Franken - Nachrichten


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Faktencheck Stimmt das wirklich?

Bei der Recherche zum Thema Energiewende haben wir einige Sätze gehört, bei denen wir uns fragten: Stimmt das? Die Informationsspezialisten aus unserem Archiv haben diese Aussagen überprüft. Hier das Ergebnis.

Stand: 22.02.2014 | Archiv

Fragezeichen | Bild: colourbox.com

Ein Energiespar-Waschgang dauert länger als ein normaler, verbraucht aber weniger Energie

Ja, das stimmt. Energieeffiziente Waschmaschinen senken ihren Stromverbrauch, indem sie in den Sparprogrammen langsamer und nicht so heiß waschen wie im Normalwaschgang.

Die Reinigung der Wäsche entspricht dem Grundprinzip des "Sinnerschen Kreises", der sich aus den vier Faktoren Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit zusammensetzt. Nimmt man bei einem Faktor etwas weg, muss man einen anderen erhöhen. Sinkt also die Wasch-Temperatur, kann das mit dem Faktor "Zeit", also der Waschdauer, wieder ausgeglichen werden. Ein umweltschonender Waschgang bei 60 Grad dauert deshalb oft um die 3 Stunden, nur so wird die Wasche so sauber wie im Normalprogramm.

Stiftung Warentest hat getestet, ob Waschmaschinen mit der Energieeffizienzklasse A+++ - also der höchsten Effizienzklasse – wirklich besonders sparsam mit Wasser und Strom umgehen (test 11/2013). Fazit des Vergleichs der Betriebskosten von 60-Grad-Wäsche im Energiesparprogramm und im Normalprogramm: "Lahm, lauwarm, aber kaum günstiger". Minimal werden vier Cent Betriebskosten im Energieprogramm gespart, maximal 34.

Achtung: Kurzprogramme sind zwar noch schneller als Normalwaschgänge, verbrauchen aber oft sogar noch mehr Strom! Gespart wird vor allem bei niedriger Temperatur.

Quelle: Stiftung Warentest, test 11/2013, S. 67-71, http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/waschmaschinen-14, http://www.ecotopten.de/prod_waschen_prod.php, DIE WELT, 17.08.2013, Nr. 191, S. 22 / Ressort: WISSENSCHAFT, Artikel "Saubere Sache"

Bayern bräuchte gar keine der nun geplanten Stromtrassen. Es ginge auch ohne.

Offizielle Sicht: Die für Bayern relevanten Korridore D von Lauchstädt nach Meitingen und C von Wilster nach Grafenrheinfeld wurden zuletzt am 19.12.2013 offiziell von der Bundesnetzagentur unter Einbeziehung der Öffentlichkeit in einem Konsultationsverfahren im "Netzentwicklungsplan Strom 2013" für energiewirtschaftlich zwingend erforderlich befunden und bestätigt.

Quelle: Bestätigung Netzentwicklungsplan Strom 2013, http://nvonb.bundesnetzagentur.de/netzausbau/NEP_Strom_2013_Best.pdf

Netzbetreiber, Bundesnetzagentur sowie zahlreiche Fachleute (unter anderem Matthias Luther von der Universität Erlangen) stimmen überein, dass die Gleichstrompassage Süd-Ost für die Sicherung der Stromversorgung im Süden unverzichtbar ist. Sonst drohe Bayern nach Abschaltung der letzten Kernkraftwerke im Jahr 2022 ein massiver Stromengpass. Im schlimmsten Fall käme es zu Stromausfällen, wenn die Energie aus dem windreichen Norden nicht weitergeleitet würde.

Quelle: "Experte sieht vorerst keine Alternative zu Stromautobahnen", dpa 8.2.2014; "StromtrassenÄrger: Wenn der Strom fehlt", Abendzeitung München, 10.02.2014 http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.energiewende-in-bayern-stromtrassen-aerger-wenn-der-strom-fehlt.a4b54c25-db72-4626-8ade-f48e16a54d1f.html

Gegensätzliche Meinungen:

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur:

"Sie werden immer irgendjemanden finden, der erklärt, dass eine Trasse nicht notwendig ist."

"Die Notwendigkeit dieser Trasse beruht auf Analysen der Netzbetreiber, unterstützt durch wissenschaftlichen Sachverstand. Das gleiche hat die Bundesnetzagentur gemacht. Es gibt hier eine breite Übereinstimmung, dass die Trasse gebraucht wird."

