Franken - Nachrichten


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Jubel, Schweiß und Tränen

Von: Vera Held

Patrick Lange hat den Triathlon-Klassiker im fränkischen Roth gewonnen. Der 35-Jährige zweimalige Ironman-Hawaii-Sieger setzte sich klar vor Nils Frommhold und Felix Hentschel durch. Bei den Frauen feierte Lokalmatadorin Anne Haug souverän den Sieg.

Nach der Corona-bedingten Absage im Vorjahr ging der Challenge Triathlon in Roth mit einem deutschen Doppelerfolg über die Bühne. Nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 170 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen stand zunächst Patrick Lange als Sieger bei den Männern fest. Bei seinem Premierenstart in Franken feierte der 35-jährige in 7:19:19 Stunden auch seinen bereits dritten Europa- und Deutschen Meistertitel.

"Endlich Roth gewonnen. ich bin mega happy."

Patrick Lange

Hentschel läuft überraschend als Dritter ins Ziel

Nils Frommhold (+11:12 Minuten), Roth-Sieger von 2015, wurde Zweiter. "Bei 130 km hatte ich endlich das Gefühl, was ich den letzten Jahren vermisst habe. Das Rennen war hart und scharf, aber ich kann mir keinen schöneren Tag vorstellen. Es war so geil den 2. Platz geholt zu haben. Ich werde mich immer an diesen Moment zurück erinnern", so Frommhold. Lokalmatador Felix Hentschel (+11:53 Minuten) landete überraschend auf Platz drei. "Ich habe heute einfach einen Sahnetag erwischt", freute sich der Bamberger.

Erster Start, erster Sieg für Haug in Roth

Auch Ironman-Weltmeisterin Anne Haug kämpfte sich gleich beim ersten Start im Triathlon-Mekka-Roth zum Sieg. Die Bayreutherin war in ihrer fränkischen Heimat souverän unterwegs und erreichte das Ziel nach 7:44:46 Stunden. "Ich hatte heute gute Füße. Ab Kilometer zehn dachte ich, ich muss sterben", sagte die erschöpfte 38-Jährige nach ihrem Erfolg. "Ich habe richtig gelitten." Aber: "Wenn ich mir einen perfekten Tag hätte träumen können, wäre er so wie heute gewesen."

Über die Marathonzeit von 2:43:54 Stunden war sie dennoch überrascht. "Es hat sich angefühlt wie 4 Stunden 10", sagte sie. Da waren die Konkurrentinnen noch weit hinter ihr. Über eine halbe Stunde nach Haug landete die Britin Laura Siddal (08:25:24) auf Platz zwei. Ihre Landsfrau Fenella Langridge wurde Dritte (08:27:04).

Weniger Besucher an den Strecken

Die Corona-Pandemie verwandelte das Rennen, das in den vergangenen Jahren rund 200.000 Besucher angezogen hatte, teilweise in eine Geisterstrecke. Auch die Starterzahl war deutlich reduziert: Mit 1.500 Einzelstartern und 320 Staffeln traten weniger als die Hälfte der geplanten Triathleten an. Aufgrund von Baumaßnahmen war die Radstrecke außerdem von 180 auf 170 Kilometer verkürzt worden.

Kienle steigt vorzeitig aus

Sebastian Kienle ist beim Langdistanz-Klassiker in Roth nach gut 3,5 Stunden ausgestiegen. "Es ist den ganzen Tag nicht rund gelaufen. Ich hatte noch Probleme mit meiner Achillessehne. Wenn ich den Sport weiter betreiben will, musste ich aussteigen", sagte der Weltmeister von 2014 am Sonntag nach seiner Aufgabe. Nachdem es schon auf der 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke nicht lief, blieb der Roth-Sieger von 2018 auch auf dem Rad unter seiner gewohnten Leistung. "Es ist sehr bitter, weil ich wegen dem Rennen meine Familie vier Wochen nicht gesehen habe", sagte Kienle.

Stichwort: Challenge Roth

Schwimmstart beim Challenge Roth

Der Challenge Roth ist die Nachfolgeveranstaltung des Ironman Europe. Bei dem Langdistanz-Triathlon müssen die Sportler 3,8 Kilometer im Main-Donau-Kanal schwimmen, anschließend 180 Kilometer durch Mittelfranken Rad fahren und danach noch einen Marathon mit einer Länge von 42,195 Kilometern laufen. Der Rother Kurs gilt als sehr schnelle Strecke.

Top-Athleten bewältigen die gesamte Distanz in unter acht Stunden, Hobbysportler dürfen nicht länger als 15 Stunden benötigen, sonst werden sie disqualifiziert. Ab 6.30 Uhr morgens gehen insgesamt 3.500 Einzelstarter sowie 650 Staffeln (je ein Staffelmitglied bewältigt eine Disziplin) auf die Strecke. Die letzten Läufer kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit gegen 22.30 Uhr ins Ziel.


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