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klaro-Lupe: Dieselautos Gerichtsurteil: Städte dürfen Fahrverbote für Dieselautos verhängen

Bestimmte Dieselautos könnten bald aus Innenstädten mit dicker Luft ausgesperrt werden. Ein Gericht hat am 27. Februar 2018 entschieden, dass Fahrverbote rechtlich in Ordnung sind. In Bayern würde das zunächst München treffen.

Von: Kristina Kotter

Stand: 28.02.2018

Zeichnung von Sophie aus der Kombiklasse 3/4 der Martin Kneidl Grundschule Grünwald - kostenloser Nahverkehr, Dieselfahrverbot | Bild: BR

Von heute auf morgen muss aber keiner seinen Diesel stehen lassen. Denn die Richter haben auch gesagt, solche Fahrverbote brauchen eine Übergangszeit und Ausnahmen – etwa für Anwohner. Die Deutsche Umwelthilfe, die ja geklagt hatte, freut sich sehr über das Urteil. "Ich glaube, wir haben heute einen ganz großen Tag für saubere Luft in Deutschland erreicht", sagte deren Chef Jürgen Resch. Umweltorganisationen wie Greenpeace sprechen sogar von einem Sieg für die Gesundheit der Menschen.

Viele Fragen sind noch offen

Von der Blauen Plakette habt ihr bestimmt schon mal was gehört. Die könnten Dieselautos bekommen, wenn sie die geforderten Abgaswerte einhalten. Blau würde dann bedeuten: freie Fahrt! Ansonsten wäre es ziemlich schwierig zu kontrollieren, ob die Fahrverbote tatsächlich eingehalten werden. 130.000 neue Schilder bräuchte es zum Beispiel in München. Grundsätzlich kann jede Stadt in Deutschland frei entscheiden, wie und ob überhaupt sie diese Fahrverbote umsetzt.

Kommt ein kostenloser Nahverkehr?

Ein kostenloser Nahverkehr klingt gut, ist aber nicht zu machen und bringt in München fast nichts für eine bessere Luft, sagt Münchens zweiter Oberbürgermeister Josef Schmid. Schon jetzt sind die U-Bahnen voll, noch mehr Fahrgäste gehen nicht. Auch andere Städte sind von der Idee wenig begeistert. Bonn und Mannheim sollten das ja ausprobieren. Doch dort heißt es jetzt: "Ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr ist eine Illusion."


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