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klaro-Thema: Fußball-WM 2018 Auch Regelverstöße abseits des Spielfelds haben Folgen

Bei der Fifa-WM entscheiden nicht nur Tore, sondern auch das Sportgericht. Schon in der Vorrunde musste es Spieler und Verbände bestrafen und verwarnen.

Von: Katrin Stadler

Stand: 29.06.2018

Zeichnung von Daniel aus der Klasse 4c der Michael Ende Schule Raubling | Bild: BR

Abseits, Ecke, Foul-Elfmeter: Die Regeln des Spiels können Fußballer bestimmt im Schlaf aufsagen. Doch wenn zum Beispiel bei einem WM-Spiel in Russland die Nerven blank liegen, können auch außerhalb der reinen Spielregeln Verstöße passieren, die Folgen haben.

Auch abseits des Fußballfeldes gibt es jede Menge Regeln zu beachten.

Das Vorrundenspiel Deutschland-Schweden war der reinste Fußballkrimi. Erst in der allerletzten Minute gelang Deutschland der Siegtreffer. Direkt danach wurde das Spiel abgepfiffen und es war klar: Deutschland bekommt die so wichtigen drei Punkte, Schweden geht leer aus. Aufgeheizt von diesem Ergebnis sprangen ein paar Mitglieder des deutschen Betreuerteams auf, liefen auf ihre schwedischen Kollegen zu und machten ihnen gegenüber triumphierende Gesten. Verlierern ihre Niederlage so noch mal unter die Nase zu reiben, das geht gar nicht. Die Beteiligten entschuldigten sich noch in der Kabine der Schweden für ihren Gefühlsausbruch. Trotzdem hat der Deutsche Fußballbund (DFB) den betroffenen Betreuern verboten, beim nächsten Deutschlandspiel am 27. Juni 2018 gegen Südkorea in allererster Reihe auf der Betreuerbank dabei zu sein.

Auch andere Vorrundenspiele sorgten schon für Ärger und führten zu Urteilen des Sportgerichts. Schweizer Fußballer hatten im Spiel gegen Serbien die Gegner mit politischen Gesten provoziert. Sie jubelten über ihre Tore, indem sie mit den Armen einen doppelten Adler vor der Brust bildeten. Das gilt als Nationalzeichen der ehemaligen Kriegsgegner der Serben und hat beim Fußball nichts verloren. Wegen dieser Provokation hätte das Sportgericht die Spieler für WM-Spiele sperren können. Letztendlich sind sie aber mit Geldstrafen davon gekommen.

Weil im selben Spiel serbische Fans immer wieder rassistische Beleidigungen riefen, wurde auch der serbische Fußballverband an Stelle der Fans zu einer Geldstrafe verurteilt und muss jetzt fast 47.000 Euro zahlen.


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