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GRIPS Deutsch 5 Wie dir ein Bewerbungsgespräch gelingt

Die erste Hürde ist geschafft: Deine Bewerbungsunterlagen haben überzeugt. Nun fragst du dich, was dich beim Bewerbungsgespräch erwartet und wie du dich darauf vorbereiten kannst? Tipps und Tricks findest du hier.

Stand: 02.08.2011 | Archiv

Illustration GRIPS Deutschlehrerin- Lektion 05 | BR | Bild: BR

Weder Zittern noch Angst sind angesagt, wenn du dich auf eine Stelle bewerben möchtest. Wenn du gut vorbereitet bist, brauchst du gar nicht nervös zu werden. Damit du sicher und ruhig in solch ein Gespräch gehen kannst, gibt es im folgenden Text anhand von typischen Fragen wertvolle Tipps für eine optimale Vorbereitung.

Vorbereitungen auf ein Bewerbungsgespräch

Finde Informationen über den Betrieb heraus. In jedem Bewerbungsgespräch wird man dir diese Fragen stellen: "Warum wollen Sie ausgerechnet bei uns anfangen?" oder "Was wissen Sie denn schon über unser Unternehmen?"
Damit möchte man herausfinden, ob du dich wirklich für die Firma und ihre Produkte und damit auch für die Arbeit interessierst. Denn interessierte Mitarbeiter sind motivierte und bessere Mitarbeiter. Und na klar, die sucht der Betrieb!
Also: Finde schon vor dem Bewerbungsgespräch etwas über die Firma heraus!

Vorab informieren

Quellen

Hier kannst du Informationen sammeln

  • Im Internet, die meisten Betriebe haben eine eigene Internetseite.
  • In Zeitungen kann etwas über Betriebe stehen.
  • Größere Firmen haben oft auch eigene Mitarbeiterzeitschriften.
  • Vielleicht arbeiten Freunde und Bekannte dort, dann kannst du sie befragen.
  • Auch in den Stellenanzeigen stehen Informationen.

Fragen zum Betrieb

Darüber solltest du informiert sein

  • Was macht der Betrieb? Welche Produkte stellt er her oder welche Dienstleistungen werden angeboten?
  • Wie groß ist der Betrieb? Wieviele Mitarbeiter gibt es? Ist er sogar im Ausland tätig oder vielleicht Marktführer?

Fragen zur Ausbildung

Finde etwas über die Ausbildung heraus

  • Vielleicht kannst du sogar schon etwas darüber herausfinden, wie die Ausbildung im Betrieb organisiert wird. Also zum Beispiel, ob du in verschiedenen Abteilungen eingesetzt wirst oder ob es eine Auszubildendenvertretung gibt und so weiter.

Einige oder mehrere dieser Fragen werden dir mit Sicherheit gestellt werden: "Welche Hobbys haben Sie?" oder "Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders gut gefallen?" oder "Welche Stärken/Schwächen haben Sie?"
Mit diesen Fragen versucht man herauszufinden, ob du Fähigkeiten, Interessen und Stärken hast, die im Beruf nützlich sein könnten und ob du dich mit deinen eigenen Stärken und Schwächen bereits auseinandergesetzt hast.

Finde Informationen über den Ausbildungsberuf heraus. Auch zum Ausbildungsberuf wird man dir Fragen stellen, zum Beispiel: "Warum möchten Sie ausgerechnet diese Ausbildung beginnen?" oder "Was reizt Sie an dieser Ausbildung besonders?"
Mit diesen Fragen versucht der Personaler herauszubekommen, ob du dich mit dem Beruf schon auseinandergesetzt hast. Und ob du für dich überlegt hast, ob deine Interessen und Fähigkeiten auch zum Beruf passen. Und wenn ja, warum.
Also: Finde schon vor dem Bewerbungsgespräch möglichst viel über den Ausbildungsberuf heraus.

Über den Ausbildungsberuf

Quellen

Hier bekommst du Informationen

  • Im BIZ, dem Berufsinformationszentrum der Arbeitsagenturen kannst du dich über alle Ausbildungsberufe informieren. Dort stehen dir auch erfahrene Berufsberater zur Seite.
  • Natürlich gibt es auch wieder im Internet Informationen.
  • Oder du hast Bekannte und Verwandte, die den Beruf ausüben. Die können dir am besten vom Arbeitsalltag erzählen.
  • Noch besser ist es, wenn du ein Praktikum in dem Beruf machst. Zum einen kannst du dabei viele Informationen aus erster Hand sammeln und zum anderen feststellen, ob dir dieser Beruf wirklich zusagt. Auch im Bewerbungsgespräch gibt ein Praktikum Pluspunkte, weil du dadurch einen engagierten Eindruck machst. Außerdem geht der Personaler dann davon aus, dass du weißt, worauf du dich bewirbst.