Quelle: Stromtrasse: "Nichts ist alternativlos", Nordbayerischer Kurier 07.02.2014

Christian von Hirschhausen, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung:

"Jeder Netzbetreiber baut gerne Trassen"

"Wir haben in den vergangenen zwei Jahren diverse Analysen gemacht und kommen zu dem Schluss, dass die Gleichstrompassage Süd-Ost nicht notwendig ist, um die Versorgungssicherheit in Bayern zu gewährleisten."

Quelle: Stromtrasse gar nicht notwendig?", Nordbayerischer Kurier, 30.01.2014, http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/stromtrasse-gar-nicht-notwendig_225758

Expertenmeinungen

Christian von Hirschhausen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung schätzt, dass der Umbaubedarf der Stromnetze wesentliche geringer ist, als im NEP 2013 vorgesehen.

"Das hat mehrere Gründe: Zum einen wird der Netzumbau derzeit so berechnet, dass die Kosten des Ausbaus nicht berücksichtigt sind. Zudem werden Standorte mit traditioneller fossiler Kraftwerksstruktur bevorzugt. Zum dritten wird eine vollständige Integration der Erneuerbaren bis auf die letzte Kilowattstunde gefordert, und zum vierten werden nicht ausreichend Szenarien und Alternativen gerechnet. Das beinhaltet auch innovative Technologien, wie Hochtemperaturseile oder Leiterseilmonitoring, so dass insgesamt der zurzeit diskutierte Ausbau um ein Vielfaches über dem liegt, was notwendig wäre."

Quelle: DIW Wochenbericht 20+21 2013 http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.421217.de/13-20.pdf

Auch Lorenz Jarras von der Rhein-Main Hochschule hält den geplanten Netzausbau für "weit überdimensioniert". Er erhebt außerdem den Vorwurf, dass der Ausbau der Netze hauptsächlich der Beförderung von Kohlestrom diene. Vorhandene Netze wären ausreichend wenn nur erneuerbare Energien transportiert werden würden

Quelle: http://www.jarass.com/Energie/B/Bundesbedarfsplan,%20Stellungnahme.pdf, http://www.jarass.com/Energie/B/Energy2.0,%20vpublished.pdf , quer: Kohle statt Öko, 30.01.2014

Warum wird nicht das vorhandene Stromnetz der Bahn für die Trassen genutzt?

"Die bestehenden Bahnstromtrassen sind nur unter engen Restriktionen im Rahmen des anstehenden Netzausbaus nutzbar" – so das Fazit eines Gutachtens vom 5.6.2012, das die Bundesnetzagentur in Auftrag gegeben hatte. Das Stromnetz der Bahn ist rund 7.800 Kilometer lang (und dabei sind noch längst nicht alle Bahnstrecken elektrifiziert).

Quelle: http://www.dbenergie.de/file/2595706/data/infoveranstaltung_1_konsultation.pdf

Technische Hürden

Bei der Nutzung des Bahnstromnetzes für die Stromweiterleitung gibt es Hürden: Der Bahnstrom wird mit einer Frequenz von 16,7 Hertz betrieben, der öffentliche Strom mit 50 Hertz. Das heißt, Strom für Haushalte oder die Industrie kann über diese Netze nicht so ohne weiteres durchgeleitet werden. Das ließe sich zwar technisch lösen, indem der Strom mit Gleichstrom (per Erdkabel) anstatt mit Wechselstrom transportiert würde; aber dass, so die Machbarkeitsstudie, sei die "mit Abstand teuerste Möglichkeit". Deshalb schlagen die Gutachter die Prüfung einer Parallelführung mit Gleichstrom-Freileitungen (statt Erdkabel) vor, für die man vorhandene Maste durch neue ersetzen müsse, was aber immer noch billiger sei.

Neben der unterschiedlichen Frequenzen von Bahnstrom und öffentlichem Strom hat der Bahntransport in Überlandleitungen eine Spannung von 110 Kilovolt, die großen Energieversorger haben aber Leitungsnetze mit 380 Kilovolt. Sollten die vorhandenen Bahnstromsysteme auf dem gleichen Gestänge wie die 110 Kilovolt geführt werden, müssten die Maste um mindestens 10 m erhöht werden (auf insgesamt rund 40 bis 60 Meter).

Quelle: Gutachten zur Nutzung von Bahnstromtrassen beim Netzausbau / „Machbarkeitsstudie zur Verknüpfung von Bahn- und Energieleitungsinfrastrukturen“, veröffentlicht am 2.7.2012 unter http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1911/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/Beschlusskammer8/BK8_92_Hinweise_und_Konsultationen/Gutachten_Nutzung_Bahnstromtrassen_Netzausbau/Gutachten_Nutzung_Bahnstromtrassen_Netzausbau_TxtBaustein.html;jsessionid=81732DE09AB282A4C4AFDBE8A83E2137?nn=265794

Ist die Erdverkabelung wirklich so viel teurer?

