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klaro-Thema: Flüchtlinge CDU und CSU einigen sich im Asylstreit

Seit Wochen hat es in der Bundesregierung einen ziemlich heftigen Streit gegeben – genauer gesagt zwischen der CDU und der bayerischen Schwesterpartei CSU. Im Kern ging es um die Frage, was mit Flüchtlingen passieren soll, die nach Deutschland kommen wollen, aber schon in einem anderen Land der EU einen Asylantrag gestellt haben. Jetzt gibt es endlich eine Einigung.

Von: Friederike Breyer

Stand: 07.07.2018

Zeichnung von Jakob aus der Klasse 4a der Grundschule St. Korbinian in Freising | Bild: BR

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auch CDU-Chefin ist, vertrat die Meinung, dass die Länder der Europäischen Union in der Flüchtlingspolitik zusammenarbeiten sollen.

Viele Flüchtlinge begeben sich auf eine gefährliche Reise über das Mittelmeer.

Die meisten Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, landen in Italien oder Griechenland; und in dem Land, das sie zuerst betreten, müssen sie eigentlich auch ihren Asylantrag stellen. Allerdings müssen die Länder, die direkt am Mittelmeer liegen, deswegen auch die meisten Flüchtlinge aufnehmen.

Bundesinnenminister und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer forderte hingegen, dass Deutschland Flüchtlinge an den Grenzen abweisen muss – und zwar solche, die bereits in einem anderen EU-Land einen Asylantrag gestellt haben.

Horst Seehofer und Angela Merkel einigen sich im Asylstreit.

So wollte Seehofer verhindern, dass Menschen nach Deutschland kommen, die eigentlich keine Berechtigung dazu haben. In dem Streit mit der Kanzlerin ging es sogar so weit, dass Seehofer damit gedroht hat, zurückzutreten, wenn seine Forderung nicht durchgesetzt wird. Nun haben sich Merkel und Seehofer darauf verständigt, dass an der deutsch-österreichischen Grenze Transitzentren entstehen. Flüchtlinge, die bereits einen Asylantrag in einem anderen EU-Land gestellt haben, sollen von diesen Zentren aus in das Land zurückgeschickt werden, das auch wirklich für sie zuständig ist.


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