Inhalt und Bedingungen des Berufs

Wichtige Fragen zur Ausbildung, die du klären solltest

  • Versuche herauszubekommen, welche Inhalte vermittelt werden. Also: Was lernst du im ersten, im zweiten und im dritten Lehrjahr.
  • Passen meine Fähigkeiten und Interessen zum Ausbildungsberuf?
  • Wie sind die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel Geselle, Meister, Spezialisierung in eine bestimmte Richtung?
  • Wie sind die Arbeitszeiten jetzt und nach der Ausbildung?
  • Wird der Berufsschulunterricht blockweise stattfinden oder an bestimmten Tagen in der Woche? Wo ist die Berufsschule?

Eigene Stärken und Schwächen kennen

Einige oder mehrere dieser Fragen werden dir mit Sicherheit gestellt werden: "Welche Hobbys haben Sie?" oder "Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders gut gefallen?" oder "Welche Stärken/Schwächen haben Sie?"
Mit diesen Fragen versucht man herauszufinden, ob du Fähigkeiten, Interessen und Stärken hast, die im Beruf nützlich sein könnten und ob du dich mit deinen eigenen Stärken und Schwächen bereits auseinandergesetzt hast.

Vorbereitung auf Fragen

Hobbys

Was machst du gern in deiner Freizeit?
Überlege dir, welche Freizeitaktivitäten und Hobbys du gerne machst und ob sie zum Beruf passen. Fahrräder reparieren passt gut zu handwerklichen Berufen oder Blumen pflegen zum Gärtner. Nicht immer ist der Zusammenhang so offensichtlich. Trainierst du zum Beispiel eine Kinderfußballmannschaft lässt das auf Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit schließen. Und das kann man in vielen Berufen gebrauchen.

Stärken

Passen deine Stärken zum Beruf?
Ein KFZ-Mechatroniker muss gut in Mathematik und Physik sein, sonst kommt er nicht weit. Und für alle Büroberufe ist eine fehlerfreie Rechtschreibung wichtig. Jeder Beruf erfordert ganz bestimmte Kenntnisse und Stärken in bestimmten Unterrichtsfächern. Prüf nach, ob deine zu deinem Traumberuf passen.

Stärken-Schwächen-Profil

Mal ehrlich: Was sind deine Stärken und Schwächen?
Erstelle ein Stärken-Schwächen-Profil, das heißt schreibe alle deine Stärken und Schwächen auf. Lass dir von deinen Eltern, Geschwistern und Freunden helfen. Vielleicht finden sie Stärken (und Schwächen), die dir selbst gar nicht bewusst sind. Dann überlege: Welche der Stärken können mir in meinem Wunschberuf helfen? Welche Schwächen werden hinderlich sein? Und kann ich die Schwächen ausgleichen oder daran arbeiten, so dass ich den Beruf trotzdem ausüben kann? Oder passt der Beruf vielleicht doch nicht zu mir?

Beispiele

Kein Frühaufsteher - kein Bäcker
Es gibt Berufe, bei denen man viel mit Menschen zu tun hat. Wenn man das nicht mag, sollte man lieber keine solche Ausbildung machen.
Wenn man nicht gern schmutzig wird, ist die Arbeit auf einer Baustelle oder im Garten sicher nichts.
Wenn man nicht gern früh aufsteht oder Probleme hat, tagsüber zu schlafen, sollte man sich früh genug überlegen, ob man für einen Beruf mit Nachtschichten geeignet ist.

Sei im Gespräch ehrlich und erfinde nichts. Das fliegt früher oder später eh auf. Die Frage nach den Schwächen ist immer schwierig zu beantworten. Dein Gegenüber möchte vor allen Dingen herausfinden, wie du mit der Frage umgehst. Also, ob du auf eine solche Frage empört oder vielleicht auch beleidigt reagierst oder mit Humor. Möglicherweise findest du eine witzige Schwäche oder eine, die eigentlich gar keine ist.
Nachdem du dir zu all diesen Fragen Gedanken gemacht hast, wirst du vielleicht feststellen, dass der Beruf doch nicht der richtige ist. Um so besser, wenn du es noch rechtzeitig vor Ausbildungsbeginn bemerkst. So bleibt dir Zeit einen zu deinen Stärken passenden Beruf zu suchen.

