Report München


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Helmut Hammerschmidt ANNO und der Eichmann-Prozess

Als Vorgänger von report MÜNCHEN geht am 25. Oktober 1960 das Magazin "ANNO - Filmberichte zu Nachrichten von gestern und morgen" auf Sendung. Damit ist ANNO das erste politische Magazin der ARD. Über den Eichmann-Prozess wird groß berichtet.

Stand: 06.04.2021

Helmut Hammerschmidt | Bild: Dough und Vic

Da es im deutschen Fernsehen noch kein Auslandsmagazin gibt, behandelt ANNO nicht nur innenpolitische Themen, sondern auch viel Internationales. Gründungsvater und erster Redaktionsleiter von ANNO ist der streitbare Journalist Helmut Hammerschmidt. Für den Sohn einer deutsch-jüdischen Familie aus Cottbus ist die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit von größter Bedeutung. Hammerschmidts Großvater Abraham war Notar und Lokalpolitiker. Religion spielte in der Familie Hammerschmidt indes keine große Rolle. Hammerschmidts Mutter war keine Jüdin. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium in Berlin als  wissenschaftlicher Assistent arbeitet der sog. „Halbjude“ Hammerschmidt von 1943 bis 1945 in der Pharma-Industrie. Die meisten seiner jüdischen Verwandten werden hingegen ermordet. Nach dem Kriegsende entscheidet sich Hammerschmidt für den Beruf des Journalisten. Er leitet zunächst den Verlag der CSU in München, wechselt dann zum Bayerischen Rundfunk und wird 1965 Intendant des Südwestfunks. Von 1972 bis 1973 ist Hammerschmidt Vorsitzender der ARD.

Am Anfang seiner Fernsehkarriere aber steht ANNO: Schon in der ersten Sendung berichtet ANNO über die Verhaftung Adolf Eichmanns. Über den Prozess gegen Eichmann wird in ANNO regelmäßig informiert und damit über den Massenmord an Juden aufgeklärt. Bis heute spielen Themen zum deutsch-jüdischen Verhältnis in report München, das 1962 begründet wird, eine zentrale Rolle. Der aufrechte und streitbare Helmut Hammerschmidt ist und bleibt ein Vorbild


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