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Kunstrasen Schluss mit Mikroplastik auf Sportplätzen?

Tausende Sportvereine in Deutschland bangen um ihre Kunstrasen. Schuld daran sind Milliarden kleiner Plastikkörner auf den Spielfeldern. Im Moment wird über ein Verbot von solchem Mikroplastikgranulat diskutiert.

Von: Johannes Keller, Denise Lapöck und Katrin Stadler

Stand: 26.07.2019

Viele Fußballer und Hockeyspieler schwören auf Kunstrasen. Das Plastikgras ist das ganze Jahr grün und sehr leicht zu pflegen. Es gibt keine Löcher mehr im Boden und man kann häufiger trainieren als auf normalem Rasen. Zum Beispiel im Winter, weil dem Kunstrasen der Frost nichts ausmacht. Doch zwischen die Plastikhalme werden kleine Plastikkörner eingestreut und die sorgen für Probleme.

Oft bleiben sie an Schuhen hängen oder werden vom Wind weggeweht. In Deutschland gelangen allein durch Sportplätze 8.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Das entspricht mehr als drei Olympiaschwimmbecken voller Plastikteilchen. Und in eines dieser Schwimmbecken passen schließlich fast 4.000.000 Liter.


Die Plastikkörnchen schaden der Natur. Wie leicht wir selbst Mikroplastik in die Umwelt bringen, siehst du in unserer Grafik:

Mikroplastik auf dem Fußballplatz

Braucht man die Plastikkörner überhaupt?

Das Gummi-Granulat wird auf dem Rasen verteilt, um Verletzungen zu vermeiden. Ohne das Granulat endet ein Sturz nämlich meist wie auf dem Boden einer Turnhalle: mit Verbrennungen und Schürfwunden. Außerdem federt der Boden mit den kleinen Plastikkörnern besser und schützt gleichzeitig die Plastikhalme.

Was genau ist Gummi-Granulat?

Gummi-Granulat wird meist aus alten Autoreifen hergestellt. Der Gummi eines Reifens wird dafür zerkleinert. Die Plastikkörnchen kamen zum Beispiel während der Frauen-Fußball-WM 2015 in Kanada zum Einsatz. Weil das Gummi-Granulat so klein und leicht ist, kann es leicht in die Umwelt gelangen.

Um die Umwelt zu schützen, könnten die Kunstrasen statt mit Plastikteilchen in Zukunft zum Beispiel mit kleinen Korkteilchen aufgefüllt werden. Kork gewinnt man aus der Rinde von Bäumen. Der Austausch wäre teuer, würde sich aber lohnen. Denn wenn wir immer mehr Mikroplastik auf dem Teller haben, schießen wir uns doch im Prinzip ein Eigentor.

Mit dem Thema "Mikroplastik" haben sich die Klassen 4c und 4d der Schwindschule München für ihre klaro-Sendung beschäftigt und dazu auch Bilder gezeichnet:

Die klaro-Klassen 4c und 4d der Schwindschule München

Zum klaro-Finale des Schuljahres 2018/19 haben sich gleich zwei Klassen aus einer Schule angemeldet. Gemeinsam mit den klaro-Reporterinnen Denise Lapöck und Katrin Stadler schwitzten sie in der letzten Schulwoche, die schließlich eine Hitzerekordwoche war. Einige der Schüler spielen Hockey oder Fußball im Verein, so dass sie perfekte Experten für das Kunstrasen-Thema waren. Ihre klaro-Sendung können sie nicht mehr gemeinsam anhören, denn nach den Ferien gehen die Kinder in ganz unterschiedliche Schulen.


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