Noch keine der vier geplanten Pilotstrecken für eine Erdverkabelung (gemäß §2 im Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen, EnLAG) ist bisher in Betrieb, daher fehlen konkrete langfristige Erfahrungswerte.

Netzbetreiber 50Hertz beziffert die Investitionskosten für einen Kilometer Freileitung (zweisystemig) etwa auf eine Million Euro, ein Kilometer Erdverkabelung auf vier bis 16 Millionen Euro, abhängig von der konkreten Örtlichkeit. Da die erwartete Lebensdauer bei Erdkabeln nur bei 20 bis 40 Jahren liegt, bei Freileitungen aber bei 80 bis 100 Jahren, ergeben sich für die Erdkabel erhöhte Reparatur- und Ausfallkosten. Über einen Betrachtungszeitraum von 80 Jahren sind Erdkabel aufgrund der höheren Anschaffungskosten, niedriger Lebensdauer und damit verbundenen notwendigen Erneuerungen deutlich teurer als Freileitungen.

Quelle: http://www.50hertz.com/de/file/Erdkabel-Freileitung.pdf

Beispiel:

Zwischen dem niederrheinischen Wesel und Meppen im Emsland soll bis 2016 eine rund 130 Kilometer lange 380-kV-Leitung gebaut werden. In drei Teilabschnitten wird die Leitung in einem Pilotvorhaben als Erdkabel verlegt. Netzbetreiber Amprion gibt an, dass sich die Hochspannungsleitung von Wesel nach Meppen durch drei erdverkabelte Teilabschnitte deutlich verteuern wird: 450 statt 130 Millionen Euro.

Die Mehrkosten sind von der Bundesnetzagentur genehmigt und werden letztlich durch eine Umlage auf die Netznutzungsgebühren vom Stromverbraucher gezahlt.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/politik/erdkabel-kartoffeln-in-hoechstspannung,10808018,26100402.html , http://www.amprion.net/netzausbau/wesel-meppen-hintergrund und http://www.amprion.net/netzausbau/erdkabelabschnitte

Im konkreten Fall des geplanten Erdkabel-Abschnitts Bredenwinkel nach Borken (Teil der Wesel-Meppen-Strecke), der 3,4 Kilometer lang sein wird, sind 42 Millionen Euro als Investitionskosten von Amprion aufgeführt. Das entspräche 12,4 Millionen Euro pro Kilometer Kabel. Im Vergleich dazu kostet ein Kilometer Freileitung auf der Strecke Bredenwinkel nach Borken nur 1,5 Millionen Euro.

Quelle: http://www.amprion.net/sites/default/files/pdf/MEP-WES/Einleger_Wesel_Meppen.pdf

Für den Verbraucher geringe Mehrkosten

Der Chef der Deutschen Energieagentur (dena) kam 2011 allerdings zu dem Schluss, man solle das "Kostenargument nicht in den Vordergrund schieben". Er rechnete dem Handelsblatt vor, dass selbst in dem theoretischen Falle, dass alle neuen Leitungen unterirdisch verlegt würden, sich der Anteil am Strompreis auf gerade einmal 0,3 Eurocent pro Kilowattstunde mehr im Vergleich zu einer kompletten Freileitungs-Lösung belaufen würde.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/technologie/energie-umwelt/energie-technik/zukunft-des-stromnetzes-erdkabel-statt-ueberlandleitung-seite-2/4062578-2.html

Wie weit sind Deutschland und Bayern überhaupt bei der Energiewende?

Das EU-Parlament fordert bis 2030 einen Anteil an erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch von 30 Prozent. Wie weit sind Deutschland und Bayern?

Einen Anteil von 30 Prozent erneuerbarer Energien am Energieverbrauch haben weder Deutschland noch Bayern erreicht. Das nebenstehende Diagramm zeigt die Anteile erneuerbarer Energien (EE) an der Energiebereitstellung in Deutschland 1990 und von 2000 bis 2012 (Angaben in Prozent).

