Franken - Zeitgeschichte


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Frischwasser und Strom Stauseen in Mittelfranken

Ob Überleitung von Wasser nach Franken oder Touristen an Badestränden: Neben seinen eigentlichen Zielen bietet das Fränkische Seenland noch andere interessante Aspekte, die mit Stauseen einhergehen - Energiegewinnung aus Wasserkraft zum Beispiel.

Stand: 28.04.2016 | Archiv

Der Große brombachsee mit seinem Damm, im Vordergrund der Strand | Bild: picture-alliance/dpa

Schon jetzt stehen an drei Stellen im Fränkischen Seenland Wasserkraftwerke. An der Kanalschleuse in Hilpoltstein und am Rothsee wird übergeleitetes Wasser durch Turbinen geschickt und auch am Großen Brombachsee wird das ganze Jahr über Strom erzeugt. Normalerweise strömen dort gerade einmal wenige hundert Liter Wasser pro Sekunde durch die Turbinen - nur so viel, wie früher auf natürlichem Weg durch den Brombach geflossen wäre. Wenn jedoch gezielt Wasser übergeleitet werden soll, fließen bis zu 15.000 Liter pro Sekunde aus dem Brombachsee. Dann erzeugt das Kraftwerk seine Spitzenleistung von 327 Kilowatt. In den nächsten Jahren sollen noch weitere Kraftwerke gebaut werden: unter anderem an der Kanalschleuse Leerstetten und am Einlauf des Rothsees.

Wasser auch auf anderen Wegen

Wasser aus Südbayern wird allerdings nicht nur über das Fränkische Seenland nach Norden geleitet. Zwei andere von Menschen gemachte Bauwerke sorgen zusätzlich für Wassernachschub in Franken. Zum einen pumpt der Main-Donau-Kanal zum Ausgleich von Schleusungsverlusten Donauwasser nach Norden - ungefähr genauso viel wie das Fränkische Seenland, durchschnittlich 150 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Zusätzlich kommt noch Wasser über die Fernwasserleitung in die fränkischen Ballungszentren. Diese transportiert Trinkwasser aus dem Donau-Lech-Gebiet nach Norden. Dort strömt das verbrauchte Wasser über unzählige Abflüsse in die Kanalisation und über Kläranlagen letztendlich auch wieder in die Flüsse - immerhin ein Viertel dessen, was das Fränkische Seenland pro Jahr überleitet.


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