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Bayerischer Verdienstorden Thomas Müller und Anna Schaffelhuber geehrt

Es ist eine große Ehre für den Fußballer Thomas Müller und die Skirennfahrerin Anna Schaffelhuber: Sie haben den bayerischen Verdienstorden verliehen bekommen. Nicht zum ersten Mal werden Sportler mit diesem Orden ausgezeichnet.

Von: Bernhard Schulz

Stand: 04.12.2019

Ein Orden für herausragende Mitbürger

Der Bayerische Verdienstorden wird an Leute verliehen, die sich um Bayern verdient gemacht haben. Dabei muss man kein Bayer sein: Das weiße Kreuz mit dem blauen Rand kann jeder bekommen, egal woher er kommt oder wo er lebt. Wichtig ist, dass der Ordensträger sich besonders für das Gemeinwohl in Bayern eingesetzt hat.

Geehrt werden kann, wer dem Gemeinwohl dient

Stolze Trägerin eines Ordens: Kabarettistin Monika Gruber

Unter "Gemeinwohl" wird etwas verstanden, das für Alle von Vorteil ist. Darunter können die unterschiedlichsten Dinge fallen: Jemand, der schöne Gedichte schreibt, kann sich ebenso um das Gemeinwohl verdient machen, wie ein Feuerwehrmann, der täglich sein eigenes Leben riskiert, um andere zu retten. Thomas Müller zum Beispiel hat seinen Orden nicht nur deswegen bekommen, weil er so oft mit dem FC Bayern Deutscher Fußballmeister wurde und mit der deutschen Mannschaft Weltmeister. Mindestens genauso wichtig war, dass er sich für Kinder und Jugendliche einsetzt, die in schwierigen Lebenslagen sind. Bei Anna Schaffelhuber ist es ähnlich: Sie wurde nicht nur geehrt, weil sie viele Medaillen bei den Paralympics gewonnen hat, sondern weil sie, als Rollstuhlfahrerin, sehr vielen Menschen Mut gemacht hat, trotz einer Behinderung an sich selbst zu glauben und Außergewöhnliches zu leisten. Auch Monika Gruber wurde nicht nur wegen ihren frechen Sprüchen auf der Kabarettbühne ausgezeichnet, sondern auch, weil sie sich für eine Hilfsorganisation einsetzt.

Sportler werden oft ausgezeichnet

Anna Schaffelhuber und Thomas Müller sind nicht die einzigen Sportler, die den Orden besitzen. Auf der Liste der Ordensträger stehen zum Beispiel auch die Fußballer Bastian Schweinsteiger und Franz Beckenbauer oder die Wintersportler Magdalena Neuner und Markus Wasmeier.

Wer entscheidet über die Vergabe?

Der Orden wird jährlich vom bayerischen Ministerpräsidenten verliehen. Vorschläge, wer ausgezeichnet werden soll, können von ihm und von seinen Ministern und Ministerinnen kommen. Anregungen darf jeder von uns einreichen. Insgesamt dürfen nur 2.000 lebende Personen mit dem Orden ausgezeichnet werden. Zur Zeit sind es etwas mehr als 1.600, die ihn tragen dürfen.

Ordensträger haben Sonderrechte

Der Orden hat die Form eines sogenannten Malteserkreuzes. Vorne ist das bayerische Rautenwappen, auf der Rückseite der bayerische Löwe.

Zusammen mit dem Orden, der entweder an einem Band um den Hals getragen wird oder als Anstecker auf der linken Brust, bekommen die Geehrten auch einen Ausweis. Damit können sie und eine Begleitperson kostenlos in alle staatlichen Schlösser und Museen. Außerdem dürfen sie jederzeit kostenlos die staatlichen Schiffe auf dem Ammersee, Königssee, Starnberger See und Tegernsee benutzen. Weiterer "Verdienst", also Geld, ist mit dem bayerischen Verdienstorden nicht verbunden.

Was ist ein Orden?

Ein Orden ist eine tragbare Auszeichnung, die von Staaten vergeben wird, um besondere Leistungen oder vorbildliches Verhalten zu ehren. Es gibt Orden nicht nur beim Militär, sondern es gibt auch welche für Zivilisten, also ganz normale Menschen. Der bayerischer Verdienstorden ist so ein "Zivilorden". Bereits bei den alten Ägyptern gab es Orden, der berühmteste war eine Kette mit drei goldenen Fliegen: Die Fliegen galten damals als Symbol für Hartnäckigkeit und Ausdauer.


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