3

klaro-Thema: Umwelt Kein Brot für Allgäuer Enten

Zumindest kann niemand mehr sagen, er hätte es nicht gewusst. Vier große Schilder stehen seit Mai 2018 am Ufer des Lindenberger Waldsees im Allgäu: Wasservögel bitte nicht füttern. Aber was ist daran verkehrt, Enten ab und zu mit trockenen Brotresten eine Freude zu machen?

Von: Anne Buchholz

Stand: 15.06.2018

Zeichnung von Maja aus der Klasse 4a der Grund- und Mittelschule Weiler im Allgäu | Bild: BR

Zoologen sind sich einig: Brot ist für Wasservögel nicht gesund. Es enthält zu viel Salz und quillt im Magen der Tiere auf. Außerdem kann herumliegendes Futter Ratten und Mäuse anziehen.

Was aber im Fall des Lindenberger Waldsees noch viel wichtiger ist: Durch das Zufüttern leben viel zu viele Stockenten am und im See. Und wenn die alle mal müssen …? Genau. Diese Mischung aus Entenkot und Brotbrocken reichert das Wasser mit zusätzlichen Nährstoffen an. Dadurch wachsen mehr Algen im See. Damit die wiederum zersetzt werden können, wird Sauerstoff verbraucht. Die Folge: In manchen Gewässern sinkt im Sommer der Sauerstoffgehalt so stark, dass Fische und Wasserpflanzen regelrecht ersticken. Der See "kippt um".

Deshalb: Wer der Natur eine echte Freude machen will, isst sein Brot lieber selber auf!


3