Report München


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Umfrage von report München Was Bundesländer für Feuerwehren planen

Feuerwehren fehlt es oft an der passenden Ausrüstung, um Waldbrände zu bekämpfen – das hat eine Recherche von report München ergeben. Wir haben bei den Innenministerien der Länder nachgefragt: Was wollen sie konkret tun, um die Freiwilligen Feuerwehrleute besser auszurüsten und zu unterstützen?

Stand: 02.08.2022

Die Kritik des Deutschen Feuerwehrverbands ist deutlich: Schutzjacken, Fahrzeuge, Löschhubschrauber. Es mangelt an vielem, was für die Bekämpfung von Waldbränden nötig ist.

Die übliche Schutzjacke vieler Feuerwehren beispielsweise sei auf Kurzeinsätze bei einem Wohnungsbrand ausgelegt, sagt der Waldbrandexperte des Deutschen Feuerwehrverbands, Ulrich Cimolino, im Interview mit report München. Sie sei besonders dick. Darin stundenlang einen Waldbrand zu löschen, sei unmöglich.

Die Mehrheit der Bundesländer verweist auf Anfrage von report München auf die Kommunen. Es liege in ihrer Verantwortung, die passende Ausrüstung zu beschaffen. So schreibt etwa das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern, vor Ort könne der Einsatzleiter im Zweifel anordnen, „auf die Schutzjacke zu verzichten“. In Niedersachsen und Berlin ist dagegen vorgesehen, dass Feuerwehren zusätzlich leichte Schutzjacken vorhalten, die für einen Einsatz bei einem Waldbrand geeignet sind. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen gilt das für wenige spezielle Einheiten. Sachsen und Schleswig-Holstein planen aktuell, solche speziellen Jacken für die Bekämpfung von Waldbränden zu beschaffen.

Ein weiterer Kritikpunkt des Feuerwehrverbands: Die meisten Löschfahrzeuge in Deutschland verfügen über keinen Schutz am Unterboden. Wenn sie über ein brennendes Feld fahren, können sie in Brand geraten. Andere Länder wie Frankreich setzen dagegen seit Jahren auf speziell geschützte Fahrzeuge bei der Bekämpfung von Waldbränden. Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Thüringen geben in ihrer Antwort an report München an, solche speziellen Löschfahrzeuge anschaffen zu wollen oder dies bereits getan zu haben. Allerdings ist deren Anzahl überschaubar. Sachsen-Anhalt hat 14 solcher Fahrzeuge gekauft, zum Vergleich: Es gibt 1.500 Freiwillige Feuerwehren in dem Bundesland.

Ein weiterer Kritikpunkt des Deutschen Feuerwehrverbands: Löschhubschrauber anzufordern dauert in Deutschland oft mehrere Stunden. Jedes Bundesland verlangt dazu ein eigenes Verfahren, teilweise müssen mehrere komplizierte Formulare ausgefüllt und per Fax oder Email verschickt werden, ehe die Freigabe für einen Einsatz erfolgen kann. Und das, während sich ein Feuer dynamisch ausbreitet.

Die meisten Bundesländer weisen die Kritik zurück, sie wollen an dem bestehenden Verfahren festhalten. Einzig Sachsen-Anhalt kündigt auf Anfrage von report München an, den Prozess durch „eine Straffung der Kommunikation“ beschleunigen zu wollen.

Die Löschhubschrauber stellen in der Regel die Bundespolizei und die Bundeswehr zur Verfügung. Sachsen hat nun auf Anfrage von report München angekündigt, drei eigene Polizeihubschrauber anzuschaffen, mit denen Löscharbeiten möglich sind. Es sei davon auszugehen, dass diese dann schnell zur Verfügung stünden, „da der Freistaat Herr des Verfahrens ist“. 


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