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Marien-Realschule Kaufbeuren Kampf gegen Mobbing im Netz

Beleidigungen im Chat, ein demütigendes Foto oder Video: Persönliche Angriffe im Internet, sogenanntes Cybermobbing, sind keine Seltenheit. Elf Prozent der 12- bis 13-Jährigen in Deutschland sagen, dass schon einmal jemand peinliche oder beleidigende Bilder verbreitet hat, auf denen sie zu sehen waren. Die Mädchenschule "Marien-Realschule" in Kaufbeuren will das ändern - und hat als erste bayerische Schule bei dem Projekt "Wir alle gegen Cybermobbing" mitgemacht.

Von: Valentin Nowak

Stand: 10.03.2020

Was ist Cybermobbing?

Die Schülerinnen der Marien-Realschule Kaufbeuren haben sich in Comics, Bildergeschichten und Zeichnungen mit Cybermobbing auseinandergesetzt.

Täter suchen sich gezielt jemanden aus, den sie im Internet beleidigen, bedrohen bloßstellen oder belästigen. Im Gegensatz zu Auseinandersetzungen im Klassenzimmer verfolgt Cybermobbing Betroffene bis ins Kinderzimmer. Besonders fies: Oft bleiben die Mobber dabei anonym. Die fünften und sechsten Klassen der Marien-Realschule haben zehn Gebote zusammengestellt, die gegen Cybermobbing helfen sollen.

Die zehn Gebote der Schülerinnen gegen Cybermobbing

1. Gebot: Begegne selbst schwierigen Menschen mit Freundlichkeit und Respekt – auch online!

2. Gebot: Gib im Internet so wenig persönliche Daten wie möglich preis und stelle möglichst keine Fotos und Filme von dir ins Netz!

3. Gebot: Erst nachdenken, dann schreiben: Mache dir Gedanken, bevor du einen Kommentar oder eine Nachricht veröffentlichst! Persönliche Themen oder Probleme solltest du, wenn möglich, im Internet gar nicht erst ansprechen.

4. Gebot: Schaue dir deine Online-Freunde genau an! Du kannst nie absolut sicher sein, mit wem du es zu tun hast.

5. Gebot: Wenn du selbst betroffen bist: Reagiere nicht auf die Angriffe, sondern bleibe cool! Du bist gut so, wie du bist. Lasse dir nicht einreden, dass es anders wäre!

6. Gebot: Blockiere den Angreifer! Er hat keine guten Absichten. Warum also solltest du dir seine Nachrichten und Kommentare immer wieder anschauen? Auch eine Gruppe zu verlassen, in der andere respektlos behandelt werden, ist sinnvoll.

7. Gebot: Rede mit anderen über das, was du erlebt hast! Viele werden das, was dir passiert ist, auch verurteilen. Wer allein versucht, das zu bewältigen, wird scheitern.

8. Gebot: Ein Mobbing-Tagebuch hilft, die Attacken zu dokumentieren (Datum, Uhrzeit oder Bildschirmfotos). Damit kann man der Polizei aufzeigen, was wann wie häufig stattgefunden hat.

9. Gebot: Suche dir Unterstützung bei Freunden, Familie oder Lehrern!

10. Gebot: Schaue nicht weg, wenn andere fertiggemacht werden! Wer nichts unternimmt, ist Teil des Problems. Nur wer sich gegen Mobbing auflehnt, wird Teil der Lösung.

Wo bekommen Betroffene Hilfe?

Egal, ob im Netz oder in der Schule ­‑ niemand hat das Recht, andere zu mobben. Wenn du betroffen bist oder jemanden kennst, der gemobbt wird, kannst du mit jemandem darüber sprechen, dem du vertraust – am besten mit deinen Eltern.

Hilfe bekommen Betroffene bei der "Nummer gegen Kummer".

Wenn du lieber anonym darüber sprechen möchtest, kannst du zum Beispiel die "Nummer gegen Kummer" anrufen. Du musst deinen Namen nicht sagen und die Nummer ist kostenlos: 116111 (montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr).


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