Quelle: Das Bundesumweltministerium legt regelmäßig im I. Quartal die vorläufigen Ausbauzahlen im Bereich der erneuerbaren Energien für das Vorjahr vor. Diese Daten basieren auf den Ergebnissen der Arbeit der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat, Stand Dezember 2013) http://www.erneuerbare-energien.de/fileadmin/Daten_EE/Dokumente__PDFs_/20140121_bmu_eeiz_herbst13_bf.pdf

Auch Bayern (für Franken gibt es keine eigene Statistik) verlässt sich bei der Energieerzeugung hauptsächlich auf herkömmliche Energieträger. Erneuerbare Energien deckten im Jahr 2012 nicht einmal ein Sechstel des Bedarfs im Freistaat.

Zahlt der normale Bürger die Energiewende?

Diese Frage ist zu vielschichtig und zu komplex, um sie mit Ja oder Nein beantworten zu können. Bürger, Mittelstand und Industrie bezahlen die Energiewende über den Strompreis. Seit 2000 regelt in Deutschland das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) die Förderung erneuerbarer Energien für die Erzeugung elektrischer Energie.

Die Grundprinzipien des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG):

- dem Vorrang des Anschlusses von Anlagen zur Erzeugung von Strom mit Erneuerbaren Energien (EE) an das allgemeine Stromnetz
- dem Vorrang der Einspeisung und Durchleitung von Strom aus EE-Anlagen  
- der Vergütung dieses Stroms mit im EEG festgesetzten Tarifen (Einspeisevergütung)

Die Einspeisetarife werden vom EEG differenziert nach verschiedenen Methoden festgesetzt. Diese Tarife sollen auch dazu dienen, Anreize für Investitionen in diese kapitalintensive Branche zu schaffen. Da die effektiven Erzeugungskosten dieser neuen Technologien derzeit noch erheblich höher liegen als die von z.B. großen Kraftwerken, sind noch relativ hohe Einspeisevergütungen (auch wenn die Vergütungssätze für neue Anlagen mittlerweile abgesenkt wurden) notwendig, um den Betrieb solcher Anlagen für ihre Betreiber wirtschaftlich tragbar zu machen. In Deutschland werden diese Einspeisevergütungen durch die EEG-Umlage als Teil des Strompreises finanziert.

Die Preisbildung bei Strom wird zunehmend durch erneuerbare Energien beeinflusst. Seit 2010 verkaufen Übertragungsnetzbetreiber Ökostrom an der Strombörse im Spotmarkt. Wenn der Spotmarktpreis geringer als die im EEG garantierte Vergütung ist, entsteht eine Differenzsumme, die über EEG-Umlage durch den Endverbraucher bzw. Stromkunden bezahlt wird. Je mehr Ökostrom auf den Markt kommt, desto mehr fällt der Börsenpreis.

Quelle: (Informationen zur polit. Bildung - Energie und Umwelt, S. 54 - 60)

Steigende EEG-Umlage

Da das Angebot an EEG-Strom an der Börse zunimmt, erneuerbare Energien keine Brennstoffe verbrauchen und daher niedrigere Kosten wie bei keiner anderen Erzeugungstechnologie anfallen, sinkt der Preis an der Strombörse. Da der Börsenpreis sinkt, erhöht sich auch die Differenz zur garantierten Vergütung, die der Stromkunde durch eine erhöhte EEG-Umlage subventioniert.

So ist die EEG-Umlage von 3,6 Cent/kWh im Jahr 2012, auf rund 5,28 Cent/kWh in 2013 (das sind fast 50 Prozent) und auf 6,2 Cent/kWh in 2014 gestiegen. Das entspricht nochmals einer Verteuerung um etwa 18 Prozent. Für einen Vierpersonenhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh im Jahr ergeben sich allein dadurch Mehrkosten von 57 Euro.

Quelle: SZ, 05.12.2013, "Es werde teurer"; Grafik: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/152973/umfrage/eeg-umlage-entwicklung-der-strompreise-in-deutschland-seit-2000/

Höhere Preise für private Haushalte

Ein niedrigerer Börsenpreis müsste eigentlich zu einem niedrigeren Strompreis führen und damit die Mehrkosten durch die erhöhte EEG-Umlage zumindest mildern. Energieversorgungsunternehmen geben die niedrigeren Börsenstrompreise allerdings oftmals nicht an die Kleinverbraucher weiter. Meist profitieren nur Großverbraucher davon, die zudem erhebliche Mengenrabatte und Steuervergünstigungen erhalten.

