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Geocaching Schatzsuche mit Satellitenhilfe

Wenn es zu Zeiten von Indiana Jones oder Käpt'n Jack Sparrow das Geocaching (ausgesprochen: "Geokäsching") schon gegeben hätte, wären der Abenteurer und der Pirat sicher große Fans gewesen. Geocaching ist eine moderne Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Man bekommt nämlich technische Hilfe beim Suchen – und zwar von Satelliten.

Von: Kerstin Öchsner

Stand: 10.10.2018

Los geht's - mit ganz viel Technik

Die Satelliten, die unsere Erde umkreisen, kennen jeden Fleck auf ihr und können metergenau sagen, wo ein bestimmter Punkt liegt. Das funktioniert über das Koordinatensystem der Erde, das sich wie ein Netz aus senkrechten und waagrechten Linien über den ganzen Planeten spannt. Jeder einzelne Punkt hat eine eigene Nummer, die sich aus langen Zahlenreihen zusammensetzt. Und wenn man den Satelliten so eine Nummer nennt, können sie genau anzeigen, wo auf der Erde sich der zugehörige Punkt befindet.

Um mit den Satelliten "sprechen" zu können, braucht man normalerweise ein spezielles Gerät – GPS-Gerät genannt. Neuere Smartphones können das aber oft auch. Mit ihrer Hilfe können uns die Satelliten nicht nur sagen, wo ein gesuchter Punkt auf der Erde ist, sondern auch, an welcher Stelle wir selber uns gerade befinden.

Das Versteck des Schatzes

Die viele Technik ist deshalb wichtig, weil die komplizierten Nummern oft der einzige Hinweis sind, den es beim Geocaching zum Finden des Schatzes gibt. Du findest diese Hinweise im Internet auf besonderen Geocaching-Webseiten. Andere Geocacher haben an allen möglichen Orten in Deutschland und auf der ganzen Welt kleine Döschen, Boxen oder sogar richtig große Truhen versteckt und im Internet die Nummer angegeben, wo ihre Schätze zu suchen sind.

Die Schatzsuche

Hast du dir also im Internet ein Versteck ausgesucht, tippst du die zugehörige Nummer ins GPS-Gerät oder Smartphone ein und kannst dir dann vom Satelliten den Weg zum Schatz zeigen lassen. Manchmal liegt der Schatz gleich an der ersten Station, oft gibt es aber auch - wie bei einer Schnitzeljagd - mehrere Stationen, wo du zuerst kniffelige Rätsel oder Aufgaben lösen musst, bevor du die Nummer des eigentlichen Schatzverstecks bekommst. Wenn der Satellit dich dann an Ort und Stelle geführt hat, heißt es trotzdem noch genau suchen - denn natürlich liegt der Schatz nicht für alle sichtbar auf dem Boden, sondern ist gut versteckt: im Gebüsch, unter Laub, in Mauernischen oder er ist gar mit einem Magneten an einem Schild befestigt.

Die Belohnung

Hurra, der Schatz ist gehoben! Wenn die Schatzbox groß genug ist, findest du in ihrem Inneren oft kleine Gegenstände – von Überraschungseierfiguren bis zu ausländischen Münzen oder bunten Murmeln. Davon darfst du dir etwas aussuchen und als Beute mit nach Hause nehmen. Aber Achtung: Damit auch der nächste Schatzsucher noch einen Schatz findet, muss getauscht werden. Du bringst eine Kleinigkeit mit, die du in die Box legst und darfst dir dafür etwas herausnehmen. Wer nichts zum Tauschen dabei hat, darf auch nichts mitnehmen, so sind die Regeln.

Außerdem findet sich in der Schatzbox auch immer ein Block oder ein Stück Papier, das sogenannte Geocaching-Logbuch. Darauf darf sich jeder eintragen, der den Schatz erfolgreich gehoben hat. Oft bedankt man sich auch beim Verstecker dafür, dass man so eine spannende Schnitzeljagd hatte. So freuen sich am Ende beide: der Schatzsucher über die Beute und der Verstecker über die Grüße der vielen erfolgreichen Finder.


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