Im Bewerbungsgespräch: Dein Auftritt

Wie man sich gibt, kleidet und spricht, hängt natürlich auch immer ein wenig von der Stelle ab, für die man sich bewirbt. Dennoch gibt es einige Regeln, die du immer einhalten solltest, weil alle zukünftigen Chefs froh sind, wenn du pünktlich bist oder dich angemessen kleidest. 

Achte auf:

  • Pünktlichkeit
  • Aussehen
  • Körperhaltung

Außerdem ist jeder froh, wenn er nicht einen missmutigen, schlecht gelaunten sondern einen freundlichen Menschen vor sich hat. Also versuche es auf jeden Fall mit einem Lächeln und blicke deinen Gesprächspartnern immer wieder in die Augen, wenn du mit ihnen sprichst. Lass den anderen ausreden. Und vergiss nicht dein Handy vor dem Gespräch auszumachen und den Kaugummi aus dem Mund zu nehmen - Handyklingeln und Schmatzen machen keinen guten Eindruck!

Im Bewerbungsgespräch

Pünktlichkeit

Sei pünktlich!
Der erste Eindruck zählt!
Kommst du schon zum Vorstellungsgespräch zu spät, wird man davon ausgehen, dass du es auch mit der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit in der Arbeit nicht so genau nimmst.
Also: Sei besser zehn Minuten eher da. Schau dir vorher an, wie du zum Betrieb kommst, wie die Verbindung mit Bus oder Bahn ist, ob es Parkplätze gibt etc. Plane auch einen ausreichend großen Zeitpuffer ein, falls es einen Stau gibt oder der Bus verspätet ist. Manchmal ist auch das Betriebsgelände ziemlich groß, so dass es einige Minuten dauert von der Pforte zum Büro des Personalers zu gelangen.

Körperpflege

Sei gewaschen!
Noch einmal: Der erste Eindruck zählt!
Das heißt, erscheine zum Gespräch sauber und gepflegt. Also: Körper, Haare, Hände, Fingernägel und Kleidung waschen und Schuhe putzen. Denn keiner möchte einen dreckigen, stinkenden und ungepflegten Kollegen haben.

Dennoch solltest du nicht mit Make-up übertreiben. Sei auch sparsam mit Deo und Parfum.

Aussehen

Kleide dich angemessen!
Bei der Kleiderfrage gilt: Komme zum Beruf passend gekleidet. Das meint nicht, dass du im Blaumann auftauchen sollst. Aber Anzug und Kostüm wären für ein Bewerbungsgespräch für ein Handwerk auch übertrieben. In der Bank wären sie allerdings angesagt. Saubere (Stoff-)Hosen, Bluse, Hemd oder Poloshirt passen oft. Gar nicht gehen zum Beispiel FlipFlops, Caps, Miniröcke, Muskelshirts, tiefe Ausschnitte, übertrieben viel Schmuck oder Make-up.

Körperhaltung

Halte dich aufrecht!
Auch wenn es schon nervt: Der erste Eindruck zählt!
Deine Körpersprache verrät viel über dich. Man sagt auch die äußere Haltung zeigt die innere Haltung. Wenn du also mit verschränkten Armen und Beinen und verkniffenem Gesicht dasitzt, wird man dich als eher verschlossen und abweisend wahrnehmen.
Vergiss am Anfang auch nicht, die Hand zu reichen und dich vorzustellen - Höflichkeit kann nie schaden!

Eindruck

So machst du einen guten Eindruck:

  • vergiss vor dem Gespräch nicht dein Handy auszuschalten und den Kaugummi aus dem Mund zu nehmen,
  • sitze nicht zu breitbeinig,
  • keine verschränkten Arme und Beine,
  • sitze und stehe gerade,
  • stecke die Hände nicht in die Hosentasche,
  • halte de Hände vor dem Körper,
  • schau deinem Gesprächspartner in die Augen, wenn du antwortest,
  • lächle, das macht dich sympathischer.

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