Quelle: http://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/131120_BDEW_Strompreisanalyse_November%202013.pdf

Hinzu kommt, dass immer mehr Unternehmen zumindest teilweise von der EEG-Umlage befreit werden. Damit sollen energieintensive Industrien/Betriebe, die im internationalen Wettbewerb bestehen, durch höhere Strompreise nicht gefährdet werden (siehe BesAR nach § 40 ff. EEG). Im Jahr 2011 waren es 603 Unternehmen/Unternehmensteile, die von der EEG-Umlage befreit waren, 734 in 2012, 1.716 in 2013 und 2.089 in 2014

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, http://www.bafa.de/bafa/de/energie/besondere_ausgleichsregelung_eeg/publikationen/statistische_auswertungen/index.html                      

Das bedeutet für 2014 eine Entlastung der Industrie um 5,1 Milliarden Euro.

Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/kritik-eeg-reform106.html

EU-Verfahren gegen Deutschland

Da immer mehr Unternehmen die EEG-Umlage zumindest teilweise oder gar nicht zahlen müssen, werden die Kleinverbraucher wiederum mehr belastet. Allerdings plant Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD), die Befreiung zu kürzen, um die Kosten auf mehr Schultern zu verteilen. Er will aber prinzipiell daran festhalten. Der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Alumnia sieht in dieser Entlastung eine unzulässige Beihilfe für die Industrie. Am 18.12.2013 leitete die EU-Kommission diesbezüglich ein Verfahren ein. Damit ist es Deutschland zunächst verboten, Unternehmen für 2015 weitere Bescheide für die Befreiung der EEG-Umlage auszustellen.

Quelle: Wirtschaftswoche, 03.02.2014, "Gefahr in Nebel", http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/eeg-umlage-gabriel-haelt-trotz-eu-verfahren-an-industriebefreiungen-fest/9467750.html

Ob es in der Zukunft zu einem Anstieg oder einer Senkung der EEG-Umlage kommen wird und ob weitere Kosten für den Verbraucher hinzukommen, lässt sich nicht genau vorhersagen und hängt von mehreren Faktoren ab: Strompreisentwicklung, Anzahl der Unternehmen, die von der EEG-Umlage befreit werden, Höhe der zukünftigen Vergütungen/Fördersätze, Ablauf von hohen Vergütungsgarantien für alte EE-Anlagen (wegen der 20-jährigen Stütze-Garantie fallen in den nächsten Jahren allerdings kaum Altanlagen aus der Förderung heraus), politische Entscheidungen (anhängiges EU-Verfahren wegen der Industriebefreiung der EEG-Umlagen; ab 2016 plant die Bundesregierung, dass die Stromkunden auch für Kraftwerke aufkommen, welche die Energieversorger in Reserve halten, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten), etc.

Quelle: Information zur politischen Bildung, Energie und Umwelt (3/2013), http://www.energie-lexikon.info/erneuerbare_energien_gesetz.html, http://www.energie-lexikon.info/einspeiseverguetung.html, http://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/131120_BDEW_Strompreisanalyse_November%202013.pdf, http://www.bafa.de/bafa/de/energie/besondere_ausgleichsregelung_eeg/publikationen/bmwi/131219_beschluss_der_kommission_staatliche_beihilfe.pdf

Jeder Mensch hat 100 Watt.

Ja, das stimmt - so ungefähr jedenfalls!

Abhängig von der Umgebungstemperatur und Tätigkeit produzieren Menschen im Ruhezustand etwa 80 bis 100 Watt, die wir permanent als Wärme an die Umgebung abgeben.

Wärmeabgabe eines Menschen in Abhängigkeit der Arbeit und der Umgebungstemperatur

Eine Grafik von Eckehard Specht vom Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik der Uni Magdeburg zeigt diese Wärmeabgabe des Menschen (75 Kilogramm, durchschnittliche Körpergröße) in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur und der Schwere der Tätigkeit:

Quelle: http://www.uni-magdeburg.de/isut/TV/Download/Der_Mensch_als_waermetechnisches_System.pdf

Die Wärmeabgabe nimmt mit der Umgebungstemperatur bis zum Wert null bei 36/37 Grad ab, also dann, wenn die Körpertemperatur erreicht ist. Dann wird keine Wärme mehr per se abgegeben, der Körper wird nur noch durch Schwitzen abgekühlt. Je schwerer die (körperliche) Arbeit eines Menschen ist, desto größer ist die Wärmeabgabe im Vergleich zum Ruhezustand, weil die Muskeln dann viel mehr Abwärme erzeugen. Bei Hochleistungssportlern kann die Watt-Zahl sogar kurzzeitig bis in die Tausende gehen!

Quelle: http://www.netzathleten.de/Nachrichten/Die-menschliche-Leistung-in-Watt-der-entsprechende-Energieverbrauch/Radsport/-8659720177160281088/a


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