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klaro-Thema: Umwelt Abholzung am Hambacher Forst gestoppt

Im Hambacher Forst, wo sonst riesige Bagger nach Braunkohle graben, stehen seit 5. Oktober 2018 alle Maschinen still. Ein Gericht will prüfen, ob dort weiter Bäume gefällt werden dürfen, um die Braunkohle im Boden abzutragen. Umweltaktivisten freuen sich, der Energiekonzern RWE ist verärgert.

Von: Johannes Keller

Stand: 12.10.2018

Es gibt Streit um den Hambacher Forst. Im Boden unter den Bäumen gibt es viel Braunkohle. Damit kann man Strom erzeugen. Deswegen trägt der Energiekonzern RWE dort Kohle ab. Um an die Kohle zu kommen, müssen allerdings große Waldflächen gerodet werden. Das heißt, es werden Bäume gefällt. Das wollen Umweltschützer seit langem mit allen Mitteln verhindern.

Anfang Oktober entschied ein Gericht, dass die Rodungen vorerst gestoppt werden müssen. Laut den Richtern muss geprüft werden, ob man den Wald schützen sollte.

Hambacher Forst

Der Hambacher Forst ist ein Wald zwischen Aachen und Köln. Dort befindet sich der grösste Braunkohletagebau Deutschlands. Der Wald ist etwa so gross wie 200 Fussballfelder. Bevor dort Bäume gefällt wurden, um nach Braunkohle zu graben, war der Wald rund 20 Mal grösser. Im Hambacher Forst gibt es neben jahrhundertealten Eichen und Buchen auch seltene Tierarten. 

Die Befürworter des Stopps

Das ist für alle Umweltschützer und Braunkohlegegner ein großer Erfolg. Sie wollen, dass alte Bäume und seltene Tierarten im Wald wie die Bechsteinfledermaus oder der Springfrosch geschützt werden.

Außerdem setzten sie sich dafür ein, dass Strom nicht länger mit Braunkohle erzeugt wird. Denn wenn Braunkohle verbrannt wird, um Strom zu erzeugen, entsteht das klimaschädliche Gas CO2 (Kohlendioxid).

Die Gegner des Stopps

Der Energiekonzern RWE wehrt sich. Die Manager sagen, es gingen viele Arbeitsplätze verloren, wenn der Kohleabbau am Hambacher Forst komplett eingestellt würde.

Und solange man nicht weiß, wo der Strom sonst herkommen soll, müsse man weiter auf Braunkohle setzen.

Wie geht es weiter?

Zehntausende Menschen feierten den vorläufigen Stopp der Abholzung. In zwei Jahren entscheidet das Gericht dann über die Zukunft des Waldes. Solange werden die Maschinen auf jeden Fall ruhen.


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