Gesundheitstag


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Diät, Übergewicht - Abnehmen mit Foodies Per Schnappschuss zur Wunschfigur

Food Blogger tun es – aber auch immer mehr Übergewichtige: Sie fotografieren ihr Essen. Die einen stellen ihre kulinarischen Vorlieben in sozialen Netzwerken zur Schau, die anderen möchten schlicht abnehmen. Früher wurde in der Diätberatung häufig ein Ernährungstagebuch empfohlen. Heute raten Mediziner dazu das eigene Essen abzulichten. Denn Bilder lügen nicht…

Von: Julia Grantner

Stand: 28.05.2018

Ein Ernährungstagebuch zu führen - diesen Tipp bekommen Abnehmwillige schon länger. In Zeiten von Smartphones, in denen man eine Fotokamera stets griffbereit hat, sollte man dieses Ernährungstagebuch mit Hilfe von Fotos führen.

Fotos als Ernährungstagebuch?

Das hat Vorteile: Ungeschönt wird festgehalten, was man den ganzen Tag über so isst. Wie groß die Portion beim Mittagessen war, jeder Nachschlag, jeder Snack zwischendurch - alles wird dokumentiert. Der Anblick der persönlichen Essensrationen ist eine gute Motivation, weniger zu essen und sich gesünder zu ernähren – und so schnell ein paar Kilos zu verlieren.

Mediziner wie Prof. Dr. Martin Halle vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin in München, haben den Nutzen der Essensbilder für die Gesundheit entdeckt. Wer abnehmen will, solle sein Essen ablichten, so der Rat. Eine Woche lang sollen Patienten alles fotografieren, was sie essen. Danach wird ein Fazit gezogen.

Mehr Farbe ins Spiel bringen: Ernährungsverhalten leichter ändern

Über Fotos kann Prof. Halle oft leichter verdeutlichen, was Patienten bei ihren Ernährungsgewohnheiten verbessern sollten. Auf einem Foto mit paniertem Fisch mit Remoulade und Kartoffeln, einer wahren Kalorienbombe, fehlt so eindeutig die Farbe. Besser wäre da ein großer Salatteller mit grünen Gurken, roten Tomaten und Radieschen.

"Die Fotos sind total wichtig, weil der Patient überhaupt mal realisiert, was er denn isst. Das bekommt eine andere Ebene dadurch, dass ich auf Fotos festhalte, was ich esse. Dann weiß ich, hab ich da noch mal was dazugenommen oder hatte ich zwischendurch einen Apfel, einen Kaffee oder eine Schnecke beim Bäcker?"

Prof. Dr. med. Martin Halle, Zentrum für Prävention und Sportmedizin, TU München

Wichtiger Tipp: Bewusst essen!

Auch ein wichtiger Punkt: Es ist nicht nur entscheidend, was gegessen wird, sondern auch wo. Auf den Fotos wird sofort ersichtlich, ob sich jemand Zeit nimmt fürs Essen und am Tisch sitzt - oder ob jemand im Gehen isst oder neben der Arbeit vorm Computer. All das sieht man auf den Fotos sofort und kann dann sein Essverhalten umstellen.

"Was für mich ganz wichtig ist, dass man mit den Fotos auch die Umgebung aufnimmt, ist es nun beim Bäcker oder in der Kantine oder vorm PC, wo wir das Bild aufgenommen haben und da kann man viel für die Beratung herausziehen."

Prof. Dr. med. Martin Halle, Zentrum für Prävention und Sportmedizin, TU München

Foodies für die Gesundheit

Da es sowieso im Trend liegt, sein Essen zu fotografieren, fällt sicher keiner auf, der seinen Teller vorab ablichtet. Das Internet ist voller sogenannter Foodies, Essensfotos. Einige sind von Christine Kock: Auf ihrem Blog „my touch of spice“ verbindet sie ihre beiden Leidenschaften Kochen und Fotografieren. Doch es geht nicht nur um Lifestyle - seit einer chronischen Entzündung der Schilddrüse ist gesunde Ernährung in den Fokus gerückt. Der Blog - ihr persönliches Ernährungstagebuch mit Fotos - beinhaltet so viele gesunde Rezepte.

"Der Blog ist ja mein Tagebuch und meine Rezeptsammlung und es wäre schön, wenn andere auf den Zug aufspringen, sich dadurch gesund zu ernähren, aber ich mache es hauptsächlich für mich."

Christine Kock, Bloggerin


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