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klaro-Lupe: Unglück Hund beißt Mutter und Sohn tot

In einer Wohnung in Hannover hat die Polizei eine 52-jährige Frau und ihren 27-jährigen Sohn Anfang April 2018 tot aufgefunden. Die Untersuchung danach hat gezeigt: Die beiden wurden von ihrem Hund totgebissen. Warum der Staffordshire-Terrier-Mischling "Chico" das getan hat, weiß man nicht.

Von: Susanna Gruber, Jeannette Winter, Veronika Baum

Stand: 17.04.2018

Zeichnung von Amy der Volkschule Oberthulba | Bild: BR

Die Stadt Hannover hat Fehler zugegeben: Der Hund war vor mehreren Jahren bereits einmal aufgefallen. Das für Hunde zuständige Veterinäramt wurde von einem Gericht darüber informiert, dass das Tier aggressiv ist und dass der Besitzer nicht geeignet ist, einen solchen Hund zu halten. Geschehen ist aber nichts, denn niemand hat sich weiter darum gekümmert.  

Tierschützer wollten "Chicos" Leben retten

Dieses Bild hat Dominik gezeichnet. Er stellt sich vor, wie die Mutter und ihr Sohn in der Wohnung lagen. Auch der Hund "Chico" ist zu sehen.

Normalerweise werden Hunde nach einer Attacke auf Menschen eingeschläfert. Bei "Chico" war es anders: Zunächst wurde geprüft, ob er in eine Spezialeinrichtung kommen kann. Das hatte das Tierheim vorgeschlagen, wo der Hund vorübergehend untergebracht war. Mehr als 300.000 Menschen hatten eine Petition unterschrieben und sich dafür eingesetzt, dass "Chico" nicht getötet wird. Die Tierschützer sagten, erst einmal sollten die Ursachen untersucht werden, warum der Hund zugebissen hat. Laut den Nachbarn wurde der Hund nur selten ausgeführt und in einem Metallkäfig gehalten.

Kampfhund "Chico" wurde eingeschläfert

Rund zwei Wochen nach der tödlichen Attacke wurde "Chico" dann doch eingeschläfert. Das bedeutet, ihm wurde ein starkes Schlafmittel gespritzt, so dass er danach nicht mehr aufgewacht ist. Der Hund hatte nämlich auch eine schlimme Verletzung am Kiefer und hätte oft operiert werden müssen. Außerdem galt "Chico" als unberechenbar. Man wusste also nicht, ob er nicht noch einmal Menschen beißen würde. 

Weiterer Vorfall mit bissigem Hund in Hessen

Wenige Tage nach dem Unglück in Hannover wurde bekannt, dass in Bad König, das liegt in Hessen nahe der bayerischen Grenze, ein Hund ein Baby gebissen und schwer verletzt hat. Der sieben Monate alte Bub wurde ins Krankenhaus gebracht, dort starb er ein paar Stunden später. Wie es dazu kommen konnte und ob der Familienhund vorher schon einmal auffällig gewesen ist, das muss jetzt die Staatsanwaltschaft klären. Der Rüde, so nennt man männliche Hunde, ist von der Polizei in ein Tierheim gebracht worden.


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