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Flugzeuge Vom Hängegleiter zum Superjumbo

Der Traum zu fliegen ist wohl in etwa so alt wie die Menschheit. Viele bekannte und unbekannte Menschen haben sich Gedanken übers Fliegen gemacht, getüftelt und gebaut, bis es dann schließlich geklappt hat. Hier steht eine kleine Geschichte der Luftfahrt.

Von: Annabelle Hauk, Joachim Thiel, Johannes Keller

Stand: 28.02.2018

Symbolbild: A 380 von der Fluggesellschaft Emirates auf einer Landebahn | Bild: picture-alliance/dpa

Der Traum zu fliegen ist wohl in etwa so alt wie die Menschheit. Heute fliegen wir ganz selbstverständlich mit dem Flugzeug in den Urlaub und in ferne Länder, ein Hubschrauber holt Verletzte aus den Bergen oder Drachenflieger gleiten am Himmel. Früher war das undenkbar. Viele bekannte und unbekannte Menschen haben sich Gedanken übers Fliegen gemacht, getüftelt und gebaut, bis es dann schließlich geklappt hat. Leonardo da Vinci zum Beispiel, der Vögel beobachtet hat, der Schneider von Ulm, der bei seinem Flugversuch in die Donau plumpste oder die Brüder Wright, denen ein Motorflug gelang.

Der Hängegleiter

Otto Lilienthal mit seinem Hängegleiter.

Schon vor ungefähr 120 Jahren entwickelte der deutsche Flugpionier Otto Lilienthal einen Flugapparat, mit dem er immerhin 25 Meter weit fliegen konnte. Sein Hängegleiter hatte rechts und links zwei Flügel aus Weidenzweigen, bespannt mit Baumwollstoff. Hinten war ein kleines Ruder zum Lenken und in der Mitte konnte sich der Pilot einhängen.

Von einem Hügel aus nahm er etwas Schwung und flog los. Um die richtige Flugtechnik zu finden, beobachtete Otto Lilienthal Störche und Bussarde. Im Gleitflug bewegen sich ihre Flügel fast gar nicht. Deshalb fuchtelte er auch nicht mit den Flügeln am Flugdrachen hin und her, sondern hielt sie starr.

Die Gesetze des Fliegens

Es gibt bestimmte physikalische Gesetze für das Fliegen. Das galt früher und ist auch heute noch gültig. Man benötigt spezielle leicht nach oben gewölbte Flügel und Geschwindigkeit! Wenn ein Fluggerät dann genug Tempo hat, schießt der Wind am Flügel vorbei, drückt von unten und zieht ihn gleichzeitig mit einem Sog nach oben.

Motorflieger

Charles Lindbergh mit seiner Spirit of St. Louis.

Motoren sorgten dann dafür, dass man länger und weiter fliegen konnte. 1927 überquerte der Amerikaner Charles Lindbergh mit dem ersten Nonstop-Alleinflug den Atlantik von New York nach Paris! Seine Maschine war die einmotorige "Spirit of St. Louis". Dafür, dass sie aus Stahlrohr und Holz gemacht wurde und nur mit Stoff verkleidet war, hat die Maschine ganz schön viel ausgehalten.

Charles Lindbergh war ein sehr mutiger Mann. Weil das Flugzeug sehr viel Treibstoff an Bord hatte, verzichtete er, um Gewicht zu sparen, auf Fallschirm und Funkgerät. Die größte Meisterleistung war aber, nicht einzuschlafen, denn der Flug dauerte über 33 Stunden.

Silbernes Aluminiumwellblech

Die Ju 52, auch "Tante Ju" genannt.

Nach und nach wurden die Flugzeuge größer und konnten Menschen und Material transportieren. Die Kabine der berühmten JU 52 bot Platz für 16 Passagiere und hatte eine Heizung. Zudem war sie mit drei Propellermotoren ausgestattet. Nun baute man die Flugzeuge auch nicht mehr aus Holz und Stofftuch. Die Ju 52 erstrahlte in silbernem Aluminiumwellblech.

Passagierflugzeuge in strahlendem Weiß

Als immer mehr Menschen Flugzeuge als Verkehrsmittel nutzten und größere Flugzeuge gebaut wurden, wollten die Luftfahrtgesellschaften trotzdem zeigen, dass so ein Passagierflugzeug etwas ganz Besonderes ist. Deswegen wurden alle Flugzeuge silbern lackiert. Irgendwann war die Farbe aber zu teuer - und die günstigere Lösung war ganz einfach weiß. Die Farbe sieht edel aus und ähnelt der Farbe Silber.

Schwarze und dunkle Farben werden hingegen selten als Anstrich verwendet, weil sich dann das Flugzeug bei Sonneneinstrahlung zu stark aufheizt. Außerdem wäre das Flugzeug durch die bunte Lackierung schwerer und bräuchte mehr Treibstoff. Darum erstrahlen die großen Passagierflugzeuge bis heute in Weiß.

Düsentriebwerke

Um noch schneller zu werden, wurden die einfachen Propellermotoren in den 1960er-Jahren immer mehr durch Düsentriebwerke ersetzt. Dabei wird vorne die Luft angesaugt, dann im Triebwerk mit Kerosin, dem Flugbenzin, gemischt und hinten schießen dann die Abgase mit einem Affenzahn raus und geben so dem Flugzeug den gewaltigen Schub. Der Düsenjet Lockheet SR-71 stellte schon 1976 einen Geschwindigkeitsweltrekord auf: Er flog über 3.500 Kilometer pro Stunde schnell, also mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit.

Superjumbo A 380

Eine Ju 52 vor einem Airbus A 380.

In der heutigen Zeit gibt es Wasserflugzeuge, Löschflugzeuge für Waldbrände oder Frachtflugzeuge, mit denen man Autos oder Schiffe transportieren kann. Das neueste Passagierflugzeug ist der Airbus A380 - mit über 850 Plätzen auf zwei Decks. Der A380 ist breiter als ein Fußballfeld und fast so lang. Solche Superjumbos können nicht einmal überall landen, weil häufig die Landebahnen viel zu kurz sind.


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