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Hilfe für Massai-Jungen Ein neues Leben für Safari

Safari ist zwölf Jahre alt und gehört zum Stamm der Massai. Das ist ein Stamm von Kriegern, die im Osten Afrikas lebt. Safari hat sich sehr schwer an einer Starkstromleitung verletzt. Wahrscheinlich wäre er an seinen Verletzungen gestorben. Aber ein deutscher Arzt, der in Afrika gearbeitet hat, hat sich um ihn gekümmert und ihn und seinen Bruder mit nach Deutschland genommen. Hier wird Safari nun behandelt. Er musste schon viele Male operiert werden. Aber nun geht es ihm schon viel besser.

Von: Michaela Bold

Stand: 03.02.2020

Der Bayreuther Arzt Jürgen Dolderer hat den schwerverletzten Massai-Jungen Safari nach Bayreuth geholt. Sein großer Bruder, links im Bild, ist auch mitgekommen.  | Bild: BR/Kristina Kreutzer

Jürgen Dolderer ist Arzt im Klinikum in Bayreuth. 2019 war er für einen Hilfseinsatz in Afrika. Dort traf er den Jungen Safari. Der 12-Jährige war sehr schwer verletzt. Er hatte Verbrennungen überall am Körper, weil er eine Starkstromleitung berührt hatte. Die Ärzte dort konnten zwar sein Leben retten, aber Safari hat beide Unterschenkel und einen Arm verloren. Es war klar, dass man Safari in Tansania nicht weiter helfen konnte. Deshalb taten sich das Bayerische Rote Kreuz, die Stadt Bayreuth und das dortige Klinikum zusammen und halfen gemeinsam, damit Safari nach Deutschland ins Krankenhaus gebracht werden konnte.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Sehr viele Leute, auch viele Kinder, haben Geld gespendet. Es gab sogar ein Konzert der Regensburger Domspatzen, bei dem das Eintrittsgeld für Safari gespendet wurde. Denn eine Behandlung im Krankenhaus ist sehr teuer.

Seit September 2019 ist Safari nun schon im Krankenhaus in Bayreuth. Er hat ein eigenes kleines Zimmer. Safari malt viel, auch das Flugzeug, mit dem er nach Deutschland gekommen ist. Das hat ihn sehr beeindruckt.

Safari lernt laufen

Safari ist sehr oft operiert worden, weil er so schwer verletzt war. Nun sind seine Wunden gut geheilt. Safari bekommt jetzt Prothesen, also künstliche Beine, damit er wieder laufen kann. Das muss er aber erst üben. Außerdem lernen Safari und sein großer Bruder gerade Deutsch. Das ist ganz schön schwer, sagt er. Aber "Dankeschön" kann er schon sagen – und er sagt es ziemlich oft, weil er sehr froh ist, dass ihm so viele Leute helfen.

Was passiert mit Safari, wenn er aus dem Krankenhaus darf?

Die Behandlungen im Klinikum in Bayreuth dauern noch bis zum Frühjahr 2020. Und was passiert dann mit Safari? Gerade wird versucht, einen Platz in Tansania zu finden, wo er bleiben kann und man sich um ihn kümmert. Denn bei seiner Familie wird Safari nach seiner Rückkehr nicht mehr leben können. Sein Stamm hat ihn nach dem Unfall verstoßen. Die Massai leben sehr traditionell, die Männer sind Krieger, die den ganzen Tag in der wilden Steppe unterwegs sind. Ein Junge, der nicht richtig laufen kann und dem ein Arm fehlt, hätte keine Chance, so ein Leben zu führen. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Vielleicht gibt es in Deutschland jemand, der Safari adoptieren will.


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