stand: 09.11.2018

Da haben viele in Berlin ganz schön gestaunt. Denn damit hatte kaum einer gerechnet: Dass Angela Merkel Ende Oktober 2018 sagt: Ich will nicht mehr. Die Ankündigung kam nur einen Tag nach der Wahl im Bundesland Hessen. Dort kann die CDU zwar weiterregieren, hatte aber ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als fünfzig Jahren geholt. Merkel fühlt sich wohl mitschuld an diesem Misserfolg. Sie ist immerhin seit 18 Jahren Chefin der CDU. Nicht zu verwechseln ist das mit Merkels zweitem Job – Bundeskanzlerin von Deutschland. Das will sie bis zum Jahr 2021 bleiben. Also, erstmal muss nur für das Amt des CDU-Chefs jemand Neues her.

Mehrere Kandidaten wollen Merkel nachfolgen

Zwölf Politiker haben gesagt, dass sie den Job gerne machen würden. Die meisten von ihnen sind deutschlandweit nicht so bekannt, nur drei von ihnen haben bisher eine größere Rolle gespielt und damit auch Chancen: Jens Spahn – Gesundheitsminister. Annegret Kramp-Karrenbauer – Generalsekretärin der CDU – also sowas wie die Managerin der Partei. Und Friedrich Merz – ist bis zum Jahr 2009 in der Politik gewesen und hat zuletzt in der Wirtschaft gearbeitet. Gewählt wird der oder die neue CDU-Vorsitzende Anfang Dezember 2018 auf einem Parteitag in Hamburg. Bei einem solchen Parteitag kommen rund 1.000 Delegierte zusammen. Das sind Vertreter der Partei aus ganz Deutschland.

Bewerber stellen sich Parteimitgliedern vor

Das kann man sich vorstellen wie bei der Wahl eines Schülersprechers oder einer Schülersprecherin. An manchen Schulen in Bayern dürfen nicht alle Schüler und Schülerinnen darüber abstimmen, sondern nur die Klassensprecher oder Klassensprecherinnen. Sie sind also quasi die Delegierten der Schüler und Schülerinnen. Bevor bei der CDU die Delegierten über die Nachfolge von Angela Merkel entscheiden, machen die Kandidaten eine Tour durch ganz Deutschland. Sie stellen sich bei acht Regionalkonferenzen den Parteimitgliedern vor und beantworten deren Fragen. So können die Mitglieder die Bewerber besser kennenlernen.


4