Report München


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Hass und Rache Schiitische Strukturen in Deutschland

Die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani schlägt auch in den schiitischen Gemeinden hohe Wellen. In vielen Moscheen werden Trauerfeierlichkeiten abgehalten. In deutschen Großstädten finden Protestmärsche statt. Dabei zeigen sich wieder einmal die Verbindungen schiitischer Gemeinden zum iranischen Regime und zur Terrororganisation Hisbollah.

Von: Ulrich Hagmann, Markus Rosch, Ahmet Senyurt

Stand: 14.01.2020

Großeinsatz der Polizei in Berlin Neukölln. Die schiitische Imam-Riza Moschee hat im Internet zu einer Totenfeier aufgerufen. Sie trauern, wie sie es sagen, um den ermordeten iranischen General Qassim Suleimani. Er stand auf der EU-Terrorliste. Wir wollen an dieser „Trauerzeremonie“ teilnehmen, werden aber abgewiesen.

Am Moschee-Eingang

Moscheemitarbeiter: „Bitte gehen Sie zurück“

report München: „Hey Moment bitte nicht schubsen …“

Moscheemitarbeiter: „Sie haben hier nichts zu sagen....“

Vor der Moschee haben sich Gegendemonstranten versammelt.

"Das ist Katastrophe, das jetzt in Deutschland gibt es solche Veranstaltung."

Demonstrant

Unter den Demonstranten Exiliraner, Israelis, aber auch engagierte Berliner.

Trauerfeiern für iranischen General

"Mir ist ganz, ganz, wichtig. Für ein friedliches Zusammenleben in diesem Bezirk, dass solche Radikalen hier nicht unterstützt werden. Nicht ein Märtyrertum abgefeiert wird und damit falsche und fehlerhafte Vorbilder geschaffen werden."

Falko Liecke, CDU, Stellv. Bürgermeister Neukölln

Laut Berliner Verfassungsschutz treffen sich in der Imam-Riza-Moschee Anhänger der radikal-islamischen Hisbollah.

Wenige Kilometer weiter, die nächste Trauerfeier für den iranischen General. In dieser schiitischen Moschee, im Stadtteil Tempelhof, werden wir freundlicher empfangen. Über 100 Menschen sind hier versammelt, darunter Mitarbeiter der iranischen Botschaft, geistige Führer sogenannte Mullahs und Berliner Schiiten. Als Terroristen sehen sie den getöteten General keineswegs.

"Er war ein Mensch, den viele nur mit guten Taten kennen, die er gemacht hat."

Moscheebesucher

"Er war ein guter Mann. Er war ein Held. Die Amerikaner hatten Angst vor ihm."

Moscheebesucher

"Ein großer Teil der schiitischen Gemeinden werden unmittelbar aus dem Iran gesteuert"

Seit Tagen finden in deutschen Städten solche Trauerfeiern in schiitischen Moscheen statt. Keine Überraschung für Volker Beck. Beck war innenpolitscher Sprecher der Grünen Fraktion im Bundestag. Jetzt hat er einen Lehrauftrag am Zentrum für Religionswissenschaften in Bochum.

"Ein großer Teil der schiitischen Gemeinden werden unmittelbar aus dem Iran gesteuert, zum Teil direkt, zum Teil über das islamische Zentrum in Hamburg, was hier eine zentrale Funktion für Deutschland und Europa in der schiitischen Welt einnimmt."

Volker Beck, B´90, Die Grünen, Lehrbeauftragter Ruhr Universität Bochum

In Hamburg, direkt an der Außenalster, in einem noblen Wohnviertel, liegt die blaue Moschee. Seit über 30 Jahren gilt das islamische Zentrum Hamburg als Europazentrale des Mullah Regimes. Der Imam ist ein enger Vertrauter des Revolutionsführers Khamenei. 

Das Islamische Zentrum Hamburg hat laut Bundesregierung großen Einfluss auf den Dachverband der schiitischen Moscheegemeinden, kurz IGS.

Der Hamburger Verfassungsschutz beobachtet die Moschee seit Jahrzehnten.

"Wir wissen, dass das Islamischer Zentrum Hamburg sich nach außen moderat gibt, nichtsdestotrotz repräsentiert es seit je her das Teheraner Regime. Es propagiert die islamische Revolution und es verkörpert damit ein Regime, das eine Gesellschaftsordnung propagiert, die mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung überhaupt nicht zu vereinbaren ist."

Marco Haase, Verfassungsschutz Hamburg

Zu einer Stellungnahme vor der Kamera war der Hamburger Imam nicht bereit. Auch Dreharbeiten in der Moschee hat er untersagt. Schriftlich zeigt er sich erstaunt, dass das Narrativ über Schiiten in Deutschland: „sehr diffamierend, diskriminierend und ausschließlich unter Beachtung sicherheitspolitischer Aspekte des Westens und mit Bezug auf Iran vermittelt wird.“

"Es handelt sich hier um eine vom Iran politisch gesteuerte Gruppe. Und es ist völlig klar, dass der Iran in den Moscheen seine Kanäle nutzt um seine Anhänger zu formieren und auch zur Fahne ruft."

Volker Beck, B´90, Die Grünen

Dachverband bekam Gelder zur Extremismus-Prävention

Vor diesem Hintergrund pikant: Die Berliner Imam-Riza Moschee ist Mitglied im Dachverband der schiitischen Gemeinden Deutschlands IGS und der wiederum hat sowohl vom Bund als auch von der EU Fördergelder zur Terrorismusprävention erhalten.

"Das ist mir völlig schleierhaft, wie man davon absehen kann, mit wem man es hier zu tun hat, wenn man Organisationen wie die iranische Staatspropaganda in den Moscheen predigen, zur Extremismus Prävention einsetzt, dann frage ich mich welchen Begriff von Extremismus haben die Sachbearbeiter, die solche Entscheidungen treffen."

Volker Beck, B´90, Die Grünen, Ehemaliger religionspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion

Der EU Fond Innere Sicherheit ist beim Bundeskrimanalamt in Wiesbaden angesiedelt. Der zuständige Leiter teilt mit: „Nach Bewertung durch ein unabhängiges Expertengremium wurde der Inhalt des Projektes als förderwürdig angesehen.“

Auch das Bundesfamilienministerium hat den IGS gefördert. Zusammengerechnet bekam der schiitische Dachverband zwischen 2015 und 2019 knapp 400.000 Euro, von EU und Bund.

Was solche Extremismus-Prävention bringt, zeigt die IGS Gemeinde in Berlin mit der Totenfeier für einen Mann, den nicht nur die EU zum Top – Terroristen erklärt hat.

"Ok meine Herren, bitte nicht mehr die Moschee filmen, sie hatten die Möglichkeit. Jetzt nicht mehr." Moscheemitarbeiter

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