Franken - Klassik


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Opernabend "Märchen im Grand Hotel" aus dem Staatstheater Nürnberg

Paul Abraham hat als Komponist die "Goldene Ära" der Berliner Operette geprägt. Sein "Märchen im Grand Hotel" feierte am 15. Mai im Staatstheater Nürnberg ohne Zuschauer Premiere. BR-KLASSIK Franken sendet einen Mitschnitt des bunten Reigens um die verarmte spanische Infantin Isabella und die ehrgeizige, junge Filmproduzentin Marylou am Pfingstmontag, den 24. Mai, um 20.05 Uhr im Radio auf BR-KLASSIK. Die musikalische Leitung der Inszenierung von Otto Pichler hat Lutz de Veer. Nach Ausstrahlung steht die Operette 30 Tage auf br-klassik.de zum Nachhören zur Verfügung.

Stand: 21.05.2021

"Märchen im Grand Hotel" | Bild: Pedro Malinowski

Das "Märchen im Grand Hotel" beschwört eine Welt des Glamours und des ausschweifenden Nachtlebens herauf, zu der die Premiere im Corona-bedingt leeren Nürnberger Opernhaus keinen größeren Kontrast darstellen könnte.

Die Musik von Paul Abraham mit ihrer erfrischenden Mischung aus Walzer, Swing, Latin und Foxtrott hat in den vergangenen Jahren ein bemerkenswertes Revival erfahren. Die Lustspiel-Operette in zwei Akten entstand 1934, erreichte aber aufgrund der Repressionen der Nazis gegen den Komponisten nie die Popularität von dessen Hits wie "Ball im Savoy" oder "Die Blume von Hawaii".

Handlung

Marylou, die Tochter des Hollywood-Filmproduzenten Sam Makintosh, möchte ihrem Vater beweisen, dass auch sie als Frau einen erfolgreichen Film drehen kann. Sie kommt auf die Idee, ihren Filmstoff im wahren Leben zu suchen, weil das die spannendsten Storys verspricht. Dazu reist sie nach Cannes, denn dort im Grand-Hotel Palace lebt die aus ihrem Land vertriebene spanische Infantin Isabella mit ihrem Gefolge und ihrem Verlobten, einem Prinzen aus einer dekadenten Adelsfamilie. Aber auch der tollpatschige Kellner Albert verehrt die Infantin heimlich. Ein Kellner ist indes alles andere als ein adäquater Heiratskandidat - auch nicht, als sich herausstellt, dass Albert in Wahrheit der Sohn des reichen Hotelbesitzers Chamoix ist …

Hollywood, Scripted Reality, Glamour an der Côte d'Azur, der Phantomschmerz des Adels über die verlorene Macht: Paul Abraham griff hier wie auch in seinen anderen Operetten teils durchaus brisante Themen seiner Zeit auf, und auch heute ist vieles davon noch oder wieder aktuell: die junge Frau, die sich im Filmgeschäft unabhängig von den Männern machen möchte (Stichwort "Me too") oder die Idee, das Publikum mit vermeintlich wahren Stories aus dem Jetset zu unterhalten wie etwa in manchen heutigen Doku-Soaps.

Mitwirkende

Infantin Isabella - Andromahi Raptis
Großfürst Paul - Sebastian Häupler
Prinz Andreas Stephan - Jens Janke
Gräfin Inez de Ramirez - Almerija Delic
Präsident Chamoix, Hotelbesitzer - Ulrich Allroggen
Matard, Hoteldirektor - Jens Krause
Albert, Zimmerkellner - Jörn-Felix Alt
Sam Makintosh, Filmmagnat - Hans Kittelmann
Marylou, seine Tochter - Maria-Danaé Bansen
Barry, Sekretär - Adrian Hochstrasser
Dryser, Dramaturgin - Yoko El Edrisi

Staatsphilharmonie Nürnberg
Musikalische Leitung: Lutz de Veer
Regie: Otto Pichler

Aufnahme der Premiere vom 15. Mai 2021 im Staatstheater Nürnberg


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