Gesundheitstag


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Hochseilgarten Klettergarten: Fitnesstraining und Therapie

Hochseilgarten: Wer nicht nur etwas für seine Fitness tun möchte, sondern auch für seine Gesundheit, der ist hier richtig. Gesundheit!-Reporterin Veronika Keller will heute hoch hinaus – ob sie sich traut?

Von: Agnieszka Schneider

Stand: 09.07.2018

Im Hochseilgarten oben herumkraxeln macht Spaß. So ein Hochseilgarten kann ein richtiges Fitnessstudio und sogar Therapieort sein, zum Beispiel bei Höhenangst. Um mehr darüber zu erfahren, warum ein Klettergarten der Gesundheit gut tut, treffen wir im Hochseilgarten Scherneck bei Augsburg den Klettertherapeuten Dr. Thomas Lukowski. Eigentlich geht man ja in den Hochseilgarten, um Spaß zu haben. Inwiefern kann man das auch therapeutisch nützen?

"Hochseilgarten und therapeutisches Klettern sind eine wunderbare Synthese aus körperlicher Fitness, Kraft, Ausdauer, Koordination, Entspannung, Abschalten, aber auch in abgesicherten Situationen Grenzerfahrungen zu erleben, die bei psychischen Erkrankungen gut sind, um das Ganze besser bearbeiten zu können."

Dr. med. Thomas Lukowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Akupunktur und Suchtmedizin (BLÄK), Berg- und Höhenmedizin (UIAA und ISMM)

Hochseilgarten: Training und Herausforderung für die ganze Familie

Spaß und Herausforderung für die ganze Familie: Ein Besuch im Hochseilgarten.

Genau diese verschiedenen Aspekte des Hochseilgartens will Familie Dotsen-Profire heute ausprobieren. Jeder schätzt dabei etwas anderes.

"Ich komme hierher, um Stress abzubauen und um mich fit zu halten. Du hörst ja schon die Vögel zwitschern. Nach der Arbeit ist es ganz, ganz toll, da kann man einfach schön abschalten."

Carlos Dotsen-Profire

Seine Frau Jenna hat ein ganz anderes Anliegen.

"Ich habe Höhenangst verbunden mit Platzangst. Und ich denke, das hilft mir dabei, das ein bisschen abzubauen und so bisschen in Schacht zu kriegen, weil im Alltag kann man sich da nicht unterkriegen lassen von diesen Ängsten."

Jenna Dotsen-Profire

Therapieort Hochseilgarten: Klettertherapeut Dr. Thomas Lukowski im Gespräch

Bereits im Vorfeld hat sie sich mit Dr. Lukowski mental mit ihrer Höhenangst auseinandergesetzt. Jetzt will sie sich der Herausforderung stellen.

Hochseilgarten: Sicherer Spaß für jeden           

Hochseilgarten: Doppelte Absicherung und perfekte Ausrüstung

Trainer Max Gutmann vom Kletterwald Scherneck bei Augsburg macht eine Sicherheitseinweisung und rüstet alle für den Parcours aus. Der Schutzhelm muss straff sitzen genauso wie der Klettergurt mit dem Selbstsicherungssystem. Mit den beiden Rollenkarabinern, richtig einhängt und gesichert, kann nichts passieren.

"Auf den Plattformen oben bitte drauf achten, dass nicht mehr als drei Mann da oben stehen und immer einzeln zwischen den Bäumen beim Klettern. Wenn Euch irgendwo unsere Befestigungen nicht ausreichen sollten und ihr euch unwohl fühlt – Jenna zum Beispiel – als zusätzlichen Halt einfach unterhalb der Sicherungsgeräte greifen – die sind weich, die hast du immer dabei."

Max Gutmann, Kletterwald Scherneck

Doch wie geht man mit mulmigen Gefühlen um, die sich jetzt schon einstellen?

"Wenn das Beklemmungs- oder Angstniveau auf einer niedrigen Ebene ist, kann man versuchen, die Leute abzulenken – mit einer lustigen Frage zum Beispiel. Dann gehe ich davon aus, dass in dem Moment das Beklemmungsgefühl vielleicht um fünf oder sieben Prozent schon runtergegangen ist."

