Franken - Klassik


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ZwischenWelten Die Lange Nacht der Alten Musik 2021

Nihan Devecioglu, Friederike Heumann, Xavier Díaz-Latorre | Ensemble Supersonus – The European Resonance Ensemble | Pera Ensemble: Mehmet Yesilcay | l’arte del mondo: Werner Erhard | Nuria Rial, Rocio Máruqez, Accademia del Piacere

Stand: 21.10.2020

Accademia del Piacere | Bild: © Javier Diaz de Luna

24 April

Samstag, 24. April 2021, 18:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Aufseßsaal und Kartäuserkirche

Es ist wieder soweit! Zum 6. Mal lädt die "Lange Nacht der Alten Musik" zum Flanieren durch die Musikwelten vergangener Jahrhunderte ein. Mit facettenreichen Stimmen wie Nuria Rial (Sopran), Nihan Devecioglu (orientalischer Gesang), Rocio Márquez (Flamenco-Gesang) und Anna-Maria Hefele (Obertongesang). Mit jungen Wilden wie Fahmi Alqhai und Altmeistern des Originalklangs wie Werner Ehrhardt. Und außerdem mit Instrumenten, die man nicht alle Tage hört: Ney, Nyckelharpa, Saz und viele andere.

Die Reihe dieser Instrumente deutet es an: Das Thema der Langen Nacht 2021 ist "Migration" - ein nahezu omnipräsentes, teilweise vergiftetes Wort im gesellschaftlichen Diskurs. Für manche ein Reizwort, das Zukunftsängste erzeugt, für andere Ausdruck eines positiven kulturellen Austauschs der Menschheit in einer globalisierten Welt. Doch so aktuell der Begriff "Migration" uns erscheint, so begleitet er doch die Menschheit seit je, fast immer verbunden mit Krieg, Sklaverei und wirtschaftlicher Ausbeutung oder mit der Flucht davor - und hat dennoch kulturelle Meilensteine hervorgebracht, die uns bis heute bewegen. Denn "Migration" geht mit Neugier einher, führt zu bereichernden Freundschaften und brachte vielfach in der Geschichte frischen Wind in alte, erstarrte Gesellschaften.

Auf alle seine Wanderungen "ZwischenWelten" (so das Motto der Lange Nacht) nahm der Mensch seine Musik mit, so dass die arabische Ud zur Laute wurde oder der südamerikanische Tanz Zarambeque Spuren im andalusischen Flamenco hinterließ; während die exotischen Rhythmen der südamerikanischen Musik wiederum mit den Sklaven aus Afrika gekommen waren. So trafen sich in Spanien, das zuvor über Jahrhunderte von arabischen Emiren und Kalifen regiert worden war, um 1600 die Klangwelten aus vier Kontinenten. Die Fäden dieser Klangwelten greifen die Accademia del Piacere, das Pera Ensemble, L'Arte del mondo, Supersonus und das Ensemble um die Gambistin Friederike Heumann bei der Langen Nacht auf und spinnen sie weiter zu einem farbenfrohen Gewebe: eine ineinander verflochtene Weltkultur der Alten Musik, bei der trotzdem alle Fasern ihre reizvolle Eigenständigkeit bewahren.

Übertragung des Konzerts im Video-Livestream auf www.br-klassik.de/concert und live im Hörfunk auf BR-KLASSIK


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