ARD-alpha - Werner Heisenberg


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Werner Heisenberg Der Teil und das Ganze (1958–1976)

Der Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg lebt seit 1958 wieder in seiner Heimatstadt München. Er ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik. Die letzten 20 Jahre seines Lebens, bis zu seinem Tod am 1. Februar 1976, widmet er sich der Elementarteilchenphysik.

Stand: 10.06.2016

Heisenberg: "Die Elementarteilchenphysik ist eine direkte Fortsetzung von dem, was man eigentlich Atomphysik nennt. Beide gehen von der gleichen Fragestellung aus: Was passiert, wenn man die Materie immer weiter unterteilt?" Heisenberg geht es darum, eine mathematische Formel zu finden, mit der sich der Aufbau der Materie beschreiben lässt.

An dieser Fragestellung arbeitet er viele Jahre zusammen mit Hans-Peter Dürr. Die Grundlagen für eine einheitliche Theorie der Materie hat Heisenberg zuvor mit seinem Kollegen Wolfgang Pauli erarbeitet.

1958, zur Feier des 100. Geburtstags von Max Planck, präsentiert Heisenberg diese Formel in Berlin. Heisenberg postuliert ein gemeinsames Urfeld als Grundlage allen Seins. Als 'Weltformel' macht sie Schlagzeilen rund um den Globus.

Heute steht diese Gleichung nicht mehr im Fokus der Forschung. In den 1950er Jahren beginnt man große Teilchenbeschleuniger wie das CERN bei Genf zu bauen.

Statt Heisenbergs Idee von einem Urfeld als Hintergrund von allem geht es bei den Experimenten im CERN wieder um die Frage nach den kleinsten Teilchen. In Experimenten zeigt sich, dass Materie direkt aus Energie entsteht. Und noch immer forschen die Physiker nach der Urkraft hinter allen Erscheinungen.

Die Quantenphysik eröffnet immer mehr Möglichkeiten für neue Techniken und Technologien in den verschiedensten Bereichen. Das Potenzial der neuen Physik, die mit Heisenbergs Entdeckungen in den 1920er Jahren ihren Anfang nahm, ist heute das Hauptziel der Forschungsinstitute.

Heisenberg jedoch hatte immer einen anderen Ansatz: "Die meisten meinen ja, dass die Atomtechnik die letzte Konsequenz sei. Mir ist es immer anders herum gegangen. Ich habe geglaubt, dass die philosophischen Konsequenzen aus der Atomphysik auf die lange Sicht wohl noch mehr verändern werden als die technischen Konsequenzen."


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