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Do Re Mikro-Opernführer für Kinder Elvis und Hänsel und Gretel

"Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald ..." Das Märchen von der Knusperhexe ist bekannt. Wenn jedoch Studioschaf Elvis den Märchenwald aufmischt, wird aus der Oper von Engelbert Humperdinck eine urkomische Operneinführung für Kinder.

Von: Sylvia Schreiber

Stand: 14.10.2018

Hänsel und Gretel verirren sich im Wald und treffen auf die böse Hexe. Von der werden die Kinder gekidnappt. Den Hänsel sperrt die Hexe ein, Gretel muss schuften. Schließlich landet die Hexe mit einem kräftigen Schubs im Ofen. Happy End für die Kinder, kein Happy End für die Hexe.

So lautet die Kurzversion des bekannten Märchens der Gebrüder Grimm. Der Komponist Engelbert Humperdinck hat aus der Geschichte über die zwei bitterarmen Kinder des Besenmachers eine Opernhandlung gestrickt mit Musik, die an vielen Stellen verdächtig nach Richard Wagner klingt. Ist auch kein Wunder, Humperdinck hatte bei Wagner als Sekretär gearbeitet und war dadurch permanent umwölkt von den schwelgerischen Melodienbögen seines Meisters. Man kann also sagen: Humperdinck importiert Wagner in seine Hänsel und Gretel-Oper.

Schaf Elvis verirrt sich im Märchenwald ...

Also befindet sich Do Re Mikro-Autorin Katharina Neuschaefer in bester Gesellschaft und führt mit ihrem Opernführer für Kinder eine Tradition fort: Sie nämlich importiert Studioschaf Elvis, wie immer schnoddrig-dusselig von Michael Tregor verkörpert, in den Märchenwald und damit auch zu Hänsel und Gretel. Moritz und Luise Zehner schlüpfen in die Rollen der Märchenkinder und fühlen sich hörbar wohl in diesen Rollen, zumal die Dialoge nicht verschwurbelt altertümlich, sondern an unsere Umgangssprache angepasst wurden.

Dass Hänsel und Gretel dieses Schaf, im Eifer des märchenhaften Gefechts, kurzzeitig für den bösen Wolf im Schafspelz halten, ist nur eine der vielen Verwechslungsgeschichten im Hörspiel. Wenn man mal genau hinschaut, strolcht ja auch so einiges herum in so einem Märchenwald: Eine Großmutter, Rotkäppchen, Wolf, diverse Hexen, ein lieber Sandmann, ein verzauberter Besen …

Verfressenes Schaf trifft auf Knusperhexe

Früher oder später laufen sich alle über den Weg: Schaf Elvis trottet in den Märchenwald, weil im Knusperhäuschen der Hexe ein "Tag der offenen Tür" stattfindet und zwar mit dem verlockenden Angebot "All-you-can-eat!". Jetzt müsste man eine böse Hexe, nach den Gesetzen der Märchenwelt, auch böse finden und damit fürchten. Aber mit dieser Hexe, der so gar nichts gelingt, die von einem altklugen Besen zurecht gewiesen wird, empfindet man schnell Mitleid. Diesen veränderten Blick auf die Figur der Hexe legt der Schauspieler Burchard Dabbinus gekonnt in seine Stimme, er macht aus dem "Biest" eine etwas gestresste und dabei herrlich trottelige Schrulle.

Schaf Elvis als Opernführer wider Willen

Infos zum Hörbuch

Elvis und Hänsel und Gretel
von Katharina Neuschaefer
Aus der Reihe: Elvis im Wunderland
Sprecher: Michael Tregor u.v.a.
Ann Murray, Edita Gruberova, Staatskapelle Dresden
Leitung: Colin Davis
Verlag: Deutsche Grammophon

Ab sechs Jahren

Bei Elvis läuft bedauerlicherweise nicht alles so reibungslos ab, wie von ihm erhofft. Als Schaf ist er mit den Gepflogenheiten im Märchenwald und in der Oper nicht vertraut und gerät immer wieder in Streit mit den dort heimischen Figuren. Bei diesen Begegnungen wie überhaupt im ganzen zauberhaften Märchenwald geht es mitunter ganz schön zur Sache.

So gefällt uns das Hörspiel:

Viele, mit Sorgfalt und üppigen Effekten produzierte, actionreiche Szenen packen die Hörer bei den Ohren und lassen sie so, fast schon hautnah, teilhaben an den zauberhaften, explosiven Ereignissen der Oper "Hänsel und Gretel"! Zuletzt heißt es: Ende gut, alles gut. Elvis im Wunderland - im Wunderwald - erfüllt seine Mission einer Operneinführung für Kinder mit sch(l)afwandlerischer Sicherheit!


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