Dr. med. Thomas Lukowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Akupunktur und Suchtmedizin (BLÄK), Berg- und Höhenmedizin (UIAA und ISMM)

Hochseilgarten: Einstieg Kinderparcours

Hochseilgarten: Schritt für Schritt gegen die eigenen Ängste

Für Jenna geht es jetzt los – auf einem Kinderparcours. Der ist nur einen Meter hoch, trotzdem ein erster, aber wichtiger Schritt, um die Höhenangst zu überwinden. Alle klettern mit, um Jenna mehr Sicherheit zu geben. Auch Olivia schaut der Mama zu. Mit dem Kinderparcour hat Jenna keine größeren Schwierigkeiten – Tochter Olivia hat ihr wohl Mut gegeben, die übrigens klettert auch ohne Gurt kräftig mit.

Während Jenna ihre ersten Erlebnisse des Niedrigparcours noch verarbeitet, sind Carlos, Tara und Gesundheit!-Reporterin Veronika bereits in zehn Metern Höhe unterwegs und fahren Skateboard. Das macht richtig Spaß.

Hochseilgarten: Fitnesstraining in luftiger Höhe

Hochseil- und Klettergärten: Anspruchsvolles Fitnessprogramm für den gesamten Körper

Carlos nutzt den Hochseilgarten, um seine körperliche Fitness zu verbessern und nebenbei ein paar Kilo abzunehmen. Reporterin Veronika hingegen kämpft ein bisschen mit dem Gleichgewicht. Noch ein paar Meter höher – auf dem anspruchsvollsten Parcours, dem Schwarzen Ritter, sind vor allem Kondition und Kraft gefragt ...

Hochseilgarten: Grenzerfahrung in zwanzig Metern Höhe

Da heißt es "Augen zu und durch" rund 20 Meter über dem Boden. Carlos absolviert die wackligen Holzelemente mit Bravour. Jetzt gibt es kein Zurück mehr! Für welche Muskelpartien ist das Training hier oben besonders gut?

"Oberarme werden Sie merken, Hände werden Sie merken, Füße werden Sie merken, Waden, Oberschenkel, Rumpfmuskulatur – vorne und hinten. Also das ist eine 100-Prozent-Beanspruchung für den ganzen Körper."

Dr. med. Thomas Lukowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Akupunktur und Suchtmedizin (BLÄK), Berg- und Höhenmedizin (UIAA und ISMM)

Klettergarten: Schritt für Schritt die Angst verlieren

Hochseilgarten: unterschiedliche Parcours für jeden

Jenna traut sich jetzt auf einen Erwachsenenparcours. Der ist zwar nicht so hoch wie der Parcours, den Carlos und Reporterin Veronika gemacht haben, dennoch hat auch der eine respektable Höhe. Und sie schafft es! Der erste richtige Therapieerfolg für Jenna! Alles in Ordnung?

"Alles gut – ja. Also es gab da schon eine Stelle, ein paar Stellen, wo ich Panik bekommen habe ... An der höchsten Stelle, da habe ich gemerkt – da  muss ich jetzt schnell weg hier. Aber ich würde das jetzt auch lockerer schaffen beim zweiten Mal. Also ich merke schon, wenn ich das noch einmal machen müsste, habe ich nicht mehr so viel Angst."

Jenna Dotsen-Profire

Wie würde es weiter gehen, wenn Jenna noch mehr an ihrer Höheangst arbeiten möchte?

"Darauf aufbauen – das war schon so ein bisschen der orange Bereich. Ich rate immer davon ab, sich in den roten Bereich zu stürzen und jetzt da die Erfahrung mitnehmen und das sacken lassen und dann in der nächsten Runde ein bisschen weiter voranschreiten."

Dr. med. Thomas Lukowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Akupunktur und Suchtmedizin (BLÄK), Berg- und Höhenmedizin (UIAA und ISMM)

Hochseilgarten: Spaß schon für die Kleinsten

Allen hat es heute richtig Spaß gemacht. Ein Hochseilgarten kann aber auch therapeutisch bei psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt werden und ist einfach gut für unseren Bewegungsapparat. Jetzt im Sommer gibt es bestimmt viel Zeit, um draußen zu sein – und dann heißt es hoch, in die luftige Höhe.


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